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Unfertig oder ein Lob an die SBA

Noch immer wie vom Donner gerührt über die Lage der Deutschen Schulbibliotheken, muss und möchte ich heute einmal ein dickes Lob für die SBA in Frankfurt am Main aussprechen.

Was SBA ist?

Das ist die Schulbibliothekarische Arbeitsstelle. Angesiedelt ist sie in der Frankfurter Stadtbücherei. Ich wollte gerne etwas über die Entstehung hier berichten, doch leider finde ich nichts dazu. Es ist schon interessant, wie es zu so einer Einrichtung überhaupt kommt. Was die SBA so wichtig macht, kommt weiter unten. Erst einmal sehen wir uns den Ausschnitt aus dem Wikipedia-Artikel über Schulbibliotheken an.

„Unabhängig von der Schulform und insbesondere auch bereits in der Primarstufe sollen gut geplante und eingerichtete Schulbibliotheken sechs wichtige Aufgaben erfüllen:

  • einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Chancengleichheit leisten,
  • die Voraussetzungen für ein individualisiertes Lernen verbessern,
  • einen Bestand von Büchern und Medien für die Schülerinnen und Schüler sowie für die Lehrkräfte bereitstellen,
  • den Unterricht unterstützen und bereichern (einschließlich des eigenständigen Lernens und Erarbeitens von Inhalten),
  • ein Ort für sinnvolle Freizeit- und Pausengestaltung im Rahmen der Ganztagsschule (einschließlich Hausarbeiten usw.) sein und
  • möglichst viele Kinder an das eigenständige Lesen und die Freude an und mit Büchern heranführen – diese Form der Leseförderung betrifft vor allem die Primarstufe. (Na, bei uns auch SEK I)

Eine gut geplante Schulbibliothek kann und soll folgende Kompetenzen fördern:

  • Informationskompetenz
  • Lesekompetenz
  • analytische und synthetische Urteilskraft
  • Medienkompetenz und
  • soziale Kompetenz.“

Und was geschieht nun, um dieses here Ziel umzusetzen? Hört/lest weiter:

„Die meisten Schulbibliotheken werden auf Initiative der Schulen oder schulnaher Ehrenamtlicher eingerichtet, betrieben und unterhalten. Unter anderem deshalb ist die Schulbibliothekslandschaft in Deutschland von einer großen Diskontinuität und Uneinheitlichkeitgeprägt.“

Ich könnte nun eine Menge auch positiver Dinge aufzählen, die die Ehrenamtlichen einbringen, von denen der Verfasser keine Vorstellung hat. Doch bleiben wir beim Thema. Ist das nicht unglaublich? Für diese wichtigen Aufgaben und es sind noch mehr, wird nichts getan, was eine gute Arbeit unterstützt. Irgendwer kümmert sich drum und alle sind zufrieden?

Nun kommt die SBA wirklich ins Spiel.

Diese Einrichtung hat die Situation erkannt und setzt sich innovativ (für deutsche Verhältnisse) ein, die Schulbibliotheken an allen Ecken und Enden zu unterstützen. Neben einer „Rundumbetreuung “ in allen Fragen, haben die Bibliotheksmitarbeiter=Ehrenamtlichen die Möglichkeit sich zu qualifizieren in einem Grundkurs über alles, was eine Schulmediothek so ausmacht. Es gibt einen professionell geführten Newsletter (siehe auch Ver-linkt hier im Blog), der zum Beispiel auch diesen Kurs enthielt. Ein Fortbildungsangebot richtet sich an Lehrer und zugleich die ehrenamtlichen SchulbibliotheksmitarbeiterInnen. Auch die persönliche Beziehung wird versucht aufzubauen, wo es denn erwünscht wird. Und das ist noch nicht alles. Der Webauftritt informiert über das sich ständig erweiternde Angebot.

Nachdem ich gestern so richtig auf dem Boden der Realität ankam, kann ich erst so jetzt verstehen, was für eine Besonderheit wir damit in Frankfurt haben. Die Ehrenamtlichen zu qualifizieren, statt stehen zu bleiben in dem Loch zwischen Anspruch und Wirklichkeit ist ein Schritt, sind hundert Schritte nach vorn. Doch fertig sind wir noch nicht.


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