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Was gemütliches zum Advent


Advent

Es treibt der Wind im Winterwalde
die Flockenherde wie ein Hirt,
und manche Tanne ahnt, wie balde
sie fromm und lichterheilig wird,

und lauscht hinaus. Den weißen Wegen
streckt sie die Zweige hin – bereit,
und wehrt dem Wind und wächst entgegen
der einen Nacht der Herrlichkeit.

Rainer Maria Rilke (1875-1926)

Ris Altet Monis

Da müssen mir beim Klatschen die Buchstaben durcheinander gerüttelt sein. Heißen soll es Sir Simon Rattle.

Er war mit den Berliner Symphonikern gestern in Frankfurt. Dieses Orchester war mal das beste Ensemble in Europa. Groß geworden bin ich mit Karajan und es war mein „Standard“. Das kann einem ganz schön den Genuss anderer Orchester verderben, wenn man mit dem Besten aufwächst. Später in Stuttgart konnte ich nicht viel über die Qualität der dort gehörten Stücke sagen, weil mein Maßstab die Berliner Symphoniker waren. Ich bin dann einfach nicht mehr so oft ins Konzert gegangen. Man kann auch die Art Musik vermeiden, die man schon so gut aufgeführt gehört hat. Da bietet ja jede Region etwas eigenes. Damals war die große Frage, ob denn Frauen in das Orchester aufgenommen werden dürfen. Und das andere große Orchester, die Konkurrenz sozusagen, die „Wiener Philharmoniker“ tat sich noch schwerer damit.

cc by fletcherwarren by flickr

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Gestern gab es Beethovens Zweite und Schostakowitschs Vierte. Gegen dieses Orkanartige Werk mit rund einhundert Musikern kam Beethoven ganz brav daher. Und dargeboten hat es ein junges, lebendiges, unglaublich gutes Ensembles. Es setzt sich heute aus Männern und Frauen zusammen, die aus allen Ländern kommen. Es gibt noch ein „Berliner Couleur“. Sir Simon Rattle, den ich live sehen konnte, hat mich ganz eingenommen mit seiner Musik. Während Maazel neulich so weggetragen und nicht von dieser Welt wirkte, war Sir Simon Rattle einfach menschlich. So ist jedenfalls mein Eindruck. Ein wunderbares Wiedersehen mit der Moderne, die es geschafft hat, den alten Zopf hinter sich zu lassen.

Meditation

 aboutpixel.de - Oliver_W"

Wenn ich mal wieder so fruchtbar langweilige Arbeiten zutun habe, dann kann ich mich entweder überwinden und sie gegen meinen Widerstand doch machen. Dann verbrauche ich allerdings viel Energie, um mich dazu zu bringen. Ich kann aber auch nach einem, wie ich es nenne „Zusatznutzen“suchen. Dann geht das Ganze zwar nicht von alleine weg, ich spare aber Energie. Nehmen wir die Gartenarbeit. Es könnte auch makulieren sein. Ich bin gerne im Garten. Doch gibt es auch da immer wieder Arbeiten, die furchtbar sind. Wir haben einen großen Garten und da zieht sich das Unangenehme.

Mein Zusatznutzen in diesen Situationen ist die Zeit, die ich, eben nicht grummelnd über diesen „Mist“, für mich habe. Ich mache eine Art Meditation daraus. Und lasse die Gedanken fliegen wie Wolken. Das ist übrigens aus der einzigen Yogastunde meines Lebens. Ich kann mich nicht runterregeln auf Null zum Entspannen. Das regt mich unglaublich auf. Wie übrigens Ayurvedischer Ruhetee auch. 🙂

Und so arbeite ich den größten Haufen in aller Ruhe ab und schaue, was sich in mir dabei bewegt. Da kommen mir die besten Gedanken, wie beim Walken auch.

Es erinnert mich an die kleine Erzählung 7 Level bis Shukunegi von Hilke Rosenboom.Dort beginnt eine lebensverändernde Beziehung dadurch, dass Meister Ping dem Jungen die Aufgabe gibt, die Scheiben zu putzen, die doch eigentlich sauber sind. In dieser gleichförmigen Bewegung und stupiden Arbeit schafft der Junge es über den Tod seiner Mutter hinweg zu kommen und zum Meister Ping eine Beziehung aufzubauen, die ihn in das Leben zurückführt.


Wasserfall von Tribal