Posts Tagged ‘kommunikation’

Chancen und Perspektiven für ein neues Leben im Alter

91 ist er und immer noch fit Vorlesungen zu halten.

Klasse! Prof. Dr.Dr.h.c Böhme führte uns in seine Sichtweise zum neuen Altern ein und eröffnete damit die Reihe über ‚Chancen und Perspektiven für ein neues Leben im Alter‘ an der Goetheuni Frankfurt.

Meine erste Vorlesung in der U3L: Universität des dritten Lebensalters.

Es war knallvoll. Sozusagen wie immer im Hörsaal, kaum Platz zu kriegen.

Als Lektüre kann ich das dort erwähnte Buch von Guardini empfehlen. Es hat mich, vor ca. 5 Jahren gelesen, schon erheblich beeinflusst in meiner Sicht auf das Alter und die Lebensstufen. Dann kam noch Hiob, die Septuaginta, Comenius und Goethe vor. Und natürlich auch ein bisschen Böhme.

Die Quintessenz mag sein: Ein erfülltes Leben gelingt, wenn man ununterbrochen für andere und an sich selbst arbeitet.

Ja, die Schwierigkeiten heute alt zu werden und sich entfremdet zu fühlen von dem, was die moderne Gesellschaft so entwickelt, wurden gestreift und auch die als fehlend empfundene Würde oder sogar Ehrwürde dem alten Menschen gegenüber. Der Begriff „die alternde Gesellschaft“ ist als Hülse entlarvt, denn orientiert wird sich an den Jungen. Zum Teil sogar von den Alten selber.

Das 3. Lebensalter ist Teil des Lebens und nicht die im Absterben befindliche Phase des Lebens. Es ist erfüllt von geistiger Arbeit: Arbeit für andere, da der Mensch als Sozialwesen auf Kommunikation angewiesen ist und in wechselseitigen Beziehungen lebt. Und Arbeit an sich selbst. Sinn des 3. Lebensalters ist, zu sich selbst zu kommen und frei zu werden von der Fremdbestimmung der früheren Abschnitte, hin zur Übereinstimmung von „ich und selbst“.

Drei Phasen des Alterns wurden genannt:

1. Phase des Alterns

„Altwerden ist herrlich, wenn man nicht vergessen hat, was anfangen heißt.“ Mit Erwartungen an die Zukunft ordnet man sein Leben neu und hält Rückschau. Es ist die Zeit für Neubeginn.

2.Phase des Alternden

In dieser Phase der Erinnerung bekommt die Vergangenheit („die Kindheit hat man lebenslänglich“)Dominanz in unserem Denken. Mit unterschiedlichen Gefühlen fragt man sich: Was hat es denn gebracht? Und was kann ich noch tun, um die Erfüllung zu erreichen.

3. Phase des Alten

Es ist die Phase der Kontemplation. Man besinnt sich auf die eigenen Kräfte und die eigenen geistigen Landschaften. Goethe:„Es findet uns als die wahren Kinder“. Man wird zum Geistwesen, das offen für andere ist und im Zustand der Hilfsbedürftigkeit. Es verbleibt die Arbeit an sich selbst.

Was noch verarbeitet werden kann, wissen wir noch gar nicht. Es kann bis zum letzten Atemzug etwas ausgestrahlt werden und auch gelernt.

Der Sinn des Lebens wird vom Einzelnen bestimmt.

 

Lebe, um zu lernen. Lerne, um zu leben. (Frau Aja?)

Das Leben verstehen wir erst im Rückblick – doch leben müssen wir es nach vorne.

 

 

 

 

 

Advertisements

Die es immer besser wissen

Wieder einmal bin ich an meine Grenzen gekommen.
Ich finde es wichtig, die eigenen Grenzen zu kennen.
Oft, so erlebe ich es, werden Grenzen in einem berührt, doch da man sie nicht kennt, hält man sie für das Allgemeingültige und beurteilt, handelt, entscheidet danach. Dabei wären vielleicht die Ängste, die diese Grenzen abstecken mit Hilfe anderer zu bearbeiten und womöglich ist die Grenze zu verschieben? Oder man erkennt, ja hier ist meine Grenze und deswegen möchte ich die Sache/ Beziehung gerne so gestalten.

Gerade hatte ich ein Gespräch mit jemandem, dem ich einen Vorschlag gemacht habe. Er hat ein konkretes Problem genannt und aus meiner Erfahrung heraus habe ich einen möglichen kleinen Schritt anzubieten, der eventuell weiterführen kann.
Doch ich merkte, dass mein Vorschlag innerlich abgelehnt wurde.

Das wäre nicht weiter schlimm, doch war zu spüren, dass es keine inhaltliche Auseinandersetzung gab. Es wurde abgelehnt, weil ich es einbrachte? Oder, weil man weiß, wie die Dinge zu sein haben und diese Neuigkeit eben nicht in das Schema passt?
Dieses „schon wissen“, wie die Dinge sind, bringt mich an meine Grenzen. Es wird nicht offen zugehört, es wird nicht mitgedacht, denn man weiß es ja, wie es zu sein hat. Und an diesem Brett im Kopf(Betonkopf) da komme ich dann an meine Grenzen.
Wir haben nicht die Zeit für solch eng abgesteckten Denkgewohnheiten. Zuhören und wertschätzen ist das, was wir heute brauchen im Umgang miteinander.
Klar, der Staat und darin das Bildungssystem machen es uns nicht vor.
Wie unzufrieden wir mit dieser Art der Beurteilung von uns sind, spüren wir tagtäglich.

Ich habe nicht die Kraft mich immer und immer wieder an diesen Betonköpfen abzuarbeiten. Das tut mir nicht gut. Was bleibt dann?
Flucht in andere Bereiche, Aktivitäten?
Im Job flieht man in die Ohnmacht? Denn oft ist gerade der Chef derjenige, der weiß wo es langgeht und auch noch die Struktur hinter sich hat um alles aufzuhalten.
Gerade eben kann ich nicht sagen, was man tun kann.
Die Realität ist so gemein hart.
Bei sich bleiben ist sicherlich das Richtige und nicht zuviel zweifeln.
Denn an der Entwicklung werden sich die Betonköpfe die Zähne ausbeissen.
Ich muss nur die Geduld für deren Entwicklungsweg haben.
Und mit den Füßen abstimmen wird auch helfen.
Einfach gehen, weitergehen.