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Leseförderung für Jungen

Heute fahre ich zu einer Fortbildung.

Es ist etwas viel los momentan bei mir.

Bei der Vorbereitung auf diese drei Tage suchte ich nach den Vortragenden im Netz. Und siehe da, schon fand ich wieder einen Text, den ich nur weiterempfehlen kann. Frau Professor Garbe hat in einem Interview wieder ein paar Dinge gesagt, die mir so nicht klar waren oder besser gesagt, jetzt kann ich für meine „inneren“ Thesen jemanden zitieren.

Wie wunderbar, dass ich diesen Artikel, jedem, der ihn denn anschauen möchte über den Link bei delicious zur Verfügung stellen kann. Klar, wenn ich ihn im Blog hier verlinke, geht das auch. Also hier steht die Zusammenfassung des Interviews.

„Jungen lieben Erfolgserlebnisse“ ist der Titel und deutet schon an, in welche Richtung wir denken können. Computerspiele bieten genau das. Bewältigbare Aufgaben, die einen konkreten Erfolg bringen.

cc by Joachim S. Müller by flickr

Wunsch nach doppeltem Erfolg cc by Joachim S. Müller by flickr

Darf ich Sie auf die These noch einmal hinweisen, dass in Deutschland Erfolg und Leistung weit auseinanderklaffen.

Jeder kennt genug Fälle, wo unfähige Manager/Chefs den Erfolg ernten, aber nichts leisten. Und Leistung gefordert wird vor allem von denen, die keinen Erfolg haben können. Wie zum Beispiel Hartz IV- Empfänger, Arbeitslose oder Schüler…..

Ich denke, dass nicht nur Jungen einen schnellen Erfolg sehen möchten, doch fällt mir das in den Leseförderstunden auch auf. Einheiten, die hinterher mit einem sichtbaren Erfolg enden, werden bessere Stunden.

Wie kann man das für die SchülerInnen organisieren? Eine spannende Frage. Ich werde versuchen, auf der Fortbildung mehr darüber zu erfahren. Und natürlich selber nachdenken und in der Praxis ausprobieren. Mit einem autistischen Jungen habe ich wie selbstverständlich genauso gearbeitet. Manchmal hilft die Arbeit mit Kindern, die nicht der „Norm“ entsprechen, schneller auf die Sprünge.

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Ein ganz schlauer Kerl

Bis in die 6. Klasse hat er es geschafft. Die Noten waren durch die Rechtschreibung nicht so gut, doch schlecht war er nicht. Er war sogar so gut, dass er sich durchmogeln konnte. Und nun stellt sich in der Diagnose heraus, was nicht so recht klappen will.

Wieso wird das nicht früher erkannt?

Wir tippten auf eine Sehschwäche. Wie kann ein so wissendes Kind einen Text nicht lesen?

Mit verschiedenen Schriften, Schriftgrößen und Schriftarten haben wir es probiert. Kein System war erkennbar. Eine LRS war es garantiert nicht.

Also dachten wir eben an eine Wahrnehmungsstörung. Da kommen zuerst die Augen in Betracht. Na, nun wissen wir es ja. Er kann die Buchstaben nicht zu Worten zusammenziehen. Besser, nicht sicher. Im Englischunterricht ist er dann auffällig geworden, weil er seine Unfähigkeit sich zuschrieb und verzweifelte. Es war ein Aufschrei. Und er führte zum Erfolg, weil wir alle zusammenarbeiteten. Eine ganz wichtige Erkenntnis ist für mich: Glaube dem Kind und glaube an das Kind.

Gericault Theodore 1819-20 Portrait eines Jungen mit langem blonden Haar cc by wikimedia

Gericault Theodore 1819-20 Portrait eines Jungen mit langem blonden Haar cc by wikimedia

Leseförderung

Cornelia Rosebrock und Daniel Nix: Grundlagen der Lesedidaktik und der systematischen schulischen Leseförderung.

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Ich werde dieses Buch nun ganz durcharbeiten, nachdem ich neulich auf einer Fortbildung Frau Professorin Dr. Rosebrock  kennenlernen konnte.

Schon in der Einleitung fallen Worte, von denen ich einige zitieren möchte.

Und ich möchte noch einmal betonen, dass es nicht die Kinder sind, die eben aus Faulheit nicht lesen. Die Faktoren sind so vielfältig. Es wird noch einiges zu forschen sein.

„Lesen ist in einer Informationsgesellschaft und Wissenskultur das elementare Medium des Lernens. Die Digitalisierung schmälert diese Bedeutung der Lektüre für den Einzelnen nicht, im Gegenteil wirkt sie beschleunigend und intensivierend auf die Prozesse der gesellschaftlichen Produktion und Verteilung von Wissen ein.“ S.7

Und jetzt ein Gedanke, der uns zu Denken geben sollte (Mit einem schönen Gruß an die TAZ oder überhaupt das Bildungsbürgertum, das nur sich selbst im Blick hat):

„Zugleich wurde und wird die Funktion des Lesens in der Geschichte des Schulwesens in Deutschland traditionell weniger im Lernen und stärker im Erwerb von Belesenheit gesehen, in der Aneignung von Welt-,Kultur-und Menschenkenntnis vor allem im Medium der schönen Literatur. Entsprechend gibt es im Anschluss an die Grundschule keinen eigenen Leseunterricht mehr.“S.7

Aha, nach der Grundschule sollen also alle soviel lesen können, dass sie von nun an sich Texte selbständig erarbeiten können. Haben Sie nicht auch noch hinterher Hilfe benötigt?

„Man kann mit Pisa von einem Viertel der Schülerschaft ausgehen, deren Lesefähigkeiten nicht ausreichend sind, um in der gegenwärtigen >>Informationsgesellschaft<< zu bestehen.“ S.8

Das haben wir in der Phantastischen Bilbliothek auch zu Hören bekommen. Ein Viertel unserer Kinder kann nicht ausreichend lesen. Und, es wird ihnen nicht beigebracht.

Ich finde das einen Hammer!


Rasputin

Monika Flügel, Autorin und

Monika Flügel, Autorin und Susanne Sommer-Fartmann, Illustration

Inspiriert vom Filzlesezeichen „Leseratte“ ist in Gemeinschaftsarbeit mit dem Verlag Edition LesArt das Buch „Rasputin, die Leseratte“ entstanden. Neugierig auf ein rattenspannendes, rattenherzliches und rattenlustiges Abenteuer?

Inhalt:

Rasputin ist eine ganz besondere Ratte. Er sieht nicht nur anders aus als seine Rattengeschwister, seine Ratteneltern und seine Rattengroßeltern, er hat auch eine außergewöhnliche Vorliebe – Geschichten! Geschichten, gedruckt auf Papier, gedruckt in Büchern. Doch an geschriebene Geschichten zu kommen ist gar nicht so einfach. Jetzt kann man sich natürlich wundern. Was soll eine junge Ratte wie Rasputin denn mit Geschichten in Büchern anfangen? Ratten können doch gar nicht lesen! Na ja, wer weiß, vielleicht enthüllt das Buch ja ein wunderbares Geheimnis? Ein wenig soll schon verraten werden:

Rasputin lebt mit seiner Familie in einem Keller unter einem Menschenhaus. Und jede Donnerstagnacht wandert die gesamte Familie zur nächsten Restmülltonne, um dort nach Fressen zu stöbern. Als einziger der Rattenschar aber ist Rasputin nicht an den vielen Leckereien interessiert, die dort zu finden sind. Er sucht stattdessen nach Geschichten. Und tatsächlich, eines Nachts findet er einen wunderbaren Schatz zwischen all dem Abfall – ein dickes, rotes, wunderschönes Buch. So eine Freude! Kurz darauf erfährt er auch noch, dass ihn ein fast unglaubliches Geheimnis umgibt… Außerdem ist da noch das Menschenmädchen Marie… Und sein Leben verändert sich völlig…

Zielgruppe:

Am häufigsten schauen noch ziemlich junge Leser hinter den Seiten des Buches hervor. Meistens sind sie zwischen 4 und 11 Jahren alt. Aber selbstverständlich kann man dort auch deutlich ältere Schmökerer entdecken. Der älteste bisher bekannte zählt weit über 80 Jahre.

  • Autorin: Monika Flügel
  • Illustration: Susanne Sommer-Fartmann
  • Verlag: Edition LesArt
  • Leseratten und Bücherwürmer vom Farbenzauber (Link bei Links)

    Leseratten und Bücherwürmer vom Farbenzauber (Link bei Links)

Schulanfang

Schulanfang und ich gehe gerade etwas unter.

Also keine Artikel mehr, die von Haselnüssen oder Zucchini berichten. Die nächste erwähnenswerte Erntemenge sind die Feigen und die warten zum Glück noch ein wenig. Erst im September werden sie reif. Ein wunderbarer Abschluss für die Ernte im Garten. Sie kann man einfach vom Strauch/Baum wegessen. Hmm!

Bald ist es soweit:unsere Feigen werden reif.

Bald ist es soweit:unsere Feigen werden reif.

Da die Einschulung gestern Nachmittag war, hatten die Kleinen heute schon den ersten richtigen Schultag und wuselten herum. Es hat eine Klasse geschafft, an diesem ersten Tag eine Schulbibliotheksrallye mitzumachen. Das ist ein neuer Rekord.

Melde mich wieder, wenn es dazu Zeit gibt. So long 🙂

Anerkennung

Nach dem neuen Hessischen Bildungs-und Erziehungsplan ist die Leseförderung, die wir an unserer Schule anbieten genau im Trend. Die Vernetzung, die sich an unserem Lernort widerspiegelt, ist ein Element im sozialen Prozess zwischen Erwachsenen und Kindern. Wir bieten einen Baustein am gemeinsamen sozialen Prozess im kulturellen Kontext.

Aus dem Flyer für den Hessischen Bildungs-und Erziehungsplanes:

Der Bildungs- und Erziehungsplan für Kinder von 0 bis 10 Jahren

Die Hessische Landesregierung hat sich der Bedeutung der frühen Bildung von Kindern mit ihrer Forderung „Bildung von Anfang an“ im Regierungsprogramm angenommen. Sie hat einen Bildungs- und Erziehungsplan für Kinder von 0 bis 10 Jahren erstellt, der seit Beginn des Schuljahres 2008/2009 durch das Hessische Kultusministerium und das Hessische Ministerium für Arbeit, Familie und Gesundheit implementiert wird.

Zielsetzung

Jedes Kind in Hessen soll möglichst früh, möglichst optimal und nachhaltig gefördert werden“, dies ist das erklärte Ziel der Hessischen Landesregierung.
Der Bildungs- und Erziehungsplan nimmt die besonders lernintensive Altersspanne von 0 bis 10 Jahren in den Blick und stellt das Kind in den Mittelpunkt aller Überlegungen und nicht mehr die Institution. Die gemeinsame Erarbeitung und Herausgabe eines Bildungs- und Erziehungsplans durch das Hessische Ministerium für Arbeit, Familie und Gesundheit und das Hessische Kultusministerium unterstreicht den Institutionen übergreifenden Aspekt.

Konzeptionsgrundlage

Nationale wie internationale Debatten über eine Neubewertung früher Bildung haben in den vergangenen Jahren dazu geführt, sich verstärkt der kindlichen Entwicklung und Bildung in den ersten zehn Jahren zu widmen.
Unter Berücksichtigung neuester Forschungsergebnisse – aus der Entwicklungspsychologie, den Neurowissenschaften und der Erziehungswissenschaft – ist es Hessen gelungen, als erstes Bundesland einen Bildungs- und Erziehungsplan für die gesamte Altersspanne von 0 bis 10 Jahren zu erstellen und den Elementar- und Primarbereich besser miteinander zu verzahnen.

Entwicklung

Der im Jahr 2005 erstellte Planentwurf wurde in Kooperation mit Bayern vom Bayerischen Staatsinstitut für Frühpädagogik (IFP) in München unter der Leitung von Herrn Prof. Dr. Dr. Dr. Fthenakis, Universität Bozen, erarbeitet und basiert auf dem Bayerischen Bildungs- und Erziehungsplan für die Altersspanne von 3 bis 6 Jahren.
Nach Abschluss einer eineinhalbjährigen Erprobungsphase an rund 370 Modelleinrichtungen des Elementar- und Primarbereichs in Hessen und der wissenschaftlichen Auswertung wurde der überarbeitete Bildungs- und Erziehungsplan im Januar 2008 der Fachpraxis übergeben.

Umsetzung

Ab dem Kindergarten-/Schuljahr 2008/2009 wird der Plan sukzessive in Kindertageseinrichtungen, Grundschulen und möglichst vielen weiteren Lernorten des Elementar- und Primarbereichs umgesetzt. Die Zusammenarbeit aller an der Bildung und Erziehung der Kinder Beteiligten wird künftig zum festen Bestandteil pädagogischer Arbeit. Nicht zuletzt den Familien als erstem und umfassendem Lernort kommt eine besondere Bedeutung zu. Ein wesentlicher Aspekt ist daher auch die partnerschaftliche Einbindung der Eltern.
Basierend auf den Erkenntnissen der Praxiserprobung haben die beiden Ministerien ein umfassendes Implementierungskonzept zum Bildungs- und Erziehungsplan aufgelegt. Es umfasst- neben der Information und der Bereitstellung verschiedener Materialien – ein langfristig angelegtes Qualifizierungskonzept für alle rund 50.000 Fach, Lehr- und Leitungskräfte des Elementar- und Primarbereiches, einschließlich der Tagespflegepersonen.

Ja, bei uns steht eindeutig das Kind im Mittelpunkt. Ab diesem Schuljahr arbeiten wir 1:1. Ein Kind-Ein Erwachsener.


Gefuchst

Mich fuchste im Artikel der TAZ, dass Herr Füller die Förderung von Analphabeten der Förderung von Kindern gegenüberstellte. Es wird dem Thema nicht gerecht. Und es ist sehr gut, wenn sich an allen zuständigen Stellen weitaus mehr darum gekümmert wird, als es bisher der Fall ist.

2008 konnte ich in Leipzig auf der Buchmesse einem interessanten Podiumsgespräch zuhören, in dem eine Gruppe Wissenschaftler und jemand aus dem Bereich der Jugendarbeit in Dresden, sowie ein Vertreter der IHK in Dresden über ihre Arbeit berichteten. Wie limitiert sie sei, und wie wichtig, denn es gab keine genauen Zahlen darüber, wie viele Analphabeten denn in Sachsen lebten. Mit dieser Studie und den Hilfestellungen für funktionale Analphabeten waren die Sachsen damals Vorreiter. Ich denke, dass sie es immer noch sind. Viel konnte ich aus dem Bericht mitnehmen.

Eines möchte ich erwähnen: Die Jugendlichen, die Lesen und Schreiben in der Schule nicht gelernt haben, werden sich keine erneute Blöße geben. Sie können vorerst nicht erreicht werden und schlagen sich durchs Leben, bis sie selber wieder Kinder haben. Dann haben sie eine erneute Motivation und nehmen an Kursen teil. Bitte, dass ist jetzt viel zu kurz! Doch führt es in dieses Themenfeld ein. Hier sehen wir auch die Verbindung zu den Kindern wieder. Diesen Menschen müssen Kurse angeboten werden, die Ihnen gerecht werden und zum entsprechenden Zeitpunkt. Es wirkt dann direkt auf deren Kinder weiter.

Wir haben auf der Suche nach Literatur für unsere SchülerInnen auf der Frankfurter Buchmesse gesucht. Dabei stolperten wir über die Hefte: „Ein Kreuz mit der Schrift“ aus dem Klettverlag, herausgegeben zusammen mit F.A.N.

Neben einem engagierten Gespräch mit den Autoren dieser Hefte, ehemalige Analphabeten, haben wir für einige unserer Schüler genau das Richtige gefunden.

Sebastiaos Geschichte aus dem Klettverlag

Klettverlag

Großschrift

Sätze, die immer wieder vorne anfangen. (Da können die Augen sich nicht so leicht verirren.)

Kurze Sätze

Sätze mit einer Sprache, die aus der Welt der SchülerInnen ist.

Themen, die aus deren Interessenfeld kommen. (Fussball, Jobs, Kinder, nicht lesen zu können)

…………..

Das kann doch jeder- aus dem Klettverlag

Klettverlag

Es ist keine hohe Literatur. Doch lesen wir ein Buch ganz fertig. (Motivation)

Die SchülerInnen leihen sie sich aus und wollen wissen, wie es weiter geht.

Diese Bücher machen keine  Angst vor dem Lesen.

Ein Zitat:

Oh, so schreibt man „Manager“! (ABC ole´)

Ein anderes:

Ja, so geht es meiner Mutter auch. ( Das kann doch jeder.)

Sollten Sie auf den Buchmessen diese Menschen stehen sehen, schauen Sie sich deren Hefte an. Das große Heft über Politik in Deutschland, in dem alle aktuellen Begriffe erklärt werden, lässt sich wunderbar für die Arbeit in Schulen verwenden.

Politik in Deutschland aus dem Klettverlag

Klettverlag