Archive for the ‘Frankfurt’ Category

Urlaub um hinzusehen

Ich wünsche Dir Ruhe auf dem kleinen Spaziergang

IMG_9388 Wiese-stehengeblieben für all die, die einen kurzen Rasen nicht vertragen.[/caption]

IMG_9389 Die Damen tragen ihr köstliches Superfood in aller Fülle.[/caption]

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IMG_9394 Dieser Birnbaum trägt auch japanisches Gemüse.[/caption]

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IMG_9398 Überall öffnen sich Räume.[/caption]

IMG_9404 Dieses Jahr auch hier am Holz. Sie tun andern nichts. Nur selber fressen sie sich manchmal.[/caption]

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IMG_9411 Diese Flucht im Senkrechtstart war überraschend.[/caption]

IMG_9412 Fülle, Überlebenskampf, Vielfalt. Was wird bestehen? Lungenkraut, Wein, Eibe, Fingerkraut, Efeu?[/caption]

 

IMG_9414 Vorsorge[/caption]

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IMG_9420 Die stinkende Nießwurz-ach ja Zwerg Nase. Damit hat er sich zurückverwandelt.[/caption]

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IMG_9431 Frucht der Magnolie. Sie wird später knallrot.[/caption]

IMG_9437 Auch bei Pflanzen ist der Anfang oft ruppig.[/caption]

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Comerzbankentlassungen 2016 oder arbeitlos?

Commerzbank-Entlassungen:
„Treffen wird es dem Vernehmen nach in erster Linie das Back Office in Deutschland, wo noch viele ältere Beschäftigte arbeiten.“

Was mich fragen lässt: Denkst du, dass sie selber Schuld sind an ihrer Arbeitslosigkeit?

Im Text steht, die Ursache wäre die Niedrigzinspolitik der EZB.
In den letzten Monaten habe ich versucht Arbeit zu finden. Sozialversicherungspflichtige Arbeit. Nicht mehr nur ehrenamtlich für die Stadt Frankfurt unterwegs zu sein, sondern bezahlt.
Meine Bitten um Hilfe, meine Versuche von jemandem unterstützt zu werden, der/ die Kontakte zu einem Arbeitsgeber hat sind umsonst gewesen. Ich habe sogar erlebt, dass man mir nicht zugetraut hat, arbeiten zu gehen.
Jetzt werden tausende Commerzbanker arbeitslos.

Ich wünsche ihnen, dass sie mehr Hilfe bekommen und das Wort Solidarität nicht nur eine Geschichtshülse ist.

Wenn es dich trifft, dann komm ruhig zu mir oder ruf mich an. Ich höre zu und werde meine Erfahrungen mit der erfolgreichen Suche weitergeben, wenn du das brauchst. Und mit dir suchen. Ich glaube nicht, dass du unfähig bist.
Eine Scheißgesellschaft ist das für angeblich Erfolglose!

Auch die religiösen Organisationen schließe ich mit ein.

Und alle, die da mitgemacht haben mögen ihr Verhalten doch noch einmal bedenken. Sie hätten sich wenigstens zurück melden können oder oder oder…mitschauen, mittragen, mitteilen.

Mit mir hat dieser Prozess etwas gemacht, leider.

Ich habe es geschafft ohne euch/dich. Doch die Zeit hätte nicht so hart werden müssen.

Nun trifft es tausende andere. Vielleicht ist da jemand, der dann deine Hilfe braucht. Hilf einfach ohne Vorbehalte und Vorurteile.

http://www.finanzen.net/nachricht/aktien/Tausende-Stellen-betroffen-Commerzbank-steht-offenbar-vor-massivem-Stellenabbau-5098879

Ungewöhnliche Worte für einen OB

Zur Feierstunde von Unicef Frankfurt gab es einen Empfang im Kaisersaal.

Trotz der Neuwahl des Magistrats kamen die Vertreter der Stadt und auch der OB wartete mit vollem Ordinariat mit einem Grußwort auf.

Natürlich ging es auch um Unicef und die Gruppe, die es seit 50 Jahren in dieser Stadt gibt und die jedes Jahr ca. 2,5 Mio. an Spendengeldern an die Ärmsten der Armen überweisen kann.

Doch das Ungewöhnliche ist, was der OB über sich sagte und die Lebenssituation der Kinder in dieser Stadt.

Zuerst betont er, dass dieser festlichste aller Säle im Haus, der Kaisersaal ganz natürlich für die Menschen dieser Stadt offen steht und es gut ist, hier heute zu diesem Festakt zusammen zu kommen. Das hätte die CDU so nicht gesagt.

Und nun  kommt er auf die Lage der Kinder hier in der Stadt zu sprechen. Jedes 5. Kind lebt offiziell in Armut. „Diese Stadt ist zu reich für arme Kinder!“

Auch wenn sie natürlich viel mehr haben als die Armen in den ärmsten Ländern, ist doch die Struktur nicht gegeben, dass allen Kindern geholfen wird. Dabei betont er als Ausschnitt die Schulsituation. Dort können die Kinder von den Eltern, den Freunden, der Familie und der Sozialarbeit Hilfe bekommen, aber sie ist nicht für alle da.

Und jetzt das Besondere:

Ihm selber wurde geholfen und dadurch konnte er seinen Weg so gehen, wie er ihn gegangen ist.

Das zuzugeben finde ich für einen OB ungewöhnlich und mutig.

Ich höre schon das Tuscheln, sehe abfällige Grinsen derjenigen, die an allem immer genug hatten. Nicht alle sehen auf die zu kurz Gekommenen hinab, doch in der Politik scheint es einige zu geben. Ich erlebe es so.

Er bringt dann noch ein Beispiel für negative Entwicklungen derzeit in Pakistan, wo die Unterdrückung der Lebensfreude und vor allem der Mädchen nie schon immer so war. Und deswegen auch nicht als „gegebene Kultur“ hingenommen werden darf.

Es folgten dann die weiteren Punkte, wie sie auf dem Programmzettel stehen. Erwähnen möchte ich das gemeinsame Singen von Imagine unterlegt mit Videos von Menschen aus aller Welt. Wir sangen in der Weltgemeinschaft. Sehr berührend.

Ich war froh, dabei gewesen zu sein.

 

 

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Cannabis als Medizin

Gestern war der spannende Vortrag von Dr. Grotenhermen zum Thema Cannabis als Medikament mit über 120 TeilnehmerInnen in Frankfurt am Main.
Hier seine Webseite: http://dr-grotenhermen.de/carous/cannabis-und-cannabinoide/

Alle, auch unsere Dezernentin Frau Heilig lernte viel dazu.
Es gibt so viele Erkrankungen, in denen die Einnahme wohltuend bei der Schmerz-und Entzündungsreduzierung helfen kann. Wir waren erstaunt. Arthrose zählt dazu.

Da Cannabis so viel zu bieten hat, ist es auch schwer Studien anzufertigen, die über die vielen Einsatzgebiete aussagekräftig sind, denn da müsste man sehr sehr viel Geld investieren.

2016 wird ein erster Referentenentwurf in der Regierung diskutiert, der Verbesserungen bei der Verschreibung bieten könnte, wenn er denn so durchkäme. Dann dürfte der Arzt es ohne lange Beantragung verschreiben. Die meisten Patienten, gerade in der Palliativstation haben gar keine Zeit für diesen Quatsch, der zur Zeit 4 Monate dauert. Zudem dürften mehr Menschen es nutzen. Die Bezahlung bleibt bis auf Sativex erst einmal dem Patienten überlassen, was in der Regel nicht finanzierbar ist. Doch, so waren sich alle sicher, wird sich das ändern. Kanada und Israel schreiten seit Jahren voran mit gutem Erfolg. Und Opiate sind auch nicht billig und haben mehr Nebenwirkungen.

Selbst der Anbau in Deutschland soll organisiert werden, da bisher aus Holland und hoffentlich bald auch aus Kanada importiert wird. Es gibt große Engpässe.

Ein Schritt nach vorn könnte es werden.

Dr. Michael Schmidt aus der Beratungsprechstunde der Stadt Frankfurt ist Arzt in Bad Homburg und kann Cannabis verschreiben. https://www.frankfurt.de/sixcms/detail.php?id=3003&_ffmpar%5B_id_inhalt%5D=29408358

SPD-Hessen pack ein

Aktuell vom 30.3.15 Eine Stellungnahme der Schülergruppe, die bei Blockupy dabei waren.

Was für ein wunderbarer offener Brief: Der Verleger Klaus Philipp Mertens wendet sich in einem offenen Brief an den Vorsitzenden der hessischen SPD, Thorsten Schäfer-Gümbel. Er tut mir so gut, weil nun jemand wunderbar ausformuliert, was ich seit Tagen denke.

(Offener Brief an Thorsten Schäfer-Gümbel Blockupy Frankfurt Der Verleger Klaus Philipp Mertens wendet sich in einem offenen Brief an den Vorsitzenden der hessischen SPD, Thorsten Schäfer-Gümbel.
Ein Nutzerbeitrag von bertamberg Von: Mertens & Medien_T-online [mailto:Mertens_und_Medien@t-online.de] Gesendet: Mittwoch, 25. März 2015 18:24 An: Schäfer-Gümbel, Thorsten – Fraktionsvorsitzender (HLT) Betreff: Ihre Äußerungen über Herrn Dr. Ulrich Wilken Klaus Philipp Mertens, Verleger Frankfurt a.M., den 25.03.2015

Offener Brief an Herrn Thorsten Schäfer-Gümbel Vorsitzender der SPD-Fraktion im Hessischen Landtag Schlossplatz 1 – 3 65183 Wiesbaden per-Mail: t.schaefer-guembel@ltg.hessen.de)

Ihre Äußerungen über Herrn Dr. Ulrich Wilken (Die Linke) in Verbindung mit den Ausschreitungen am Rande der Blockupy-Demonstration am 18. März 2015 in Frankfurt a.M.

Sehr geehrter Herr Schäfer-Gümbel, mit Ihren Äußerungen über Ulrich Wilken, den ich persönlich nicht kenne und dessen Partei ich nicht angehöre, haben Sie mir und vielen anderen Wählern der SPD, aber auch manchen Parteimitgliedern (z.B. meiner Ehefrau), signalisiert, dass Sie auf unsere Stimmen und unsere Unterstützung keinen Wert mehr legen.

Deswegen distanziere ich mich von Ihnen aus diesen Gründen: 1. Sie behaupten in demagogischer Weise, dass die Blockupy-Organisatoren und namentlich Ulrich Wilken die gewaltsamen Ausschreitungen am Vormittag des 18. März hätten verhindern können, obwohl die Demonstration erst für den Nachmittag und obendrein an anderer Stelle, auf dem Römerberg, angemeldet war. Tatsächlich befanden sich am Vormittag etwa vierzig Blockupy-Sympathisanten, zumeist Studierende der Johann Wolfgang Goethe-Universität, einige davon Juso-Mitglieder, zufällig im Bereich der Flößerbrücke und wurden Augenzeugen der Krawalle. Ihre Bemühungen, schlichtend einzugreifen, blieben erfolglos. Letzteres misslang auch aus sprachlichen Gründen, denn anscheinend handelte es sich bei den Randalierern überwiegend um eine Gruppe von mindestens Zweihundert Italienern. Da Sie mit Ihrer Rundum-Attacke auch diesen um eine friedliche Lösung bemühten jungen Menschen Komplizenschaft mit Chaoten vorwerfen, begründen Sie eine neue Dolchstoßlegende und gefährden den inneren Frieden der Bundesrepublik Deutschland. Wer so etwas tut, platziert sich abseits des demokratischen Sektors und darf nicht mehr auf die Stimmen von Demokraten hoffen.

2. Sie missachten mit Ihren Vorwürfen gegen Ulrich Wilken Artikel 8 des Grundgesetzes sowie die Bestimmungen des Versammlungsgesetzes, da Sie eine noch weitergehende, aber praktisch nicht durchführbare Verantwortung jener behaupten, die Demonstrationen organisieren und sie entsprechend den Vorschriften anmelden. Ihrer Forderung fehlt jedoch jegliche rechtliche Grundlage. Angemeldet war für den Nachmittag eine Demonstration auf dem Römerberg, die in einem Marsch zum Platz vor der Alten Oper ihr Ende finden sollte. Den Organisatoren einschließlich Herrn Wilken kann nicht nachgewiesen werden, dass sie im Rahmen ihrer Möglichkeiten nicht auf das Verbot aktiver und passiver Bewaffnung, das der Vermummung und das der Verletzung fremden Eigentums ausdrücklich hingewiesen hätten. Dass sie ihren Verpflichtungen nachgekommen waren, lässt sich allein dadurch beweisen, dass die angemeldete Versammlung gewaltfrei und weitestgehend störungsfrei verlief. Gewaltfrei verlief auch eine Demonstration des DGB am Mittag unmittelbar vor der Sperrzone um die EZB. Diese Demonstranten hatten, meinen Gewährsleuten zufolge, zu Beginn partiell Kontakt mit Randalierern; ihnen gelang aber auch nicht, was den Studierenden am Morgen und was den seit der Nacht bereitstehenden Polizisten schon nicht gelungen war. Deswegen verzerren Sie in übelster Weise die tatsächlichen Vorgänge und lasten die Verfehlungen einer Minderheit den Blockupy-Organisatoren, vorrangig Herrn Wilken, an; mutmaßlich, weil letzterer nicht in Ihr politisches Weltbild passt.
Ihre Forderung nach Distanzierung, auch dann, wenn eine solche wegen der Faktenlage unmöglich ist, erscheint mir wie die Haltung des Pilatus, der seine Hände in Unschuld wäscht, obwohl ihm die Zusammenhänge klar sind, klar sein müssen.

Der evangelische Theologe Dietrich Bonhoeffer, vom NS-Staat ermordet, sprach in seiner hinterlassenen Schrift „Nachfolge“ von der billigen Gnade als dem Todfeind der Menschheit (und der Kirche) und meinte damit die Gnade, die wir mit uns selbst haben, vor allem mit unserer Selbstgerechtigkeit, mit der wir uns allzu leichtfertig zum Richter über andere machen. Im konkreten Fall (also von EZB und Griechenland-Krise) hätte ich von Ihnen beispielsweise Demut erwartet angesichts der mittlerweile Hunderten von Toten in Griechenland, die wegen Hungers und wegen fehlender Medikamente in den Krankenhäusern gestorben sind oder die sich aus Verzweiflung das Leben genommen haben. Ihnen, den Opfern einer verfehlten Politik von EU, EZB und Weltbank, verlieh Blockupy eine Stimme. Eine Stimme, die Sie gemeinsam mit Ihren Verbündeten in CDU, Grünen und FDP zum Schweigen bringen wollen.
In das Weltbild aufgeklärter Bürger, die jahrzehntelang mit der SPD sympathisierten, zum Teil (noch) Mitglieder sind, passen Sie seit Ihrem unwürdigen Auftritt am 24. März 2015 im Hessischen Landtag definitiv nicht mehr. Für mich, und ich spreche hier für einige Tausend Multiplikatoren der Kulturszene, sind Sie und die SPD nicht mehr wählbar. Und das werde ich, das werden wir, auch überall deutlich machen.

Mit höflichem Gruß Klaus Philipp Mertens

P.S. Haben Sie sich bereits von der Zustimmung der SPD zu den Kriegsanleihen von 1914 distanziert? Immerhin hatten diese 18 Millionen Tote zur Folge. Oder von Gustav Noske, der 1918/19 auf demonstrierende Arbeiter schießen ließ?
Klaus Philipp Mertens Geschäftsführender Gesellschafter der Mertens & Medien Verlagsbuchhandel GmbH Tucholskystr.9 60598Frankfurt am Main Tel.(069) 61 99 35 98 Fax(069) 61 99 35 94
Hier der Originalartikel im Freitag https://www.freitag.de/autoren/bertamberg/offener-brief-an-thorsten-schaefer-guembel

Klare politische Aussage von Dr. Knecht dem Ev. Stadtdekan zur Gemeindearbeit in Frankfurt

Gerade weil wir immer weniger sind, lasst euer Licht leuchten vor den Menschen in eurem Stadtteil!

Dieser einfach Satz sagt dann doch eine Menge aus. Und ich danke Pfarrer Dr. Balke, der mir hinterher mit seiner Sicht dazu weiter half.

Dr. Knecht, der evangelische Stadtdekan sprach in der Fastenpredigtreihe der Philippusgemeinde „Kirche in der Stadt-Gemeinde für den Stadtteil“ zum Thema Gemeindearbeit. Ich fasse das mal zusammen:

Ihr seid das Salz der Erde! Ihr seid das Licht der Welt! (Matthäus 5,13-16)

In Anbetracht der Zahlen, die zeigen, wie der Anteil an Christen in den Frankfurter Gemeinden schrumpft, ist diese Zusprechung von Jesus vielleicht etwas hochgegriffen?
Was kann man denn noch erreichen? Was sollte man tun? Es ist doch schon deprimierend, wenn man vergleicht was einmal war und was jetzt noch geht. Auch die große Kirche der Philipusgemeinde zeugt von einer früheren Gemeinde, die sie heute nicht mehr ist.
Das mag an den Auswirkungen der europäischen Aufklärung liegen wie auch an der Globalisierung. Beides erleben wir in der Stadt sehr deutlich.
Was kann die christliche Religion da überzeugendes zu sagen?
Die Menschen, die Jesus damals ansprach waren nicht die Machtvollen und Regierenden, sondern die Barmherzigen, die Verfolgten, die Sanftmütigen, die mit reinem Herzen den Frieden suchten (und heute als „Gutmenschen“ verächtlich gemacht werden). Sie sahen durch ihren Glauben im durchaus finsteren Dasein ein Licht aufgehen und bekamen eine positivere Haltung zum Leben.
Dieser andere Grundton kann zum Zentrum für die Gemeinde im Stadtteil werden.
Was tue ich für andere persönlich?
Nehme ich am Leben anderer teil? Besuche ich Kranke? Begleite ich Trauernde? Rede ich gutes gerade über die, über die schlecht geredet wird? Mache ich die Tür auf für die, die keine Wohnung haben?
Der gute Kontakt der eigenen Person mit anderen bedeutet dieses Licht, bedeutet das Salz.

Das bedeutet auch und das ist eben eine politische Aussage, dass ich vor Ort aktiv werde im Sinne der Menschen, die mit mir dort leben. Das kann um den Ausbau einer Autobahn genauso gehen, wie um ein Kinder-und Familienzentrum.
Klare Worte!

Predigten zur Fastenzeit

Der OB auf der Kanzel

Und wieder startet die Predigtreihe zur Fastenzeit in der Philippuskirche. Diesmal ist das Oberthema: „Kirche in der Stadt-Gemeinde für den Stadtteil“ Predigten zur Fastenzeit Den Auftakt machte unser aller OB Feldmann.

Und um gleich den Gag der Kirchenmusikerin vorweg zu nehmen: Sie spielte „Brüder zur Sonne zur Freiheit“ als Schlussstück arg verfremdet aber der OB erkannte es sofort. Es zauberte ein Lächeln in sein Gesicht. Ein besonderes Geschenk. Wir merkten zwar, dass wir es kennen, doch er musste uns erst darauf aufmerksam machen. Ich gestehe es zu meiner Schande.

Wer öfter mal eine Rede von Herrn Feldmann hört, der weiß ja schon, was er ansprechen wird. Später wird man über ihn sagen, dass er unermüdlich war, das für ihn Wichtige immer wieder anzusprechen. Das hat schon was, finde ich.
Was aber war nun das für diese Predigt vor der ev. Philippusgemeinde Spezifische? Zum Beginn sprach er von einer Veränderung der Lager. Früher waren die Kirchenleute spießig in den Augen der jungen Linken. Heute gelte die Aufteilung in „konservativ und rechts“ und „links und veränderungswillig“ nicht mehr. Überall, in allen Gruppierungen finden sich viele, die sich zynisch verhalten und aus Angst vor dem Nichterfolg lieber gar nichts erst tun. Diese zynische Haltung nennt der OB als die Gefahr von innen. Nun dürfe man sich über Verzagte nicht erheben, doch ein Bündnis derer, denen ihr Leben nicht egal ist, wäre ein Schritt voran zu einer anderen Welt. Die Aufgabe, zu mehr Nähe von Mensch zu Mensch anzunehmen und das nicht nur zu Weihnachten, würde er gerne an alle Menschen in Frankfurt weitergeben.

Er zitiert Böckenförde und geht auf die Bedeutung religiöser Gemeinschaften in einem säkularisiertem Staat ein. Böckenförde 2010:„Vom Staat her gedacht, braucht die freiheitliche Ordnung ein verbindendes Ethos, eine Art „Gemeinsinn“ bei denen, die in diesem Staat leben. Die Frage ist dann: Woraus speist sich dieses Ethos, das vom Staat weder erzwungen noch hoheitlich durchgesetzt werden kann? Man kann sagen: zunächst von der gelebten Kultur. Aber was sind die Faktoren und Elemente dieser Kultur? Da sind wir dann in der Tat bei Quellen wie Christentum, Aufklärung und Humanismus. Aber nicht automatisch bei jeder Religion.“ Der OB führt an, dass der demokratische Staat Freiheit schützen kann, jedoch der Einzelne sie leben muss. Was könnte denn ein tragfähiges Bündnis sein hier in Frankfurt? Er nennt da das Römerbergbündnis und den Rat der Religionen. Sie wären weiter, als nur zu reden. Im Verhältnis zu anderen Städten hätten die Organisationen, die zur Demo auf den Römer eingeladen hatten nicht gegen etwas gestimmt, sondern für etwas. Für Toleranz und Mitmenschlichkeit und ein Leben in der Stadt in Vielfalt.

Er geht auf eine Veranstaltung in der Gutleutkirche ein, die sich damit auseinandersetzte, ob die Finanzmärkte wir regulieren oder sie uns? Er nannte das Beispiel des Wohnungsmarktes, bei dem wir uns fragen müssen, ob wir ihn dem Markt überlassen wollen. Die Eröffnung der EZB, die Lage Griechenlands und Spaniens, als Themen, die nur scheinbar weit weg lägen mit wenig Platz für den Gemeinsinn. Sicher haben Werte wie Liebe, Treue, Freundschaft keinen Preis, doch halten sie unser Leben zusammen. Aus dem, woran er glaubt, schöpft er die Kraft jeden Tag diese Dinge wieder anzusprechen und er ist sich sicher, dass Glauben stärker ist als Angst. Angst würde die Hirne verkleben und Handeln verhindern. Glauben muss auch stärker sein als der Homo öconomicus.

Er sieht zwei Ansatzpunkte in der christlichen Haltung:
Die Vorstellung einer gerechten Weltordnung-und sie wenigstens in Ansätzen anzugehen.
Der Umgang mit den Folgen der Ungerechtigkeit–mit den Flüchtlingen in dieser Stadt.

Sicher war der Ursprung der Weltoffenheit in Frankfurt verknüpft mit dem Handel. Doch die Bereitschaft andere in ihrer Unterschiedlichkeit anzunehmen, hat allen etwas gebracht. Er findet „dulden“ und auch „tolerieren“ als nicht mehr ausreichend. Weil sie schnell wieder in Ablehnung und Hass umkippen können, aus denen die Grundlage für Krieg besteht. Nehmen wir uns die Freiheit uns für ein Miteinander einzusetzen nicht nur an drei Feiertagen im Jahr.

Dr. Fred Balke-Nagel, der Pfarrer der Gemeinde verwies auf die besondere Situation der Gemeinde und des Stadtteils Riederwald.

Für alle, die gerne Energiesparen in der Kirche: Wir hatten 18° und waren am Ende eiskalt. Und für diejenigen, die an dem kleinen Spiel mitmachen, nach der wievielten Minuten der OB in seinen Ansprachen beim Wohnungsbau angekommen ist: Es war diesmal die 16. Minute. Wie gesagt, ich finde ja, es hat was, dass er das so durchzieht.

 

Hier der Artikel aus dem Evangelischen Frankfurt