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Sosu

Während der „Tigerprinz“ und „Han Gan“ unsere Starter in der Leseförderung sind, folgt zum Beispiel Sosu von Meshak Asare mit etwas mehr Text.

Sosu erfüllt so viele Ansprüche an ein Buch, dass ich es gerne hier vorstelle.

Nur mit einem bin ich nicht einverstanden! Das ist der deutsche Titel. Er ist so schrecklich pädagogisch, dass er bestimmt mögliche begeisterte Leser abschreckt.010.177.529

Wir blieben aber dabei und sind jedesmal von der Vielfältigkeit dieses Buches überzeugt. Sosu lebt in Afrika an der Küste. Mit der ersten Seite arbeiten wir uns in die Lebensbedingungen der Dorfbewohner ein und denken ganz zwangsläufig, dass das alles lange her sein muss. Ein Dorf lebt vom Fischfang, vom Gemüseanbau und den Produkten aus der Lagune, die sie auf dem Markt verkaufen.

In diesem Dorf lebt Sosu. Er kann nicht laufen. Ob es Kinderlähmung war? Wir werden es nicht erfahren. Was wir erfahren, ist die Ablehnung, die der Junge aus dem Dorf heraus erfährt. Zum einen ist es Aberglaube. Darüber können wir fast unendlich mit den SchülerInnen reden. Alle wissen nach einem kurzen Tipp, was das wohl sein kann. Und dass der Aberglaube aus Angst entsteht.

Da in unserer Schule Rollifahrer unterwegs sind, gibt es einen Bezug zum Alltag. In einigen Klassen wird im Unterricht ein Projekt durchgeführt, in dem die, die laufen können auch einen Rolli bekommen und dann im Einkaufszentrum (angeblich dem größten Deutschlands) etwas einkaufen müssen. Hinterher wissen alle, wie ein Rolli umfällt, was man besser nicht macht und wie schwer es ist, damit den Alltag zu bewältigen. Schon allein dadurch, dass die Barrierefreiheit eben nicht besteht. Zusätzliche und unnötige Anforderungen durch Gedankenlosigkeit entstehen.

Sosu sitzt Tag für Tag vor der Hütte. Nur Mittags, wenn seine Geschwister aus der Schule kommen, bereitet er das Essen für sie alle und er lernt, was er kann mit.51XJ82GQ8FL._SS500_

Ich erzähle nun nicht, wie es weitergeht. Doch im letzten Bild kommen die Kameramänner und die Journalisten in das Dorf, um ihn bei seiner Ehrung zu filmen. Er bekommt einen Rolli und die Strasse zur Hütte wird planiert, damit er zur Schule „gehen“ kann. Sie haben alle etwas begriffen. Auch Sosu! Dass ein Junge auch ohne Beine ein wichtiger Mensch für alle ist.

Das allein reichte schon aus, um es mit den Kindern zu lesen. Es kommen Begriffe vor, über die wir uns verständigen müssen. Wir tauschen uns über die Werte aus, die die Charaktere zu ihrem Handeln bringen. Wir erleben einen Hauch andere Sprache, den die Übersetzung erhalten konnte und sind am Ende gleichzeitig in Afrika und hier.

Der Text, der hier schon mal über eine halbe Seite hinaus gehen kann, ist begleitet von Bildern, die eine Menge erklären. Und so steht die Bildbeschreibung wieder an erster Stelle. Es ist kein Buch, das schwer zu lesen ist. Doch für unsere Menschlein hart genug.

Sosu hat eine Menge Auszeichnungen bekommen. Ich finde zu Recht!


Das andere Lager

Geh in meinen Schuhen ein Stück von Seite-3Alex spricht mich an, als ich um die Ecke biege. Er wüsste nicht, wo die U-Bahn von hier aus wäre und im Übrigen sei er Alex und er würde gerne mit mir walken gehen und ……So schnell war Alex nicht zu bremsen. Ich änderte meine Route, die ich mir zur Entspannung an diesem Nachmittag ausgesucht hatte und brachte ihn ein Stück des Weges.

Schnell stellte sich heraus, dass Alex krank war. Er meinte, unablässig nur von sich redend, dass er physisch und psychisch erkrankt sei. Und wegen seiner vielen Erkrankungen könne er an den Leistungsanforderungen eines Berufslebens nicht mehr teilnehmen und sei deshalb verrentet worden. Er lebe nun von ganz wenig Geld, doch sei es ok. Er sei nun im anderen Lager und dann erzählte er vom betreuten Wohnen.

Der letzte Satz machte mich stutzig. Wieso drückt er das Nichterwerbsleben als das andere Lager aus? Nach einer Weile fand ich den Begriff ganz gut, später treffend. Im einen Lager sind die Berufstätigen, im anderen die Nichtberufstätigen. Die Berufstätigen leisten etwas und sie bestimmen, was wichtig in unserem Leben ist. Zum Beispiel werden BibliothekarInnen als etwas sehr wertvolles angesehen. EhrenamtlerInnen gehören in das andere Lager. Sie sind nicht so „richtig“. Sie machen schon was, aber das zählt nicht so. Und außerdem kann man den Wert schon daran erkennen, dass sie gar kein Geld bekommen.

Alle unsere Helden in der Kinder-und Jugendliteratur sind aus diesem anderen Lager. Kein Mensch würde sich diese Geschichte durchlesen, wenn Harry Potter arbeiten gehen würde.Oder Artemis Fowl brav in die Schule ginge oder Pipi eine Lehre als Schreinerin machte. Die Zeit, in der alle Geschichten spielen, ist die Zeit, in der man nicht berufstätig ist. Kinder und Jugendliche sind meist in den Ferien oder außerhalb vom Alltagszwang, wie bei Enid Blyton oder durch Krankheit aus dem normalen Leben gerissen, wie Jonathan von Ralf Isau oder gar ganz tot, wie bei Lindgrens „Die Brüder Löwenherz“.Ein Herz für Fantasy von akhater

Auch in der Realität hat diese Zeit, die wir vor der Schule, in den Ferien, als Erkrankte und als Rentner erleben in jeder Hinsicht eine hohe Bedeutung. Jede/r, die/der als Nichtberufstätiger lebt, weiß, dass es neben der Berufswelt, die eigentliche Welt gibt. Dort wird auch unendlich viel gearbeitet nur nicht bezahlt. Dort werden sozialen Kontakte gepflegt, dort wird creativ gedacht und sehr viel ausprobiert. Klar gibt es auch viel Leid und Probleme, doch vieles läuft eine Spur mitmenschlicher. Alle Menschen kommen aus diesem Lager -vor der Schule- und gehen – als Rentner- dorthin wieder zurück.

Die Berufstätigen leben in einer Parallelwelt daneben. An einigen Stellen gibt es Berührungspunkte. Im Haushalt, den ja fast alle irgendwie bewältigen müssen und auch im Beruf, beim Ehrenamt z.B. Dort treffen Menschen aus der Berufstätigkeit zusammen mit Menschen aus dem anderen Lager. In diesem anderen Lager gelten bessere soziale Werte. Es gibt mehr Gelassenheit, weniger Stress, mehr Gestaltungsspielraum. Man kann anders leben und aus anderen Gründen handeln. Das können Berufstätige nicht.Zukünftiges von Michaelthurm

Warum wird dieser Teil der Gesellschaft so abgewertet? Es ist unser gesellschaftliches Ziel, unsere Zukunft. So zu leben, dass wir die Arbeit möglichst selbstbestimmt und aufgrund eigener Motivation vollbringen. Genau das tut Ehrenamt.

Unfertig oder ein Lob an die SBA

Noch immer wie vom Donner gerührt über die Lage der Deutschen Schulbibliotheken, muss und möchte ich heute einmal ein dickes Lob für die SBA in Frankfurt am Main aussprechen.

Was SBA ist?

Das ist die Schulbibliothekarische Arbeitsstelle. Angesiedelt ist sie in der Frankfurter Stadtbücherei. Ich wollte gerne etwas über die Entstehung hier berichten, doch leider finde ich nichts dazu. Es ist schon interessant, wie es zu so einer Einrichtung überhaupt kommt. Was die SBA so wichtig macht, kommt weiter unten. Erst einmal sehen wir uns den Ausschnitt aus dem Wikipedia-Artikel über Schulbibliotheken an.

„Unabhängig von der Schulform und insbesondere auch bereits in der Primarstufe sollen gut geplante und eingerichtete Schulbibliotheken sechs wichtige Aufgaben erfüllen:

  • einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Chancengleichheit leisten,
  • die Voraussetzungen für ein individualisiertes Lernen verbessern,
  • einen Bestand von Büchern und Medien für die Schülerinnen und Schüler sowie für die Lehrkräfte bereitstellen,
  • den Unterricht unterstützen und bereichern (einschließlich des eigenständigen Lernens und Erarbeitens von Inhalten),
  • ein Ort für sinnvolle Freizeit- und Pausengestaltung im Rahmen der Ganztagsschule (einschließlich Hausarbeiten usw.) sein und
  • möglichst viele Kinder an das eigenständige Lesen und die Freude an und mit Büchern heranführen – diese Form der Leseförderung betrifft vor allem die Primarstufe. (Na, bei uns auch SEK I)

Eine gut geplante Schulbibliothek kann und soll folgende Kompetenzen fördern:

  • Informationskompetenz
  • Lesekompetenz
  • analytische und synthetische Urteilskraft
  • Medienkompetenz und
  • soziale Kompetenz.“

Und was geschieht nun, um dieses here Ziel umzusetzen? Hört/lest weiter:

„Die meisten Schulbibliotheken werden auf Initiative der Schulen oder schulnaher Ehrenamtlicher eingerichtet, betrieben und unterhalten. Unter anderem deshalb ist die Schulbibliothekslandschaft in Deutschland von einer großen Diskontinuität und Uneinheitlichkeitgeprägt.“

Ich könnte nun eine Menge auch positiver Dinge aufzählen, die die Ehrenamtlichen einbringen, von denen der Verfasser keine Vorstellung hat. Doch bleiben wir beim Thema. Ist das nicht unglaublich? Für diese wichtigen Aufgaben und es sind noch mehr, wird nichts getan, was eine gute Arbeit unterstützt. Irgendwer kümmert sich drum und alle sind zufrieden?

Nun kommt die SBA wirklich ins Spiel.

Diese Einrichtung hat die Situation erkannt und setzt sich innovativ (für deutsche Verhältnisse) ein, die Schulbibliotheken an allen Ecken und Enden zu unterstützen. Neben einer „Rundumbetreuung “ in allen Fragen, haben die Bibliotheksmitarbeiter=Ehrenamtlichen die Möglichkeit sich zu qualifizieren in einem Grundkurs über alles, was eine Schulmediothek so ausmacht. Es gibt einen professionell geführten Newsletter (siehe auch Ver-linkt hier im Blog), der zum Beispiel auch diesen Kurs enthielt. Ein Fortbildungsangebot richtet sich an Lehrer und zugleich die ehrenamtlichen SchulbibliotheksmitarbeiterInnen. Auch die persönliche Beziehung wird versucht aufzubauen, wo es denn erwünscht wird. Und das ist noch nicht alles. Der Webauftritt informiert über das sich ständig erweiternde Angebot.

Nachdem ich gestern so richtig auf dem Boden der Realität ankam, kann ich erst so jetzt verstehen, was für eine Besonderheit wir damit in Frankfurt haben. Die Ehrenamtlichen zu qualifizieren, statt stehen zu bleiben in dem Loch zwischen Anspruch und Wirklichkeit ist ein Schritt, sind hundert Schritte nach vorn. Doch fertig sind wir noch nicht.


Das gibt es nicht

Fragezeichen von bast

Tja, was könnte hinter dieser Überschrift alles stecken?

Ein Ausruf der Empörung zum Beispiel. Oder, es ist die Absage eines Verkäufers, der etwas nicht hat und es nicht zugeben mag. Oder es ist einfach eine Feststellung: Es gibt eben etwas nicht.

In meinem Fall ist es eine Feststellung mit etwas Empörung, eher Ungläubigkeit. Im Rahmen der 5.Lektion unseres Kurses Bibliothek2009 wollte ich wissen, ob es nicht doch noch zusätzliche Bibliotheken mit Blogs gibt. Die Liste, die wir bekamen ist vor einem Jahr zuletzt überarbeitet worden, entnehme ich dem Datum. Da könnte ja doch was geschehen sein. Und weil ich mich einfach nicht so gut auskenne in der Szene, dachte ich an die Schulbibliotheken. Denn da weiß ich aus Erfahrung mehr. Nun suchte ich heute wirklich intensiv. Doch…….Das gibt es nicht.

Zuerst hielt ich es für ein Problem meines Nichtwissens. Obwohl ich für meine alten Tage recht tapfer beim Suchen und Finden bin, war da kein Ergebnis. Erst durch Berichte/Kommentare von Tagungen aus dem Ausland (zum Beispiel:Toronto) dämmerte es mir: Das gibt es nicht.

Außer: Herr Schlamp mit seinem basedow-blog. Er hält die Fahne hoch für das Thema Schulbibliothek.

Basedow1764’s


Solltest Du zufällig den Artikel lesen und von einem weiteren Schulbibliotheksblog wissen, dann bitte schreibe es mir.

Der Tigerprinz

Ja, das Buch ist nicht unbekannt. Wie ich es heute vorstellen möchte, bestimmt schon.

Bekommen wir aus den fünften Klassen unsere Leseförderkinder, dann muss es einen Einstieg geben. Die Kinder sind in der Regel nicht glücklich, denn sie sind ja wegen eines Mankos da. Und, sie sollen auch noch vorlesen. Brrrr. Wer mag das schon. Nun ist es unklug, fremde Texte vorlesen zu lassen. Geübt sollten sie sein. Das geht nun nicht in dieser Situation.

Wir lösen dies so auf, in dem wir mit einem Bilderbuch beginnen. „Der Tigerprinz“ und ebenso „Han Gan“ und „Junger Adler“ werden zwar für ein Alter ab fünf angegeben, doch das ist Unsinn. Diese Bücher sind gerade für Größere bestens geeignet, denn  die Bilder, die auf Seide gemalt sind, sind sehr intensiv. Alle drei Bücher sind gegen den Krieg gerichtet, gegen Unterdrückung und sie machen den Kummer, der dadurch entsteht fühlbar.                         tigerpr-ai

Nach einer Einführung in die Leseförderung und einem Gespräch, auf das ich jetzt nicht eingehe, starten wir mit einem dieser Bilderbücher aus dem Moritzverlag. In einer kleinen Gruppe mit vielleicht drei/vier SchülerInnen sitzen wir zusammen und bestaunen den Buchumschlag. Dann erzählen die Kinder, was sie sehen. Damit haben wir sie schon einmal bei uns und der Geschichte. Für das weitere Vorgehen werden die Kinder eingeteilt. Der/die Erste beschreibt das Bild, die/der Zweite liest den wenigen Text und der/die Dritte fasst zusammen. Das geht reihum, so dass alle mal mit lesen, mal mit beschreiben oder zusammenfassen dran kommen. Schon bei der Bildbeschreibung, die einigen Kindern extrem schwer fällt, wird die Frage ausgelöst, ob denn auch das nun so kommt, wie es das bildbeschreibende Kind vorgeschlagen hat. Und die Frage ist gut, denn was wir da alles zu hören bekommen ist genial-nur oft nicht das, was uns weiterhilft. Dadurch wird es wichtig, den Text zu lesen. Und meist ist das Schlimmste damit schon überstanden. Da es wenige Worte gibt, haben fast alle den Mut es zu probieren. Das dritte Kind erzählt nun, was wirklich auf diesen angeschauten und gelesenen Seiten vorgekommen ist. Die nächste Seite wird auf…….

Während der Bildbeschreibung forschen wir nach dem Wortschatz, den eingesetzten Adjektiven, Sprachfehlern oder Sehproblemen. Das Lesen des kurzen Textes kann schon etwas aussagen, doch bekommen die Kinder das noch recht gut hin. Sicher erkennen wir schon die typischen Dreher mit ei und ie, b-d……..Das dritte Kind zeigt, ob es zugehört hat, eigene Worte finden kann und hilft dem, der gerade gelesen hat durch seine Zusammenfassung. Denn das ist ja so anstrengend und aufregend, dass man ja gar nicht sicher weiß, was man da gelesen hat. So arbeiten wir uns durch das Buch und die Erzählung hindurch. Am Ende können wir die Kinder nach ihrem Leistungsvermögen  einteilen und aufteilen und wir wissen etwas über die Struktur zwischen ihnen.

Wie es dann weitergeht, schreibe ich ein anderes Mal.

Hier kommen nun noch ein paar Links. Zum Einen ein Link zum Buch im Moritzverlag. Leider ist es uns nie geglückt mehr als ein paar nette Worte mit dem Moritzverlag zu wechseln. Auf der Buchmesse habe ich nicht nur einmal versucht, von unserer Arbeit etwas mitzuteilen. Es interessiert niemanden. Für uns sind der Tigerprinz, Han Gan und junger Adler wichtige Bücher. Unsere Starter. Das neueste Buch aus dieser Reihe gefällt mir nicht mehr.

Dann kommt noch eine Rezension aus der Lesebar in Köln, die mal etwas anders gehalten ist als das Übliche.

Und zum Schluss habe ich einen Vorschlag aus dem Netz mitgebracht, wie in einer Klasse damit gearbeitet werden kann. Versteht mich jetzt nicht falsch. In diesem Vorschlag wird gezeigt, wie man pädagogisch sinnvoll mit dem Buch umgehen kann. Wir erleben es jedesmal mit unseren Kindern. Klar, wir machen eine andere Arbeit.

Der erste Platz

Aus irgendeiner Idee heraus suchte ich über Suchmaschinen nach dem Wort „Schulbibliothek“.

Es gibt Listen, in denen Suchmaschinen aufgereiht stehen und eine davon wählte ich aus. Dem ersten Eintrag galt mein Interesse.

Doppelte Nennungen ließ ich weg und nun kommen elf 1. Positionen:

Schulbibliothek ? Wikipedia

Software: PS-BIBLIO fuer die Buecherei

Schulbibliothek.at (Büchereiverband Österreichs, Wien, Josefstadt)

LAG Schulbibliotheken in Hessen e.V.

www.schulmediothek.de – Das Portal rund um das Thema

Bibliotheksportal: Schulbibliotheken

Schulbibliothek – bei Adonso suchen…Finden Sie Angebote und vergleichen Sie

BiblioMaker Das Bibliothekssystem für Schulen, Gemeinden und….

Bibliotheken Service für Schulen: START

Erste Ergebnisse der Recherche zu Schulbibliotheken in Berlin 2008 ...

www.bibliothek-binningen.ch SCHULBIBLIOTHEK

Klickt man sich nun durch, dann findet man die unterschiedlichsten Inhalte. Das Erste ist ein „Übersichtsartikel“ zum Thema. Ich diskutiere jetzt nicht die Ausrichtung. 🙂

Nach dem Softwareangebot kommen die Österreicher. Die sind eben wirklich vorn! Die LAG aus Hessen ist präsent. Dann ist vielleicht wichtig, dass man die Positionen, in der die eigene Seite erscheint mit Geld beeinflussen kann. Wie z.B: bei web.de. Dort ist es die Mediothek, die an erster Stelle erscheint.

Es folgt das Berliner Bibliotheksportal. Der nächste Eintrag ist etwas lustig, denn er ändert sich öfter (Adono). Die Schweizer kommen mit ihrer Seite als nächste, dann die Ministeriumsseite, eine Auswertung der Recherche zu den Schulbibliotheken in Berlin und als letztes erscheint eine Schweizer Schulbibliothek.

Das waren nun alles erste Plätze von der jeweiligen Suchmaschine, die ich einfach dem Alphabet nach angeklickt hatte . Fehlt da nicht die ein oder andere wichtige Institution?

Wie wichtig ist die Präsenz im Internet?


Mein Ärgernis der Woche

Gerade noch habe ich die Unabhängigkeit als einen wichtigen Bestandteil für eine Schulbibliothek im Blog von Basedow betontMeine Frage. Und nun ereilt uns genau diese Fragestellung selbst. Wir sind ein gutes Team aus recht gleichwertigen Mitarbeitern/innen. Angebunden über eine Lehrerin an die Schule. Sie ermöglicht uns den Rahmen, in dem wir unsere Kreativität und unsere zuverlässige Arbeit entfalten können. Was nicht heißt, dass diese Lehrerin unsere Chefin ist. Denn die haben wir nicht. Bisher jedenfalls. Eine Ansprechpartnerin für offizielle Kontakte ist sie schon, doch im Alltag für uns eher selten zu sehen. Nach einer Anfangsphase, in der Struktur sich erst entwickeln musste, bildeten wir Tagesteams heraus. Tagesteam heißt, dass man an diesem Tag zuständig ist für das, was in der BIB geschieht. Von der Vernetzung her fehlt dann ein koordinierendes Glied. Wie halten die Tagesteams den Kontakt zur gemeinsamen Einheit? Das brachte Verwirrung und auch manches böses Blut. Nach einer Diskussion erkannten wir, dass sich die Arbeitsbedingungen geändert hatten und Koordination unabdingbar wurde.

Nun, nach einem Jahr, stehen wir vor dem Problem, dass die Koordinatorin und Lehrerin sich für die Bibliotheksleiterin hält.

Was macht denn eine Bibliotheksleitung aus? Was gehört alles dazu? Welche Bereiche müssen abgedeckt werden, damit in einem solchen System „Chef-Untergebene“ alles rund läuft? Welche Persönlichkeit ist erforderlich, um solche Positionen auszufüllen? Und ganz wichtig in unserem Fall: Wie oft ist man anwesend?

In unserer Schulbibliothek arbeiten wir nach der Devise: Jeder darf soviel tun, wie er will. 🙂 Und jeder macht das, was er/sie kann. Das läuft ganz gut, denn Arbeit, die wir nicht erledigen, wird nicht von anderen gemacht. Also überlegen wir uns was wir machen müssen und tun das dann. Was uns permanent weiterqualifiziert. Durch einen Chef gibt es Hierarchien, die natürlich systemimmanent eingehalten werden müssen. Das blockiert das Engagement. Denn nun gibt es nicht mehr „alle“, die man von einer Idee begeistert und sich abstimmt. Nun gibt es jemanden, der gefragt sein will. Der Erlaubnis erteilt, Verbote ausspricht. Der/die sich in Arbeit einmischt und Inhalte festlegt.

Was treibt jemanden dazu, so eine Position an sich reißen zu wollen? Zumal, wo der Laden doch super läuft?

Ich weiß es nicht!

Und ich weiß auch nicht, was wir dagegen tun können. Meine erste Reaktion war-systemimmanent- alles an zusätzlicher Arbeit einzustellen. So ist das also, wenn Hierarchie zuschlägt.