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Schüler helfen Schüler – Das Peru-Projekt

Ja, beim Altstadtfest in Büdingen standen wieder die leckeren Kuchen da und retteten uns, die wir zu einem Musikprojekt in der ungewohnten kalt-feuchten Witterung warten mussten. Die Versorgung wurde von den Mitgliedern des Vereines Peru-Projekt e.V. organisiert.

Was ist das Peru-Projekt?Ein Projekt des Vereines und der Schule Wolfgang-Ernst-Gymnasium
Ein Ausschnitt der Arbeit vor Ort

Mich hat angesprochen, dass es ein Projekt ist, dass auch wirklich finanziert werden kann und in kleinen realistischen Schritten Hilfe bringt. Dadurch ist die Akzeptanz durch die Beteiligten gewährleistet. Und es setzt dort an, wo die Kinder gefördert werden können. Außerdem versickert das Geld nicht irgendwo. Geht doch mal beim nächsten Fest in Büdingen vorbei. Diese Stadt bietet sich für einen Besuch durch das nette Ambiente dafür an.

Mit einer Spende können Sie uns und den Kindern und Jugendlichen in Pucallpa weiterhelfen.
Unsere Bankverbindung lautet:
Peru-Projekt des WEG
Kto.-Nr. 112 103 6025
Sparkasse Oberhessen
BLZ 518 500 79

Eine Spendenbescheinigung senden wir am Ende des Jahres an Ihre Adresse (bitte angeben).

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Leseförderung

Cornelia Rosebrock und Daniel Nix: Grundlagen der Lesedidaktik und der systematischen schulischen Leseförderung.

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Ich werde dieses Buch nun ganz durcharbeiten, nachdem ich neulich auf einer Fortbildung Frau Professorin Dr. Rosebrock  kennenlernen konnte.

Schon in der Einleitung fallen Worte, von denen ich einige zitieren möchte.

Und ich möchte noch einmal betonen, dass es nicht die Kinder sind, die eben aus Faulheit nicht lesen. Die Faktoren sind so vielfältig. Es wird noch einiges zu forschen sein.

„Lesen ist in einer Informationsgesellschaft und Wissenskultur das elementare Medium des Lernens. Die Digitalisierung schmälert diese Bedeutung der Lektüre für den Einzelnen nicht, im Gegenteil wirkt sie beschleunigend und intensivierend auf die Prozesse der gesellschaftlichen Produktion und Verteilung von Wissen ein.“ S.7

Und jetzt ein Gedanke, der uns zu Denken geben sollte (Mit einem schönen Gruß an die TAZ oder überhaupt das Bildungsbürgertum, das nur sich selbst im Blick hat):

„Zugleich wurde und wird die Funktion des Lesens in der Geschichte des Schulwesens in Deutschland traditionell weniger im Lernen und stärker im Erwerb von Belesenheit gesehen, in der Aneignung von Welt-,Kultur-und Menschenkenntnis vor allem im Medium der schönen Literatur. Entsprechend gibt es im Anschluss an die Grundschule keinen eigenen Leseunterricht mehr.“S.7

Aha, nach der Grundschule sollen also alle soviel lesen können, dass sie von nun an sich Texte selbständig erarbeiten können. Haben Sie nicht auch noch hinterher Hilfe benötigt?

„Man kann mit Pisa von einem Viertel der Schülerschaft ausgehen, deren Lesefähigkeiten nicht ausreichend sind, um in der gegenwärtigen >>Informationsgesellschaft<< zu bestehen.“ S.8

Das haben wir in der Phantastischen Bilbliothek auch zu Hören bekommen. Ein Viertel unserer Kinder kann nicht ausreichend lesen. Und, es wird ihnen nicht beigebracht.

Ich finde das einen Hammer!


Gefuchst

Mich fuchste im Artikel der TAZ, dass Herr Füller die Förderung von Analphabeten der Förderung von Kindern gegenüberstellte. Es wird dem Thema nicht gerecht. Und es ist sehr gut, wenn sich an allen zuständigen Stellen weitaus mehr darum gekümmert wird, als es bisher der Fall ist.

2008 konnte ich in Leipzig auf der Buchmesse einem interessanten Podiumsgespräch zuhören, in dem eine Gruppe Wissenschaftler und jemand aus dem Bereich der Jugendarbeit in Dresden, sowie ein Vertreter der IHK in Dresden über ihre Arbeit berichteten. Wie limitiert sie sei, und wie wichtig, denn es gab keine genauen Zahlen darüber, wie viele Analphabeten denn in Sachsen lebten. Mit dieser Studie und den Hilfestellungen für funktionale Analphabeten waren die Sachsen damals Vorreiter. Ich denke, dass sie es immer noch sind. Viel konnte ich aus dem Bericht mitnehmen.

Eines möchte ich erwähnen: Die Jugendlichen, die Lesen und Schreiben in der Schule nicht gelernt haben, werden sich keine erneute Blöße geben. Sie können vorerst nicht erreicht werden und schlagen sich durchs Leben, bis sie selber wieder Kinder haben. Dann haben sie eine erneute Motivation und nehmen an Kursen teil. Bitte, dass ist jetzt viel zu kurz! Doch führt es in dieses Themenfeld ein. Hier sehen wir auch die Verbindung zu den Kindern wieder. Diesen Menschen müssen Kurse angeboten werden, die Ihnen gerecht werden und zum entsprechenden Zeitpunkt. Es wirkt dann direkt auf deren Kinder weiter.

Wir haben auf der Suche nach Literatur für unsere SchülerInnen auf der Frankfurter Buchmesse gesucht. Dabei stolperten wir über die Hefte: „Ein Kreuz mit der Schrift“ aus dem Klettverlag, herausgegeben zusammen mit F.A.N.

Neben einem engagierten Gespräch mit den Autoren dieser Hefte, ehemalige Analphabeten, haben wir für einige unserer Schüler genau das Richtige gefunden.

Sebastiaos Geschichte aus dem Klettverlag

Klettverlag

Großschrift

Sätze, die immer wieder vorne anfangen. (Da können die Augen sich nicht so leicht verirren.)

Kurze Sätze

Sätze mit einer Sprache, die aus der Welt der SchülerInnen ist.

Themen, die aus deren Interessenfeld kommen. (Fussball, Jobs, Kinder, nicht lesen zu können)

…………..

Das kann doch jeder- aus dem Klettverlag

Klettverlag

Es ist keine hohe Literatur. Doch lesen wir ein Buch ganz fertig. (Motivation)

Die SchülerInnen leihen sie sich aus und wollen wissen, wie es weiter geht.

Diese Bücher machen keine  Angst vor dem Lesen.

Ein Zitat:

Oh, so schreibt man „Manager“! (ABC ole´)

Ein anderes:

Ja, so geht es meiner Mutter auch. ( Das kann doch jeder.)

Sollten Sie auf den Buchmessen diese Menschen stehen sehen, schauen Sie sich deren Hefte an. Das große Heft über Politik in Deutschland, in dem alle aktuellen Begriffe erklärt werden, lässt sich wunderbar für die Arbeit in Schulen verwenden.

Politik in Deutschland aus dem Klettverlag

Klettverlag