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Rasputin

Monika Flügel, Autorin und

Monika Flügel, Autorin und Susanne Sommer-Fartmann, Illustration

Inspiriert vom Filzlesezeichen „Leseratte“ ist in Gemeinschaftsarbeit mit dem Verlag Edition LesArt das Buch „Rasputin, die Leseratte“ entstanden. Neugierig auf ein rattenspannendes, rattenherzliches und rattenlustiges Abenteuer?

Inhalt:

Rasputin ist eine ganz besondere Ratte. Er sieht nicht nur anders aus als seine Rattengeschwister, seine Ratteneltern und seine Rattengroßeltern, er hat auch eine außergewöhnliche Vorliebe – Geschichten! Geschichten, gedruckt auf Papier, gedruckt in Büchern. Doch an geschriebene Geschichten zu kommen ist gar nicht so einfach. Jetzt kann man sich natürlich wundern. Was soll eine junge Ratte wie Rasputin denn mit Geschichten in Büchern anfangen? Ratten können doch gar nicht lesen! Na ja, wer weiß, vielleicht enthüllt das Buch ja ein wunderbares Geheimnis? Ein wenig soll schon verraten werden:

Rasputin lebt mit seiner Familie in einem Keller unter einem Menschenhaus. Und jede Donnerstagnacht wandert die gesamte Familie zur nächsten Restmülltonne, um dort nach Fressen zu stöbern. Als einziger der Rattenschar aber ist Rasputin nicht an den vielen Leckereien interessiert, die dort zu finden sind. Er sucht stattdessen nach Geschichten. Und tatsächlich, eines Nachts findet er einen wunderbaren Schatz zwischen all dem Abfall – ein dickes, rotes, wunderschönes Buch. So eine Freude! Kurz darauf erfährt er auch noch, dass ihn ein fast unglaubliches Geheimnis umgibt… Außerdem ist da noch das Menschenmädchen Marie… Und sein Leben verändert sich völlig…

Zielgruppe:

Am häufigsten schauen noch ziemlich junge Leser hinter den Seiten des Buches hervor. Meistens sind sie zwischen 4 und 11 Jahren alt. Aber selbstverständlich kann man dort auch deutlich ältere Schmökerer entdecken. Der älteste bisher bekannte zählt weit über 80 Jahre.

  • Autorin: Monika Flügel
  • Illustration: Susanne Sommer-Fartmann
  • Verlag: Edition LesArt
  • Leseratten und Bücherwürmer vom Farbenzauber (Link bei Links)

    Leseratten und Bücherwürmer vom Farbenzauber (Link bei Links)

Schulanfang

Schulanfang und ich gehe gerade etwas unter.

Also keine Artikel mehr, die von Haselnüssen oder Zucchini berichten. Die nächste erwähnenswerte Erntemenge sind die Feigen und die warten zum Glück noch ein wenig. Erst im September werden sie reif. Ein wunderbarer Abschluss für die Ernte im Garten. Sie kann man einfach vom Strauch/Baum wegessen. Hmm!

Bald ist es soweit:unsere Feigen werden reif.

Bald ist es soweit:unsere Feigen werden reif.

Da die Einschulung gestern Nachmittag war, hatten die Kleinen heute schon den ersten richtigen Schultag und wuselten herum. Es hat eine Klasse geschafft, an diesem ersten Tag eine Schulbibliotheksrallye mitzumachen. Das ist ein neuer Rekord.

Melde mich wieder, wenn es dazu Zeit gibt. So long 🙂

Anerkennung

Nach dem neuen Hessischen Bildungs-und Erziehungsplan ist die Leseförderung, die wir an unserer Schule anbieten genau im Trend. Die Vernetzung, die sich an unserem Lernort widerspiegelt, ist ein Element im sozialen Prozess zwischen Erwachsenen und Kindern. Wir bieten einen Baustein am gemeinsamen sozialen Prozess im kulturellen Kontext.

Aus dem Flyer für den Hessischen Bildungs-und Erziehungsplanes:

Der Bildungs- und Erziehungsplan für Kinder von 0 bis 10 Jahren

Die Hessische Landesregierung hat sich der Bedeutung der frühen Bildung von Kindern mit ihrer Forderung „Bildung von Anfang an“ im Regierungsprogramm angenommen. Sie hat einen Bildungs- und Erziehungsplan für Kinder von 0 bis 10 Jahren erstellt, der seit Beginn des Schuljahres 2008/2009 durch das Hessische Kultusministerium und das Hessische Ministerium für Arbeit, Familie und Gesundheit implementiert wird.

Zielsetzung

Jedes Kind in Hessen soll möglichst früh, möglichst optimal und nachhaltig gefördert werden“, dies ist das erklärte Ziel der Hessischen Landesregierung.
Der Bildungs- und Erziehungsplan nimmt die besonders lernintensive Altersspanne von 0 bis 10 Jahren in den Blick und stellt das Kind in den Mittelpunkt aller Überlegungen und nicht mehr die Institution. Die gemeinsame Erarbeitung und Herausgabe eines Bildungs- und Erziehungsplans durch das Hessische Ministerium für Arbeit, Familie und Gesundheit und das Hessische Kultusministerium unterstreicht den Institutionen übergreifenden Aspekt.

Konzeptionsgrundlage

Nationale wie internationale Debatten über eine Neubewertung früher Bildung haben in den vergangenen Jahren dazu geführt, sich verstärkt der kindlichen Entwicklung und Bildung in den ersten zehn Jahren zu widmen.
Unter Berücksichtigung neuester Forschungsergebnisse – aus der Entwicklungspsychologie, den Neurowissenschaften und der Erziehungswissenschaft – ist es Hessen gelungen, als erstes Bundesland einen Bildungs- und Erziehungsplan für die gesamte Altersspanne von 0 bis 10 Jahren zu erstellen und den Elementar- und Primarbereich besser miteinander zu verzahnen.

Entwicklung

Der im Jahr 2005 erstellte Planentwurf wurde in Kooperation mit Bayern vom Bayerischen Staatsinstitut für Frühpädagogik (IFP) in München unter der Leitung von Herrn Prof. Dr. Dr. Dr. Fthenakis, Universität Bozen, erarbeitet und basiert auf dem Bayerischen Bildungs- und Erziehungsplan für die Altersspanne von 3 bis 6 Jahren.
Nach Abschluss einer eineinhalbjährigen Erprobungsphase an rund 370 Modelleinrichtungen des Elementar- und Primarbereichs in Hessen und der wissenschaftlichen Auswertung wurde der überarbeitete Bildungs- und Erziehungsplan im Januar 2008 der Fachpraxis übergeben.

Umsetzung

Ab dem Kindergarten-/Schuljahr 2008/2009 wird der Plan sukzessive in Kindertageseinrichtungen, Grundschulen und möglichst vielen weiteren Lernorten des Elementar- und Primarbereichs umgesetzt. Die Zusammenarbeit aller an der Bildung und Erziehung der Kinder Beteiligten wird künftig zum festen Bestandteil pädagogischer Arbeit. Nicht zuletzt den Familien als erstem und umfassendem Lernort kommt eine besondere Bedeutung zu. Ein wesentlicher Aspekt ist daher auch die partnerschaftliche Einbindung der Eltern.
Basierend auf den Erkenntnissen der Praxiserprobung haben die beiden Ministerien ein umfassendes Implementierungskonzept zum Bildungs- und Erziehungsplan aufgelegt. Es umfasst- neben der Information und der Bereitstellung verschiedener Materialien – ein langfristig angelegtes Qualifizierungskonzept für alle rund 50.000 Fach, Lehr- und Leitungskräfte des Elementar- und Primarbereiches, einschließlich der Tagespflegepersonen.

Ja, bei uns steht eindeutig das Kind im Mittelpunkt. Ab diesem Schuljahr arbeiten wir 1:1. Ein Kind-Ein Erwachsener.


Gefuchst

Mich fuchste im Artikel der TAZ, dass Herr Füller die Förderung von Analphabeten der Förderung von Kindern gegenüberstellte. Es wird dem Thema nicht gerecht. Und es ist sehr gut, wenn sich an allen zuständigen Stellen weitaus mehr darum gekümmert wird, als es bisher der Fall ist.

2008 konnte ich in Leipzig auf der Buchmesse einem interessanten Podiumsgespräch zuhören, in dem eine Gruppe Wissenschaftler und jemand aus dem Bereich der Jugendarbeit in Dresden, sowie ein Vertreter der IHK in Dresden über ihre Arbeit berichteten. Wie limitiert sie sei, und wie wichtig, denn es gab keine genauen Zahlen darüber, wie viele Analphabeten denn in Sachsen lebten. Mit dieser Studie und den Hilfestellungen für funktionale Analphabeten waren die Sachsen damals Vorreiter. Ich denke, dass sie es immer noch sind. Viel konnte ich aus dem Bericht mitnehmen.

Eines möchte ich erwähnen: Die Jugendlichen, die Lesen und Schreiben in der Schule nicht gelernt haben, werden sich keine erneute Blöße geben. Sie können vorerst nicht erreicht werden und schlagen sich durchs Leben, bis sie selber wieder Kinder haben. Dann haben sie eine erneute Motivation und nehmen an Kursen teil. Bitte, dass ist jetzt viel zu kurz! Doch führt es in dieses Themenfeld ein. Hier sehen wir auch die Verbindung zu den Kindern wieder. Diesen Menschen müssen Kurse angeboten werden, die Ihnen gerecht werden und zum entsprechenden Zeitpunkt. Es wirkt dann direkt auf deren Kinder weiter.

Wir haben auf der Suche nach Literatur für unsere SchülerInnen auf der Frankfurter Buchmesse gesucht. Dabei stolperten wir über die Hefte: „Ein Kreuz mit der Schrift“ aus dem Klettverlag, herausgegeben zusammen mit F.A.N.

Neben einem engagierten Gespräch mit den Autoren dieser Hefte, ehemalige Analphabeten, haben wir für einige unserer Schüler genau das Richtige gefunden.

Sebastiaos Geschichte aus dem Klettverlag

Klettverlag

Großschrift

Sätze, die immer wieder vorne anfangen. (Da können die Augen sich nicht so leicht verirren.)

Kurze Sätze

Sätze mit einer Sprache, die aus der Welt der SchülerInnen ist.

Themen, die aus deren Interessenfeld kommen. (Fussball, Jobs, Kinder, nicht lesen zu können)

…………..

Das kann doch jeder- aus dem Klettverlag

Klettverlag

Es ist keine hohe Literatur. Doch lesen wir ein Buch ganz fertig. (Motivation)

Die SchülerInnen leihen sie sich aus und wollen wissen, wie es weiter geht.

Diese Bücher machen keine  Angst vor dem Lesen.

Ein Zitat:

Oh, so schreibt man „Manager“! (ABC ole´)

Ein anderes:

Ja, so geht es meiner Mutter auch. ( Das kann doch jeder.)

Sollten Sie auf den Buchmessen diese Menschen stehen sehen, schauen Sie sich deren Hefte an. Das große Heft über Politik in Deutschland, in dem alle aktuellen Begriffe erklärt werden, lässt sich wunderbar für die Arbeit in Schulen verwenden.

Politik in Deutschland aus dem Klettverlag

Klettverlag

Fragwuerdig

Stoppen oder gar verhindern kann ich den Wahnsinn nicht mit meinem Artikel. Aber vielleicht einmal meine Meinung dazu sagen?

Wir haben gelernt, dass der Bestand einer Bibliothek aktuell und auf die Bedürfnisse der LeserInnen ausgerichtet sein soll. Bücher, besser Medien, die nie ausgeliehen werden, stehen herum und sind totes Kapital. Bei der Makulatur finden wir Romane, Sachbücher, die einen hohen Anspruch haben. Gut gemeint und begründet war diese Anschaffung, leider: Nie ausgeliehen!

Wovor immer wieder gewarnt wird und das zu Recht, ist gebrauchte Bücherspenden anzunehmen und womöglich noch in die Regale zu räumen. Bücherspenden gehören in den Flohmarkt, den wir jedes Jahr zum Schulfest beisteuern.   –Gedankensprung–Flohmarkt von joachim_s_mueller

Nun regt sich Christian Füller in der TAZ darüber auf, dass der Parlamentarische Staatssekretär (im Bumi) Storm nichts über die, von der Stiftung Lesen initiierte Bücherausgabe „Lesestart“ weiß. Die hat nämlich wieder begonnen, 250 000 Bücherpakete an Schulanfänger auszuteilen, um so das Lesen zu fördern. Herr Füller kritisiert, dass sich unsere Regierung an dieser Bücherverteilung nicht beteiligt. Warum sollte sich die Regierung bei einer fragwürdigen Aktion zur Lesemotivation engagieren? Und warum (im Artikel) stellt es Herr Füller, der eben so wichtigen Arbeit an den über 10% erwachsenen Analphabeten gegenüber?

Für mich sind diese Bücherübergaben reine Makulatur und diese TAZ-Diskussion scheinheilig. Wirklich gute und hilfreiche Leseförderung kostet viel mehr Geld. Warum fragt er nicht danach? Diese Bücher werden so gießkannenmäßig über die Kinder ausgeschüttet. Doch ob sie je gelesen werden, ist fraglich. Es ist wieder nur etwas für die Medien, den Buchhandel und immerhin für die Autoren. Schade, dass es keine Untersuchung darüber gibt, ob diese Pakete einen Effekt auf die Lesekompetenz haben. Ich weiß aber jetzt schon wo sie landen werden: Auf dem Flohmarkt im Herbst.

Wir bekamen zum zweiten Mal aus der Aktion „Medienpakete für Frankfurter Schulen“ eine wertvolle Zusammenstellung. Das erste Paket war zum Thema Gewalt: Bücher gegen Gewalt

Und das zweite Medienpaket hieß: 20 Jahre Mauerfall – Jugendromane über die Wendezeit

Gewiss ist das eine wirklich gute Idee und viel ist dazu noch zu sagen. Wir haben diese Bücher in unserer BiB an erster Stelle platziert, Werbung gemacht und alle darauf hin gewiesen. Leider werden sie bisher eher nicht angenommen. Und wir werden sie, so meine Befürchtung, irgendwann einmal ungenutzt makulieren.book waste von urbanwild


Sosu

Während der „Tigerprinz“ und „Han Gan“ unsere Starter in der Leseförderung sind, folgt zum Beispiel Sosu von Meshak Asare mit etwas mehr Text.

Sosu erfüllt so viele Ansprüche an ein Buch, dass ich es gerne hier vorstelle.

Nur mit einem bin ich nicht einverstanden! Das ist der deutsche Titel. Er ist so schrecklich pädagogisch, dass er bestimmt mögliche begeisterte Leser abschreckt.010.177.529

Wir blieben aber dabei und sind jedesmal von der Vielfältigkeit dieses Buches überzeugt. Sosu lebt in Afrika an der Küste. Mit der ersten Seite arbeiten wir uns in die Lebensbedingungen der Dorfbewohner ein und denken ganz zwangsläufig, dass das alles lange her sein muss. Ein Dorf lebt vom Fischfang, vom Gemüseanbau und den Produkten aus der Lagune, die sie auf dem Markt verkaufen.

In diesem Dorf lebt Sosu. Er kann nicht laufen. Ob es Kinderlähmung war? Wir werden es nicht erfahren. Was wir erfahren, ist die Ablehnung, die der Junge aus dem Dorf heraus erfährt. Zum einen ist es Aberglaube. Darüber können wir fast unendlich mit den SchülerInnen reden. Alle wissen nach einem kurzen Tipp, was das wohl sein kann. Und dass der Aberglaube aus Angst entsteht.

Da in unserer Schule Rollifahrer unterwegs sind, gibt es einen Bezug zum Alltag. In einigen Klassen wird im Unterricht ein Projekt durchgeführt, in dem die, die laufen können auch einen Rolli bekommen und dann im Einkaufszentrum (angeblich dem größten Deutschlands) etwas einkaufen müssen. Hinterher wissen alle, wie ein Rolli umfällt, was man besser nicht macht und wie schwer es ist, damit den Alltag zu bewältigen. Schon allein dadurch, dass die Barrierefreiheit eben nicht besteht. Zusätzliche und unnötige Anforderungen durch Gedankenlosigkeit entstehen.

Sosu sitzt Tag für Tag vor der Hütte. Nur Mittags, wenn seine Geschwister aus der Schule kommen, bereitet er das Essen für sie alle und er lernt, was er kann mit.51XJ82GQ8FL._SS500_

Ich erzähle nun nicht, wie es weitergeht. Doch im letzten Bild kommen die Kameramänner und die Journalisten in das Dorf, um ihn bei seiner Ehrung zu filmen. Er bekommt einen Rolli und die Strasse zur Hütte wird planiert, damit er zur Schule „gehen“ kann. Sie haben alle etwas begriffen. Auch Sosu! Dass ein Junge auch ohne Beine ein wichtiger Mensch für alle ist.

Das allein reichte schon aus, um es mit den Kindern zu lesen. Es kommen Begriffe vor, über die wir uns verständigen müssen. Wir tauschen uns über die Werte aus, die die Charaktere zu ihrem Handeln bringen. Wir erleben einen Hauch andere Sprache, den die Übersetzung erhalten konnte und sind am Ende gleichzeitig in Afrika und hier.

Der Text, der hier schon mal über eine halbe Seite hinaus gehen kann, ist begleitet von Bildern, die eine Menge erklären. Und so steht die Bildbeschreibung wieder an erster Stelle. Es ist kein Buch, das schwer zu lesen ist. Doch für unsere Menschlein hart genug.

Sosu hat eine Menge Auszeichnungen bekommen. Ich finde zu Recht!


Der Tigerprinz

Ja, das Buch ist nicht unbekannt. Wie ich es heute vorstellen möchte, bestimmt schon.

Bekommen wir aus den fünften Klassen unsere Leseförderkinder, dann muss es einen Einstieg geben. Die Kinder sind in der Regel nicht glücklich, denn sie sind ja wegen eines Mankos da. Und, sie sollen auch noch vorlesen. Brrrr. Wer mag das schon. Nun ist es unklug, fremde Texte vorlesen zu lassen. Geübt sollten sie sein. Das geht nun nicht in dieser Situation.

Wir lösen dies so auf, in dem wir mit einem Bilderbuch beginnen. „Der Tigerprinz“ und ebenso „Han Gan“ und „Junger Adler“ werden zwar für ein Alter ab fünf angegeben, doch das ist Unsinn. Diese Bücher sind gerade für Größere bestens geeignet, denn  die Bilder, die auf Seide gemalt sind, sind sehr intensiv. Alle drei Bücher sind gegen den Krieg gerichtet, gegen Unterdrückung und sie machen den Kummer, der dadurch entsteht fühlbar.                         tigerpr-ai

Nach einer Einführung in die Leseförderung und einem Gespräch, auf das ich jetzt nicht eingehe, starten wir mit einem dieser Bilderbücher aus dem Moritzverlag. In einer kleinen Gruppe mit vielleicht drei/vier SchülerInnen sitzen wir zusammen und bestaunen den Buchumschlag. Dann erzählen die Kinder, was sie sehen. Damit haben wir sie schon einmal bei uns und der Geschichte. Für das weitere Vorgehen werden die Kinder eingeteilt. Der/die Erste beschreibt das Bild, die/der Zweite liest den wenigen Text und der/die Dritte fasst zusammen. Das geht reihum, so dass alle mal mit lesen, mal mit beschreiben oder zusammenfassen dran kommen. Schon bei der Bildbeschreibung, die einigen Kindern extrem schwer fällt, wird die Frage ausgelöst, ob denn auch das nun so kommt, wie es das bildbeschreibende Kind vorgeschlagen hat. Und die Frage ist gut, denn was wir da alles zu hören bekommen ist genial-nur oft nicht das, was uns weiterhilft. Dadurch wird es wichtig, den Text zu lesen. Und meist ist das Schlimmste damit schon überstanden. Da es wenige Worte gibt, haben fast alle den Mut es zu probieren. Das dritte Kind erzählt nun, was wirklich auf diesen angeschauten und gelesenen Seiten vorgekommen ist. Die nächste Seite wird auf…….

Während der Bildbeschreibung forschen wir nach dem Wortschatz, den eingesetzten Adjektiven, Sprachfehlern oder Sehproblemen. Das Lesen des kurzen Textes kann schon etwas aussagen, doch bekommen die Kinder das noch recht gut hin. Sicher erkennen wir schon die typischen Dreher mit ei und ie, b-d……..Das dritte Kind zeigt, ob es zugehört hat, eigene Worte finden kann und hilft dem, der gerade gelesen hat durch seine Zusammenfassung. Denn das ist ja so anstrengend und aufregend, dass man ja gar nicht sicher weiß, was man da gelesen hat. So arbeiten wir uns durch das Buch und die Erzählung hindurch. Am Ende können wir die Kinder nach ihrem Leistungsvermögen  einteilen und aufteilen und wir wissen etwas über die Struktur zwischen ihnen.

Wie es dann weitergeht, schreibe ich ein anderes Mal.

Hier kommen nun noch ein paar Links. Zum Einen ein Link zum Buch im Moritzverlag. Leider ist es uns nie geglückt mehr als ein paar nette Worte mit dem Moritzverlag zu wechseln. Auf der Buchmesse habe ich nicht nur einmal versucht, von unserer Arbeit etwas mitzuteilen. Es interessiert niemanden. Für uns sind der Tigerprinz, Han Gan und junger Adler wichtige Bücher. Unsere Starter. Das neueste Buch aus dieser Reihe gefällt mir nicht mehr.

Dann kommt noch eine Rezension aus der Lesebar in Köln, die mal etwas anders gehalten ist als das Übliche.

Und zum Schluss habe ich einen Vorschlag aus dem Netz mitgebracht, wie in einer Klasse damit gearbeitet werden kann. Versteht mich jetzt nicht falsch. In diesem Vorschlag wird gezeigt, wie man pädagogisch sinnvoll mit dem Buch umgehen kann. Wir erleben es jedesmal mit unseren Kindern. Klar, wir machen eine andere Arbeit.

Gebrauchsanweisung

Nicht alle, die keine Bücher lesen, lesen gar nicht. Sie lesen anderes. Na Zeitungen bestimmt nicht und auch keine e-books. Und doch gibt es etwas, was gerade die Jungs interessiert.

Ich habe da eine Interaktive Gebrauchsanweisung gefunden auf einer Seite eines Österreichischen Energieversorgungsunternehmens, die sich für einen Einsatz in der Leseförderung eignet. Ein Schalter soll zusammengebaut werden aus den einfachsten Mitteln und dabei werden die Worterkennung und das Lesen geübt. Die Seite bietet noch mehr. 🙂

Bewegung

Welche Geräte erzeugen aus Strom hauptsächlich Bewegung?

Energiesparen

Wieviel Strom verbrauchen die einzelnen Geräte?

Gefahren

Strom kann auch gefährlich sein!

Glühlampe

Aus diesen Bauteilen besteht eine Glühlampe!

Glühlampe + Batterie

Sind diese Lämpchen richtig angeschlossen?

Kurzschluss

Findest Du alle Kurzschlüsse?

Leben

Welche Gegenstände funktionieren ohne Strom?

Leiter

Welche Materialien können Strom leiten?

Licht

Welche Geräte erzeugen aus Strom hauptsächlich Licht?

Schalter

Wir bauen einen einfachen Schalter

Stromkreis

Aus welchen Bauteilen besteht ein Stromkreis?

Wir möchten den Schalter bauen und da die Seite interaktiv ist, muss man sie selber ausprobieren. Die Materialien bekommen die SchülerInnen erst, wenn’s Bernche auf dem Bildschirm brennt.

Viel Spaß dabei

Im nächsten Schuljahr möchten wir mit den Kindern etwas einfaches kochen. Nach Rezept natürlich.

🙂 🙂 🙂 hm

Mein Lieblingsbuch

Mein Lieblingsbuch in der Leseförderung ist das Buch: „Ein Tag mit Picasso

mein Lieblingsbuch Susanne Pfleger ist es gelungen ein informatives Buch  über Picasso zu schreiben, das einen Einblick in sein  Leben und seine Werke sowie seinen Charakter bietet.  Wenn beschrieben wird, wie er morgens nicht aus dem Bett kommt und alles tut -was verrate ich nicht- um  weiterschlafen zu können, dann staunen die Kinder  nicht schlecht.

Esmeralda die Ziege darf durch das ganze Haus gehen, weil Picasso sie liebt. Er hat eine besondere Beziehung zu Tieren und zur Musik. Feste gefallen ihm und Stierkämpfe. Während man etwas über sein Leben liest, werden die verschiedenen Stilrichtungen seiner Kunst in die Seiten integriert. Manchmal sind die Hintergründe der Seiten Fotos. Das kubistische Bild seines Verlegers regt uns immer wieder an zu suchen, was denn da wohl zu sehen sein könnte. So arbeiten wir uns ganz nebenbei durch die französischen und spanischen Namen.

Waren die Kinder am Anfang skeptisch, sind sie nach der ersten Seite interessiert, nach der zweiten wollen sie wissen , wie es weitergeht. Dann suchen wir in der Skulptur der Äffin nach den Autos von Claude und staunen über die Skizzen vom Stierkampf.

Besondere Anforderungen ergeben sich dadurch, dass die Hintergründe des Textes selten einfarbig sind. Das erschwert das Sehen. Wir lassen uns dann davon nicht aus der Ruhe bringen und erkennen, wodurch Lesen eben beeinflusst wird. Ein Glücksgriff ist dieses Buch.

Schaut mal

Sommerbild

Sommerbild

So sieht der Sommer aus!

Das bekam ich von einer Schülerin heute geschenkt. Mir gefällt es. Und mir sagt es auch was. Denn dieses Kind konnte so vieles nicht, was es jetzt kann. Hurra!!!!!!

Ich starte in die Ferien mit vielen Anmeldungen für das neue Schuljahr. Es wird in gut sechs Wochen weitergehen mit 29 schon jetzt angemeldeten SchülerInnen für unsere Leseförderung.

Wusstet ihr, dass wir unsere Schützlinge aus dem Unterricht heraus bekommen? Das ist heute keine Frage mehr. Früher wussten alle nicht, wie sie es einschätzen sollen. Können die was und hilft es wirklich? Heute zweifele ich mehr als die Fachlehrer, die sich ihrer Sache sicher sind.

Und für das neue Schuljahr ist alles vorbereitet. Am Anfang gibt es für alle Fünften eine Bibliothekseinführung. Dort kommen nur halbe Klassen, was bedeutet, dass wir 16 !!! mal eine Einführung veranstalten.

Jetzt ist aber Schluss mit Schule.

Morgen gibt es die Zeugnisse, dann alles wegpacken und nicht mehr daran denken.