Die Kirche bleibt im Dorf in #MeinFrankfurt – die Einführung der Prodekane

Vorwort:

Thomas deMaziére bläst zum Angriff auf die Evangelische Kirche. Wegen 360 Menschen, die von Mitmenschen untergebracht und durch das Kirchenasyl auf eigene Kosten so den Dublingesetzen entzogen werden. http://www.deutschlandfunk.de/bundesinnenminister-de-maiziere-missbrauch-des-kirchenasyls.868.de.html?dram:article_id=311001 Ob sich dem die Kirche in Frankfurt stellen kann und mag, werden wir sehen. Der Druck wird jedoch größer von Seiten des Staates. Was vielleicht wieder mehr Menschen in die Kirche bringt. Schaun wer ma

Los geht`s: Gestern war die langersehnte offizielle Komplettierung der neuen Struktur der evangelischen Kirche in Frankfurt. Zum Stadtdekan kamen nun auch die Prodekane hinzu. In einer würdevollen und unterstützenden, annehmenden Veranstaltung wurden Frau Dr. Schoen und Herr Kamlah in ihr wirklich ganz neues Amt eingeführt. Mit Frau Irmela von Schenk, die Präses und stellvertretende Vorsitzende ist, ist die Spitze nun sogar quotengerecht zusammengestellt. http://www.frankfurt-evangelisch.de/stadtdekanat-info.html

Kantor Michael Riedel umrahmte das gesellschaftliche Ereignis mit wunderbar gewählten Stücken. Was mich gleich zu einem ersten Eindruck führt: Der Anfangschoral wurde spontan, weil die Noten dastanden von den Anwesenden gleich mehrstimmig gesungen. Was für eine Ansammlung an kultureller Kompetenz war an diesem Abend anwesend. Daher mache ich mir auch nicht wirklich Sorgen. Dr. Knecht führte durch den Gottesdienst und nahm auch die Einführung vor. Das kann er gut und es war stimmig. Es ist vielleicht sogar beruhigend, wenn man sieht, dass da jemand sein Amt lebt. In den Gottesdiensten vor Ort kommt es durch die unterschiedlichen PredigerInnen ja zu den unterschiedlichsten Erlebnissen. Hier war einfach mal alles in Ruhe und ok. GUT.

Frau Scherle hielt eine Ansprache, die sie mit einem Dank an die beiden Prodekane richtete: Es sei ein wirklich neues Amt und sie hätten sich darauf eingelassen. Darauf eingelassen, öffentlich einzustehen als ein weiteres Teil einer Kette, die die Hoffnung auf eine von Gott durch die Liebe verwandelte Welt aus der Vergangenheit hin zu uns ununterbrochen weiterführt. Und das wäre auch die Aufgabe. Die Hoffnung weiter zu geben. Weiterzugeben an die Menschen dieser Stadt. Da man ein Teil dieser Kette sei, könne man in Dankbarkeit zurückblicken und getrost und gelassen auf das Neue.

Frau Klemens und Dr. Volz lasen dann zum Gleichnis des Sämanns und bereiteten damit auf die Einführung und die Predigten beider neuen Prodekane vor.

Herr Kamlah entwickelte programmatisch ein Bild eines Raumes, in dem Glauben möglich ist. Dazu benötigt wird ein Rahmen, der solche Räume möglich macht. Dabei wies er darauf hin, dass manche Menschen nur für kurze Zeit in diese Räume kämen und man sie deswegen nicht abwerten solle. Allerdings sollte es auch nicht die eigene Kränkungsbereitschaft stärken. Verbunden mit dem Sämann wäre zu erkennen, dass auch das kurze Aufgehen des Samens durchaus seinen Wert habe.

Frau Dr. Schoen grenzte für sich das Thema Karikatur ein und wünschte sich mehr Humor. Über sich Lachen zu können mache weicher, durchlässiger und gütiger und ließe Beziehung entstehen. Der Sämann würde nur dann säen, wenn der Boden gut wäre und wir wären der gute Boden für Gottes Wort. (Ehrlich gesagt, war mir der Sinn der Rede nicht klar und was es für die Arbeit in Frankfurt bedeuten könne. Mehr kann man vielleicht unten aus dem Artikel der Kirche erfahren.)

Dann gab es Grußworte. Hervorheben möchte ich das von Herrn Dr. zu Eltz. Es war witzig und humorig und enthielt die eine oder andere Spitze. Natürlich ging es um die Menschen, die in der Kirche Ämter übernähmen. Mit Zitaten belegte er, was ein Würdenträger im Amt dürfe und was nicht. Während mir da jemand ganz aktuell einfiel, war es vielleicht auch eine Rückschau? Na, er freue sich, wenn die evangelische Struktur nun Gestalt annehme. (War da vorher keine? Sehr lustig gehalten und doch nicht ohne.) Während die Dekanin aus Offenbach, Eva Reiß in ihren Worten die Verfahrensseite thematisierte, da Prodekane bisher nicht vorgesehen wären. (Vielleicht zählen die aus Wiesbaden nicht???)

Zusammenfassend gehe ich davon aus, dass die Kirche im Dorf bleibt. Es gab keine besonderen Impulse. Vielleicht ist es ja ganz gut ein Team zu haben, dass in der nächsten Zeit die Ruhe behält. Alle Anwesenden zusammen spiegelten für mich einen angenehmen Konservatismus wider. Solange man nicht ein Thema diskutiert, kommen alle gut klar. Ob das ausreicht für die nächste Zeit, werden wir erleben.

Und unbedingt erwähnen möchte ich das Schlussstück von Kantor Riedel. Es stammte bestimmt aus den Anfängen des 20. Jdh. Weiß es jemand genauer? Mir kamen Kubrikfilme in den Sinn und orientalische Bazare. Es wurde ordentlich schräg in die Tasten „gehauen“, um dann in einem tiefen laaaaaangen Akkord auf einen Punkt hin zu führen. Das fasste recht schön die Veranstaltung zusammen. Letztendlich ist das Ursprüngliche uns Vereinende die Grundlage.

Hier der Artikel der Evangelischen Kirche

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