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Sintomer polarisiert famos

Nein, das hatte ich auch noch nie erlebt.

Kaum war das letzte Wort verklungen, da debattierten die ca.150 Leute aufgeregt untereinander weiter. Alles war ihnen nicht recht. Das Publikum, die Bearbeitung des Themas, was nicht bearbeitet wurde und vor allem was am Ende herauskam. Doch darauf wollte niemand mehr eingehen…

Sprachlos erst verfolgte ich, was sich da entwickelte und genoss es. Ein Riesenerfolg, denn alle hatten etwas zu sagen und wussten vieles besser als Professor Sintomer. Kann man mehr erreichen, als das so ein Austausch untereinander entsteht??

Wer ihn mal wirklich kurz ansehen möchte, kann es hier tun: https://www.youtube.com/watch?v=eeMiM2iyD1Q

Allein schon mit so vielen Zuhörern hatte niemand gerechnet. Ein anderer Raum und dann viele Stühle mussten organisiert werden. Worum ging es? Hier die ausführliche Antwort: http://www.sptg.de/pm_2014-10-28_grosser_sintomer.aspx

Kurz zusammengefasst: Um die Lage der Repräsentativen Demokratie.

Frankreich, ein wenig Deutschland zum Vergleich oder als Referenzpunkt.

Viele der Gäste hatten etwas mit Frankreich zu tun und so wurden die Beschreibungen über die politische Lage in Frankreich auch verstanden. Natürlich wurde von Prof. Sintomer auch kurz zu „Je suis Charlie“ gesprochen. Es ist eine Formulierung, die so offen ist, dass sich alle darunter sammeln konnten. Ich möchte auf die Diskriminierung der Minderheiten und speziell der jüdischen Bevölkerung nicht weiter eingehen. Sie wurden erwähnt.

Es ging ja um die Frage, ob die französische Situation etwas speziell französisches ist oder doch das Zeichen einer allgemeinen Krise der repräsentativen Demokratie beinhaltet. Ja, und er sieht es so, dass es ein Teil der globalen Krise ist. Daher auch alle nationalen oder rückwärts gewandten Ansätze zu einer Lösung nicht zielführend sind. Denn alle Fragen können nur noch global eine Antwort finden.

Nun gehen viele Ländern nicht den Weg der Demokratie. Und auch in Deutschland ist die Frage aktuell. Was ist denn wirklich demokratisch? Stuttgart 21?????

Nachdem aus seiner Sicht vier unrealistische Modelle für die Zukunft abgehandelt wurden, kamen vier, die eventuell eine Chance haben, wenn man die Entwicklungen weltweit einbezieht:

Die Postdemokratie, die als Scheindemokratie die Macht beim Markt belässt.

Der Autoritarismus, bei dem die Öffentlichkeit, der Parteienwettbewerb und der Rechtsstaat begrenzt werden. Macht bedeutet hier auch Gewalt gegen das eigene Volk.

Der Zusammenbruch der Demokratien durch Krisen (ökologische, Finanz…), die dann in Diktaturen enden.

Die Demokratisierung der Demokratie, durch mehr Macht in direkter Bürgerbeteiligung und mehr Macht für NGOs. Dabei zeigte er auf die Veränderungen, die durch den Feminismus, bzw. einzelne Frauen oder auch Männer schon erreicht worden wären ohne eine Revolution zu machen.

(Hier an dem Punkt blieb den alten Herren der Mund offen.)

Island wurde als Beispiel genannt und natürlich die Schweiz.

„Den Leuten vertrauen und sie unterstützen, in dem wir die Rahmenbedingungen schaffen für bürgerliches Engagement.“

(Hier stiegen die letzten aus.)

Und ich sage: KLASSE und ja, lasst uns das machen und versuchen.

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