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Bad Soden – Ein kleiner Herbstausflug

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Einen kleinen Ausflug in den schönen Herbst am Fuße des Taunus hatte ich vor. Dabei fuhr ich durch Bad Soden und fast war ich wieder draußen, denn auf der Durchfahrtsstrasse sieht man gar nichts reizvolles, da entdeckte ich die Parkstrasse. Einmal hineingefunden öffnete sich mir etwas ganz besonderes. Das habe ich in den Fotos festgehalten.

Es gibt einen kleinen Hügel auf den ich natürlich kletterte. Dort oben gab es noch letzte Sonne, denn nun kommt ein Regengebiet und der unfreundlichere Herbst beginnt. Das ist über dem alten Kurpark. In diesem Park sind wunderbare alte Bäume und drei Heilquellen, die man nur einatmen sollte, da sie wirklich stark „gewürzt“ sind mit Schwefel und Salzen. Hilft garantiert gegen Atemwegserkrankungen.

Der neue Quellenpark liegt auf der anderen Seite der Hauptverkehrsstrasse und führt durch ein Baugebiet mit vielen verwinkelten Häuschen. Dabei stieß ich auf den Brunnen, der sich verstellen lässt. An einer Figur habe ich es mal vorgeführt. So etwas gefällt mir natürlich. Weiter auf der Suche nach den nun trinkbaren Quellen wanderte ich weiter durch Parkanlagen. Dabei führte mich der Weg an das Hundertwasserhaus.

Ein schöner Ausflug

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Mein Drachenei

Dieses Wochenende verbrachte ich bei einer Künstlerin der Werkstatt 13 in Kronberg im Taunus. Wir bearbeiteten Steine. Nach einer Einführung, bei der wir uns dem Thema „mein Stein“ annäherten, begannen wir mit Feilen und Meisseln den Stein zu bearbeiten. Heraus kommen sollte nicht irgendetwas bestimmtes. Keine Kopie einer Figur oder was vorgegebenes. Nein, der Stein sollte Dich leiten. Das hielt ich, ehrlich gesagt, für etwas übertrieben. Ich hatte eine Idee und wollte die umsetzen.

Damit ging es los. Das ist Speckstein.

Frisch ans Werk gegangen, stellten sich sowohl technische wie auch gestalterische Probleme. Wie arbeite ich das heraus, was ich da sehen möchte? Wie gut, dass die Künstlerin Irina Argelander-Brune so viel Erfahrung mit den ungeduldigen TeilnehmerInnen hat. Sie gibt Tipps und regt zudem immer wieder an, nicht gegen den Stein zu arbeiten. Was gibt er denn selber schon vor im Muster oder der Form. Ja, da hat sie doch recht. Hier ist eine Ecke, dort eine Maserung. Hm!

Eine Frucht? Der Stein innen war anders als außen und passte gut zu diesem Ei.

Und dann entwickelte sich etwas gemeinsam zwischen mir und dem Stein. Nicht, dass er redete. Durch die ständige Betrachtung und die Bearbeitung vertiefte ich mich hinein und erkannte mehr. Und das ist dann daraus geworden. Über die Webseite der Werkstatt Frankfurt kann man die Künstlerin erreichen und Termine für so einen Workshop erfragen. Ich bin jetzt steinreich und ganz glücklich mit meinem Drachenei.

Mein Drachenei

Ein Spaziergang mit Moschee

Am Sonntag war ich spazieren. Es war 14 Uhr, das Wetter kalt aber wunderschön und sogar Sonne. Ich marschierte los, stapfte durch den Schnee und kam in Frankfurt-Hausen an.

Die Kälte zu vertreiben, suchte ich ein offenes Café. Und dann war es wie einst in Bonn, als diese Stadt noch Bundeshauptstadt war- alles war zu oder schloss gerade. Wie bitte? Ich kann die Frankfurter City in wenigen Minuten von Hausen aus erlaufen. Wie kann da alles zu haben?
Na, nette Leute verhalfen mir dann zu einem Tipp. Da sei noch ein Italiener, vielleicht dort?

Es war kein Italiener mehr, sondern türkisch oder marokkanisch. Da ich die Schriftzeichen nicht lesen kann oder gar die Unterschiede erkenne, bleibe ich da einfach offen. Ich brauchte einen Kaffee und was zu essen. Alles wurde schnell und prima zubereitet. Die Gaststätte ist denkbar einfach ausgestattet und hatte doch was.
Während ich in meinem Kaffee rührte, kamen eindeutig Gläubige und verzogen sich in einen Nachbarraum.
Stimmt, hier gibt es ja eine Moschee.
Von der Autobahn aus kann man die grünweiße Spitze mit dem goldenen Halbmond sehen. Wie sieht sie denn sonst noch aus? Diese Frage setzte sich in mir fest und wieder auf der Straße nach einer wirklich netten Erfahrung, suchte ich die Moschee.
Am Eingang zu dem Gelände traf ich auf einen jungen Mann, der mir half die Inschrift zu lesen, die das Gebäude ziehrt. Es sei der Name von dem, der sie erbaut habe. Und ich könne ruhig mal alles ansehen gehen.

Moschee in Hausen

Na, bis in die Räume unten, wo Lebensmittel verkauft werden habe ich mich nicht getraut. Und in die Gebetsräume auch nicht. Doch getroffen habe ich nette Menschen. Junge Männer, die sich mit Schnee bewarfen und lachend irgendwohin gingen. Alles was ich sehen konnte war wunderschön und sehr eindrucksvoll gearbeitet. Es ist ein Schmuckkästchen. Damit ihr auch mal was sehen könnt, habe ich die Internetseite gesucht und auch dort nur bestes gefunden. Klasse gemacht.

Womit ich nicht zurechtkam, war, dass ich als einzige Frau da herumlief. Ich lebe im Alltag eher mit Frauen um mich herum. Da war mir diese ausschließliche Männerwelt, auch wenn sie mir freundlich gesinnt war, einfach zu verunsichernd. Vielleicht gibt es mal einen Tag der „Offenen Tür“ an dem ich etwas unbefangener gucken kann.

Winterlich-die Fröstelnde

Jetzt kommt er doch noch der Winter. Und bei mir schneit’s schon. Und zwar immer! Das sollte ja zum Skifahren reichen irgendwann. Die letzten Rosen sind heute in einer Vase auf dem Fensterbrett gelandet. Hoffentlich gehen sie noch auf. Draußen wäre es nichts mehr geworden. Dezemberrosen sind wunderbar.

Bei der Kälte kann ich gleich auf eine Ausstellung verweisen. Im Liebieghaus, ich bemerke jetzt erst, dass es mit zwei ‚ie‘ geschrieben wird, ist eine Ausstellung von Houdon. Und eine seiner dort zu besichtigenden Hauptwerke sind Sommer und Winter. Die Figur für den Winter ist kein Väterchen Frost, sondern diese Schöne hier.

Die Fröstelnde

Die Ausstellung „Jean-Antoine Houdon: Die sinnliche Skulptur“, die anlässlich des 100-jährigen Bestehens der Liebieghaus Skulpturensammlung gezeigt wird, widmet sich vom 29. Oktober 2009 bis 28. Februar 2010 dem bildhauerischen Werk von Jean-Antoine Houdon (1741–1828). Als einer der bekanntesten französischen Künstler des 18. Jahrhunderts, beispielgebender Bildhauer der Aufklärung und erfolgreichster Porträtbildhauer seiner Zeit war Houdon in Frankreich, Deutschland, Russland, Italien und den USA tätig.

Soweit aus der Webseite des Museums.

Was mich an diesem Künstler der Aufklärung so fasziniert ist, dass er aus den Menschen soviel positives herausholt. Dem hätte ich auch gerne mal  Modell gesessen. Die Büsten und Stauen sind so lebendig. Wie bekommt man Bronze oder Gips oder Marmor dazu, so zu wirken. Doll!

Zurück zur Fröstelnden. Als Gegenstück zum Sommer stellt sie durchaus, trotz der Erotik, eine Verbindung zum todbringenden Winter da. Doch geht es auch im übertragenden Sinne um den Winter, denn die Gesellschaft verstieß verführte junge Frauen und verschloss ihnen ein Leben innerhalb der gesellschaftlichen Grenzen. Hier noch einmal einen Text aus dem Museum dazu:

Text zur Fröstelnden

So bekommt diese Kombination wieder einen Sinn, der der Aufklärung entspricht. Lest auf der Museumsseite weiter. Und wenn ihr könnt, geht einfach mal hin. Es ist keine große Ausstellung, doch durchaus einen Blick wert.

Alles Banane-der Bananensprayer

Da war sie wieder-die Banane. Diesmal in Speyer. Von Dr. Bee, damals noch im Museum für Moderne Kunst in Frankfurt am Main, hatte ich erfahren, dass das nicht zufällig von irgendjemandem hingesprüht wurde, sondern-er lächelte- „wilde Kunst“. Für dieses Wort ‚wild‘ kann ich mich nicht verbürgen. Es war mehr das Gefühl, das bei mir ankam. Ein Besucher hatte ihn gefragt, was es denn mit der Banane auf sich habe, die draußen auf die Wand gesprüht war.

Hier war der Bananensprayer-in Speyer

Nun fragte ich mich, wie findet man jemanden, der Bananen auf Wände sprüht. Was könnte ein Schlagwort sein. Bananensprayer? Ok, versuchen wir’s. Und ja, da kommt ein Riesenwebauftritt über den Künstler Thomas Baumgärtel.

Von seiner Webseite habe ich einmal diesen Auszug mitgebracht, weil er uns etwas näher an die Banane heranbringt. Wer mehr von ihm sehen möchte kann hier seine Webseite besuchen.

Die besten Kunstorte der Welt

Mit der Spray-Banane kämpft Baumgärtel für die Freiheit der KUNST !

Seit 1986 sind viele der besten Kunstorte weltweit mit der Spraybanane durch den Kölner Künstler Thomas Baumgärtel vernetzt worden, ca. 4000 Orte von Köln über New York, Basel, Berlin, London, Moskau, Wien u.a. Baumgärtel hat jeden Ort von Anfang an fotografiert – sein Archiv enthält mehr als 5000 Fotos von Museen, Galerien, Kunstvereinen und alternativen Orten.

Baumgärtels Bananen, Geschenke an die Kunstinstitutionen, bilden auf einer zweiten Ebene die größte, weltweite Präsentation eines Werkes eines Künstlers – eine gleiche Arbeit hängt gleichzeitig in tausenden der interessantesten Galerien und Museen der westlichen Welt.

Baumgärtel setzt sein Zeichen bewußt wie einen psychologischen Test in der Kunstszene ein.

So wie die Auserwählten mit der Banane umgehen, so gehen sie auch mit der Kunst um, so das Fazit und die Erfahrung des Künstlers.

Seine Spray-Banane ist mittlerweile weltweit zum Qualitätssiegel und inoffiziellen Logo der Kunstszene geworden.

Besuch in der Liebermannvilla

Liebermannvilla am Wannsee (von honna)

cc by honma by flickr

Die renovierte und wiedereröffnete Villa am Großen Wannsee von Max Liebermann hatte es mir angetan. Ich selber habe ja auf einem solchen Grundstück gearbeitet. Es ist schon schön da.

Wir hatten bezahlt und waren durch das Gärtnerhäuschen gerade hindurch auf das Grundstück gelangt, als ich auf das Herzlichste von dem Gärtner begrüßt wurde. Er ergriff meine Hand und fragte: Heute inkognito hier? Habt Ihr mich mal mit meiner scharfen Sonnenbrille gesehen? Alle, die mich länger kennen wissen, dass mir das immer wieder passiert. Und so erwiderte ich ganz herzlich den Gruß. Obwohl er gleich seinen Irrtum merkte, „verwickelten“ wir uns in ein Gespräch über den Garten, die Besucherzahlen und – ströme und das Haus. So kann ich Euch berichten, dass sie noch ehrenamtliche Gärtner suchen, die dann an den Gemüsebeeten teilhaben und eben dieses Gelände außerhalb der Besucherzeiten nutzen können.

Nach diesem Empfang durchstreiften wir den Garten und das Haus. Es gibt ein Cafe und nette Sitzplätze überall. Von Liebermann selber kann sich der Besucher im ersten Stock allerlei Gartenbilder anschauen und mit der aktuellen Situation im Garten vergleichen. Im unteren Stock wird man anhand der Geschichte des Hauses schnell mal durch das letzte Jahrhundert geführt. Und in der Loggia konnte man unter vierzehn Farbschichten doch die ursprüngliche Bemalung wieder herausarbeiten. Das ist nett anzusehen. Zumal erstaunt, wie einfach das Haus ohne Pomp gedacht war und nach künstlerischen Aspekten geplant.

Die Bilder gerade aus den späten Jahren sind nur gut in einem größeren Abstand zu betrachten, dafür musste ich bis an die gegenüberliegende Wand zurücktreten. Oder liegt es an meinen Augen? Wie malt man das? In der Nähe ist es nur ein Farbklecks und aus der Ferne eine Landschaft.

Also ging ich rückwärts und stieß doch den hinter mir auf einer Stele (hier eher Holzsäule) liegenden in Bronze gegossenen Kopf Liebermanns herunter. Bevor er sich in das Parkett grub, fing ich ihn wieder auf. So hatte ich auch noch Liebermann im Arm.

Das Museum hatte nicht mit einem Besuch von mir gerechnet!