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Ungewöhnliche Worte für einen OB

Zur Feierstunde von Unicef Frankfurt gab es einen Empfang im Kaisersaal.

Trotz der Neuwahl des Magistrats kamen die Vertreter der Stadt und auch der OB wartete mit vollem Ordinariat mit einem Grußwort auf.

Natürlich ging es auch um Unicef und die Gruppe, die es seit 50 Jahren in dieser Stadt gibt und die jedes Jahr ca. 2,5 Mio. an Spendengeldern an die Ärmsten der Armen überweisen kann.

Doch das Ungewöhnliche ist, was der OB über sich sagte und die Lebenssituation der Kinder in dieser Stadt.

Zuerst betont er, dass dieser festlichste aller Säle im Haus, der Kaisersaal ganz natürlich für die Menschen dieser Stadt offen steht und es gut ist, hier heute zu diesem Festakt zusammen zu kommen. Das hätte die CDU so nicht gesagt.

Und nun  kommt er auf die Lage der Kinder hier in der Stadt zu sprechen. Jedes 5. Kind lebt offiziell in Armut. „Diese Stadt ist zu reich für arme Kinder!“

Auch wenn sie natürlich viel mehr haben als die Armen in den ärmsten Ländern, ist doch die Struktur nicht gegeben, dass allen Kindern geholfen wird. Dabei betont er als Ausschnitt die Schulsituation. Dort können die Kinder von den Eltern, den Freunden, der Familie und der Sozialarbeit Hilfe bekommen, aber sie ist nicht für alle da.

Und jetzt das Besondere:

Ihm selber wurde geholfen und dadurch konnte er seinen Weg so gehen, wie er ihn gegangen ist.

Das zuzugeben finde ich für einen OB ungewöhnlich und mutig.

Ich höre schon das Tuscheln, sehe abfällige Grinsen derjenigen, die an allem immer genug hatten. Nicht alle sehen auf die zu kurz Gekommenen hinab, doch in der Politik scheint es einige zu geben. Ich erlebe es so.

Er bringt dann noch ein Beispiel für negative Entwicklungen derzeit in Pakistan, wo die Unterdrückung der Lebensfreude und vor allem der Mädchen nie schon immer so war. Und deswegen auch nicht als „gegebene Kultur“ hingenommen werden darf.

Es folgten dann die weiteren Punkte, wie sie auf dem Programmzettel stehen. Erwähnen möchte ich das gemeinsame Singen von Imagine unterlegt mit Videos von Menschen aus aller Welt. Wir sangen in der Weltgemeinschaft. Sehr berührend.

Ich war froh, dabei gewesen zu sein.

 

 

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