Posts Tagged ‘Ehrenamt’

Comerzbankentlassungen 2016 oder arbeitlos?

Commerzbank-Entlassungen:
„Treffen wird es dem Vernehmen nach in erster Linie das Back Office in Deutschland, wo noch viele ältere Beschäftigte arbeiten.“

Was mich fragen lässt: Denkst du, dass sie selber Schuld sind an ihrer Arbeitslosigkeit?

Im Text steht, die Ursache wäre die Niedrigzinspolitik der EZB.
In den letzten Monaten habe ich versucht Arbeit zu finden. Sozialversicherungspflichtige Arbeit. Nicht mehr nur ehrenamtlich für die Stadt Frankfurt unterwegs zu sein, sondern bezahlt.
Meine Bitten um Hilfe, meine Versuche von jemandem unterstützt zu werden, der/ die Kontakte zu einem Arbeitsgeber hat sind umsonst gewesen. Ich habe sogar erlebt, dass man mir nicht zugetraut hat, arbeiten zu gehen.
Jetzt werden tausende Commerzbanker arbeitslos.

Ich wünsche ihnen, dass sie mehr Hilfe bekommen und das Wort Solidarität nicht nur eine Geschichtshülse ist.

Wenn es dich trifft, dann komm ruhig zu mir oder ruf mich an. Ich höre zu und werde meine Erfahrungen mit der erfolgreichen Suche weitergeben, wenn du das brauchst. Und mit dir suchen. Ich glaube nicht, dass du unfähig bist.
Eine Scheißgesellschaft ist das für angeblich Erfolglose!

Auch die religiösen Organisationen schließe ich mit ein.

Und alle, die da mitgemacht haben mögen ihr Verhalten doch noch einmal bedenken. Sie hätten sich wenigstens zurück melden können oder oder oder…mitschauen, mittragen, mitteilen.

Mit mir hat dieser Prozess etwas gemacht, leider.

Ich habe es geschafft ohne euch/dich. Doch die Zeit hätte nicht so hart werden müssen.

Nun trifft es tausende andere. Vielleicht ist da jemand, der dann deine Hilfe braucht. Hilf einfach ohne Vorbehalte und Vorurteile.

http://www.finanzen.net/nachricht/aktien/Tausende-Stellen-betroffen-Commerzbank-steht-offenbar-vor-massivem-Stellenabbau-5098879

Aus – aus?

Jetzt gab es doch noch ein hartes Ende für mich und die Leseförderung.

Ich bin noch ganz getroffen.

Erstaunlich mal so viel Krawall geschlagen zu haben, dass man aus der Schule entfernt werden kann. Hört man doch sonst nur von anderen. Ich bleibe dabei, in der Sache habe ich recht. Das hilft mir nur nicht, denn die Struktur erhält sich selbst. Und grundsätzliche Kritik ist nur auf bestimmten Wegen und nur durch bestimmte Personen gültig. Was mich auch bedenklich stimmt ist, dass niemals über die Kinder gesprochen wurde. Die fragen nach mir. Ich konnte mich nicht einmal verabschieden. Was habe ich getan: Ich habe mich auf unkonventionellem Wege dafür eingesetzt einen Mathelehrer an die Schule zu bekommen, weil sich mir die Möglichkeit anbot. (Ich sei ein Nestbeschmutzer.)

Dann habe ich versucht, die Berichte über einen schrecklichen, mitunter rassistischen Lehrer zu sammeln und etwas gegen ihn zu unternehmen. Da war die Struktur davor und ich konnte nicht viel erreichen. Für die Kinder war es ein Segen, endlich mal ernst genommen zu werden. Und dann habe ich mich gegen die Maßregelungen einer Bibliotheksleiterin gewehrt, die unser Projekt mehr und mehr einschränkte oder willkürlich dazwischen funkte. Ich rede schon gar nicht von Unterstützung.

Das war es.

Und ich stehe zu meinen Positionen nach wie vor. Ich bin gestern ungebeugt und ungebrochen aus der Sitzung. Nicht aus Hagestolz, sondern weil ich weiß, dass das so nicht gut ist für die Kinder. Dabei bleibe ich. Auch wenn ich dafür zum gesellschaftlichen Müll geworfen werde. Der Müllplatz ist oft genug ein Anstoß.

Aber dann hört auch noch dieser Kurs auf.

Das ist nicht gerecht!

Na, das Leben ist nicht gerecht. Ich weiß!

Ich habe in dieser Zeit sehr viel positive Zuwendung erfahren, jawoll!

Darauf baue ich auf.

Ich war ja in Italien. Die haben mit ihrem Berlusconi ja auch so ihre Probleme. Und es entstehen überall so kleine wilde Piratensender oder Initiativen gegen den Wahnsinn. Das hat mir sehr gefallen. Vielleicht entwickele ich ja auf dem Müllplatz eine Idee für so etwas.IMG_1445


Neuanfang

So, jetzt ist es so gekommen, wie erwartet. Die Leseförderung an der Gesamtschule wird ohne mich weitergehen.

Meine „Feinde“ triumphieren, meine „Freunde“ sind traurig.

Letztendlich geht es nicht um die Kinder und nicht um die Qualität. Entscheidend ist, wer der Leiterin gefällt oder nicht.

Die Schulstruktur ist hierarchisch. Da gibt es keine Vernunftlösung, wenn es um Ehrenamtliche geht. Und, es geht nicht um die Qualität der Leseförderung und auch nicht um die Kinder.

Ich habe mich entschieden, dass mir mein Anspruch, wie mich jemand zu behandeln hat und wie meine gute Arbeit beurteilt wird, wichtiger ist, als klaglos jeden Quatsch und die Abwertung zu ertragen. Was definitiv ein Privileg des Alters ist. Dafür gehe ich jetzt. Ich bin nicht glücklich, dass ich denen, die mich als Bereicherung ansahen, nicht mehr zur Verfügung stehe. Es löst sicher eine Kette an Enttäuschungen aus und auch andere werden gehen.

In dem Moment der Verunsicherung, den dieser Schritt auslöst, liegt auch schon ein Neuanfang.

Ich suche also nun einen neuen Job.

Grüße an meine Freunde

Yeah! gegen meine Feinde. Ein Supergefühl euch los zu sein.

Volker Pispers über Lehrer

Bei Twitter musste ich mal aufräumen, denn ich hatte mich als Follower einer E-Learning-Gruppe angeschlossen und kam mit der Menge der uninteressanten Tweeds nicht mehr zurecht. Beim Durchforsten fand ich viele spannende Seiten. Ein Tweed verwies auf dieses Video. Ich bin kein Pispers-Fan. Doch das hier spricht mir mal aus der Seele, dem boshaften Teil darin. Es gibt supergute Lehrer, doch die viel zu selten. Und man darf es nicht sagen. Ich versuche dem einen oder anderen Lehrer auf irre oder wirklich schädliche Aktionen im Unterricht hinzuweisen und die sind von der Struktur so geschützt, dass die einfach weitermachen können. Unglaublich!!!!Deshalb tut mir dieses Video einfach mal gut.

Schulbibliotheken ins Netz?

Warum sollten sich in Deutschland die Schulbibliotheken ins Netz bewegen?

„Wir Deutsche sind einfach zu konservativ. Das wird hier erst zwanzig, fünfzig Jahre nach den Amerikanern etwas.“

Mein erster Versuch in einem persönlichen Gespräch eine Vernetzung anzuregen, wurde abgelehnt mit der Begründung, dafür absolut keine Zeit zu haben. Personal fehlte an allen Ecken, man wäre jetzt schon überlastet. Ok, dass hört sich doch so an, als wüsste jemand, wie viel Zeit es erfordert, einen Blog zu führen. Ich könnte mir vorstellen, dass nun wieder dafür Ehrenamtliche zu gewinnen wären.

cc by ulba by flickr

cc by ulba by flickr

Mir schwebt eine Informationsaustauschmöglichkeit im Kopf, wenn ich an einen Blog denke. Wir haben ja Tagesteams. Die könnten sich dann interaktiv austauschen und an den Aktionen der anderen teilhaben.Der Blog als Kommunikator.
Für die Fortbildung kann ich mir auch einen Blog gut als Sammelpunkt für interessante Fragestellungen vorstellen. Jeder kann sich mit dem Lesestoff auseinandersetzen, wann er/sie kann. Das könnte die Beteiligung an Fortbildung erhöhen. Und zumindest intern zu einer Diskussion führen. Ob jemand Kommentare schreibt? Das sehe ich hier im Kurs auch eher selten.

Eine Verknüpfung nach außerhalb, zu anderen Schulbibliotheken, ja, darin sehe ich auch einen Sinn. Wir haben auf dem Gelände der Schule eine zweite Schulbibliothek mit einer ganz anderen Ausrichtung. Wir erfahren leider nur über die SchülerInnen, was dort läuft oder besser, was nicht läuft. Das ist für mich unfassbar. Über das Netz wäre ein Austausch möglich? Ergibt gerade die Distanz neue Ansätze für ein „Zusammen“?

Ich ziehe wertvolle Informationen aus dem Netz. Und mich würde es schon interessieren, was andere Schulbibliotheken, besonders die, an denen ich Bekannte habe, so machen. Außerdem ist schnell mal ein Austausch/Schwätzchen/Gruß möglich. Wohin das führen kann, sehen wir in USA. Das gefällt mir schon.

Ich möchte gerne die Frage in die Runde stellen:

Wozu können wir Vernetzung von Schulbibliotheken nutzen?

Das andere Lager

Geh in meinen Schuhen ein Stück von Seite-3Alex spricht mich an, als ich um die Ecke biege. Er wüsste nicht, wo die U-Bahn von hier aus wäre und im Übrigen sei er Alex und er würde gerne mit mir walken gehen und ……So schnell war Alex nicht zu bremsen. Ich änderte meine Route, die ich mir zur Entspannung an diesem Nachmittag ausgesucht hatte und brachte ihn ein Stück des Weges.

Schnell stellte sich heraus, dass Alex krank war. Er meinte, unablässig nur von sich redend, dass er physisch und psychisch erkrankt sei. Und wegen seiner vielen Erkrankungen könne er an den Leistungsanforderungen eines Berufslebens nicht mehr teilnehmen und sei deshalb verrentet worden. Er lebe nun von ganz wenig Geld, doch sei es ok. Er sei nun im anderen Lager und dann erzählte er vom betreuten Wohnen.

Der letzte Satz machte mich stutzig. Wieso drückt er das Nichterwerbsleben als das andere Lager aus? Nach einer Weile fand ich den Begriff ganz gut, später treffend. Im einen Lager sind die Berufstätigen, im anderen die Nichtberufstätigen. Die Berufstätigen leisten etwas und sie bestimmen, was wichtig in unserem Leben ist. Zum Beispiel werden BibliothekarInnen als etwas sehr wertvolles angesehen. EhrenamtlerInnen gehören in das andere Lager. Sie sind nicht so „richtig“. Sie machen schon was, aber das zählt nicht so. Und außerdem kann man den Wert schon daran erkennen, dass sie gar kein Geld bekommen.

Alle unsere Helden in der Kinder-und Jugendliteratur sind aus diesem anderen Lager. Kein Mensch würde sich diese Geschichte durchlesen, wenn Harry Potter arbeiten gehen würde.Oder Artemis Fowl brav in die Schule ginge oder Pipi eine Lehre als Schreinerin machte. Die Zeit, in der alle Geschichten spielen, ist die Zeit, in der man nicht berufstätig ist. Kinder und Jugendliche sind meist in den Ferien oder außerhalb vom Alltagszwang, wie bei Enid Blyton oder durch Krankheit aus dem normalen Leben gerissen, wie Jonathan von Ralf Isau oder gar ganz tot, wie bei Lindgrens „Die Brüder Löwenherz“.Ein Herz für Fantasy von akhater

Auch in der Realität hat diese Zeit, die wir vor der Schule, in den Ferien, als Erkrankte und als Rentner erleben in jeder Hinsicht eine hohe Bedeutung. Jede/r, die/der als Nichtberufstätiger lebt, weiß, dass es neben der Berufswelt, die eigentliche Welt gibt. Dort wird auch unendlich viel gearbeitet nur nicht bezahlt. Dort werden sozialen Kontakte gepflegt, dort wird creativ gedacht und sehr viel ausprobiert. Klar gibt es auch viel Leid und Probleme, doch vieles läuft eine Spur mitmenschlicher. Alle Menschen kommen aus diesem Lager -vor der Schule- und gehen – als Rentner- dorthin wieder zurück.

Die Berufstätigen leben in einer Parallelwelt daneben. An einigen Stellen gibt es Berührungspunkte. Im Haushalt, den ja fast alle irgendwie bewältigen müssen und auch im Beruf, beim Ehrenamt z.B. Dort treffen Menschen aus der Berufstätigkeit zusammen mit Menschen aus dem anderen Lager. In diesem anderen Lager gelten bessere soziale Werte. Es gibt mehr Gelassenheit, weniger Stress, mehr Gestaltungsspielraum. Man kann anders leben und aus anderen Gründen handeln. Das können Berufstätige nicht.Zukünftiges von Michaelthurm

Warum wird dieser Teil der Gesellschaft so abgewertet? Es ist unser gesellschaftliches Ziel, unsere Zukunft. So zu leben, dass wir die Arbeit möglichst selbstbestimmt und aufgrund eigener Motivation vollbringen. Genau das tut Ehrenamt.

Der falsche Weg

Sabine Dinges aus der Goethe-Uni hier in Frankfurt stellte ihr Buch vor „Freiwillige dringend gesucht“. In einem Artikel (ist nicht mehr zugänglich bei der FNP, schade)dazu heißt es „Laien können ganz andere Arbeit machen, weil sie ganz andere Möglichkeiten haben“.

Ja, und das ist genau der Knackpunkt!!!

Ich habe eine längere Leidensstrecke als Ehrenamtlerin hinter mir und kann einiges erzählen, was zeigt, wie unfertig alle Bereiche mit dem Ehrenamt umgehen. Nehmen wir das Presse und Informationsamt der Stadt Frankfurt. Dort war ich zum Archivieren bei einer Dame, der ich schon im Frauenreferat ausgeholfen hatte. Keine schwierige Tätigkeit, doch mir hat es Spaß gemacht in meiner damaligen Situation. Das Problem war auch nicht mein Arbeitsverhältnis zu dieser Dame. Nein, ihr Chef bekam kein Begrüßungswort über die Lippen Er konnte mich nicht einordnen und lehnte diese Mitarbeit deswegen ab.(Balla balla?) Wir mussten es aufgeben, der Druck wurde zu groß. Begonnen hatte es mit einem Aufruf im Radio. Das Frauenreferat der Stadt brauchte dringend Mithilfe. Da habe ich mich gemeldet und musste erleben, dass sie damit nicht gerechnet hatten. Nun fand sich diese Dame bereit, mich etwas machen zu lassen, was sie selber eben unter ihren Berufsanforderungen nicht erledigen konnte. Ihre Artikel zu archivieren. Später wechselte sie den Job und nach meiner Kinderzeit probierte ich dort anzuknüpfen. Das Ergebnis kennen Sie schon.

Viele viele Berichte und Vorurteile könnte ich nun aufzählen. Das Internet ist voll davon. Das Letzte, das mir passiert ist, möchte ich doch noch erwähnen. 🙂 Der Bundesverband Leseförderung, der sich im März dieses Jahres gründete, hat einen Passus in seiner Satzung, dass Ehrenamtliche nur Partner, nicht Vollmitglieder werden können. Ich, als Leseförderprofi mit einem Lesefördergroßbetrieb kann also dort nicht Vollmitglied werden, weil ich für meine gute Arbeit kein Geld bekomme. (Balla balla!) Sie streben die Bezahlung der Arbeit an und sehen das Ehrenamt im Bereich der Leseförderung als vorrübergehendes Übel an.

Ehe ich mich nun weiter aufrege an dieser Stelle, denn das werde ich bestimmt später noch, komme ich auf den Artikel zurück, den Thomas Scholz über die Buchvorstellung geschrieben hat.ffo_dinges_klein_240709Sabine Dinges argumentiert, dass Ehrenamtliche ganz andere Aufgaben machen können, gerade weil sie nicht angestellt sind.

Es sei also falsch zu erwarten, mit mehr Pflegepersonal im Altenheim würde das Vorlesen oder nette Beisammensein oder oder oder stattfinden. Dafür wird niemand bezahlt. Sollte jemand dafür bezahlt werden, dann werden es keinen Ehrenamtlichen mehr machen. Denn dann gibt es eine Stellenbeschreibung und einen Beruf dafür.

Arbeit, die so gut ist, dass wir sie uns etwas kosten lassen wird nur im grauen Bereich des Anfangs vom Ehrenamt ausgefüllt. Insofern hat auch der neue Bundesverband einen falschen Weg beschritten, der noch zu viel Ärger führen wird.

Das wirklich Problematische ist, was Frau Dinges zu Ihren Überlegungen brachte: „Die Veränderungen, die Freiwillige in der Institution …bewirken.“

Oftmals werden Freiwillige mit einem Kontrollverlust für die Leiter….gleichgesetzt. Denn ihnen kann man nicht befehlen. Entweder sie können sich einbringen, wie sie es sich vorstellen-oder sie gehen wieder. Durch diese Ungebundenheit entstehen positive Impulse für das Leben……

fasst Thomas Scholz aus dem Vortrag zusammen. Na, dem schließe ich mich an. Und welche Institution kann damit schon umgehen?