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Bad Soden – Ein kleiner Herbstausflug

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Einen kleinen Ausflug in den schönen Herbst am Fuße des Taunus hatte ich vor. Dabei fuhr ich durch Bad Soden und fast war ich wieder draußen, denn auf der Durchfahrtsstrasse sieht man gar nichts reizvolles, da entdeckte ich die Parkstrasse. Einmal hineingefunden öffnete sich mir etwas ganz besonderes. Das habe ich in den Fotos festgehalten.

Es gibt einen kleinen Hügel auf den ich natürlich kletterte. Dort oben gab es noch letzte Sonne, denn nun kommt ein Regengebiet und der unfreundlichere Herbst beginnt. Das ist über dem alten Kurpark. In diesem Park sind wunderbare alte Bäume und drei Heilquellen, die man nur einatmen sollte, da sie wirklich stark „gewürzt“ sind mit Schwefel und Salzen. Hilft garantiert gegen Atemwegserkrankungen.

Der neue Quellenpark liegt auf der anderen Seite der Hauptverkehrsstrasse und führt durch ein Baugebiet mit vielen verwinkelten Häuschen. Dabei stieß ich auf den Brunnen, der sich verstellen lässt. An einer Figur habe ich es mal vorgeführt. So etwas gefällt mir natürlich. Weiter auf der Suche nach den nun trinkbaren Quellen wanderte ich weiter durch Parkanlagen. Dabei führte mich der Weg an das Hundertwasserhaus.

Ein schöner Ausflug

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Kein Theater

Mit der Mickey Maus durch die Stadt- ein Bühnenaccesoire.

Fast ist sie rum meine Zeit am Theater. Und mein Fazit ist: Auf keinen Fall finde ich dort eine Zukunft. Sicher fehlt mir das eine oder andere Wissen, doch das ist es nicht. Nein, mein Problem ist wieder einmal die Struktur. In einer wirklich krassen Hierarchie wird dort nach oben gelächelt und nach unten getreten. Das war nicht meine Vorstellung. Die Leute, die dort mitarbeiten halten diese Struktur mit ihrem Verhalten aufrecht. Geht das nicht anders?

Muss man anderen immer beweisen, dass man über ihnen steht? Es ist so unfruchtbar und so klein.

Ich habe nur durch Zufälle gute Anleitung bekommen. Ich habe mir alle Informationen gesucht. Wenn welche kamen, dann wurde mir gleich mitgeteilt, wie merkwürdig es doch sei, dass ich das nicht wisse. Und so weiter. Meine junge Kollegin hat das Handtuch geschmissen. Ich konnte sie verstehen. Das Doofe ist, dass ich viel mehr hätte erreichen können, wenn sich mal jemand ernsthaft die Zeit genommen hätte mich einzuweisen. Gestern reiste ich zwischen den Werkstätten hin und her, weil die Verantwortlichen sich nicht absprechen konnten. Warum? Selbst nach der ersten Reise hin und her haben sie mir nicht erklärt, worum es überhaupt geht und mir damit die Möglichkeit genommen, es bestmöglich zu klären. Nein, sie schimpfen alle übereinander, weil die Arbeiten nicht in ihrem Sinne ausgeführt werden. Was für eine Zeitverschwendung! Da finde ich kein Plätzchen für mich.

Es gab gute Momente. Während der Proben, die ich leider eher selten besuchen konnte. Zu sehen, wie jedesmal ein Szene sich verändert, weil die SchauspielerInnen sie anders angehen. Sehr spannend. Wie schwierig Kommunikation doch ist. Mit einer Nuance kommt eine andere Färbung hinein. Gute Momente gab es auch, wenn ich mal was vernünftiges tun konnte. Und ich konnte neue Materialien ausprobieren. Das hat mir schon gefallen.

Lasiert und lackiert fahre ich Hölzchen durch die Gegend auf denen, wie auf der Bühne, gekritzelt wurde.

Der Druck, der schon bei den Arbeitsvertragsverhandlungen beginnt, setzt sich durch das ganze Haus fort. Schon dort wird Loyalität zum Haus untergraben. Ich habe versucht mich nicht davon einlullen zu lassen und mein Verhalten den anderen gegenüber nicht anzupassen. Das fiel einigen positiv auf. Also ein interessantes Projekt, doch dafür bin ich mir zu Schade.

Carina Bargmann: Sayuri

Sayuri: Das zu schreiben war viel Arbeit und hat sicherlich auch Spaß gemacht.

Da muss es noch einen Folgeband geben. So ist zumindest das Ende aufgebaut.

Anfangs war mir gar nicht klar, wer wer ist und was das alles soll. Irgendwie wurde ich durch die Namen verwirrt(zwei japanische und sonst fantasievolle Namen aus der ganzen Welt). Es wird eine andere Welt als unsere beschrieben. Neben Fremdem gibt es auch Vergleichbares. Und die Menschen sind ein großer Teil dieser anderen Welt. Durch kleine Details wird versucht die Andersartigkeit beizubehalten. Zwei Monde oder Fabelwesen, andere Pflanzen. Für meinen Blickwinkel interessant ergeben sich zwei Strukturen in dieser Welt. Einmal gibt es die stark Hierarchische und zum anderen die spontane Arbeitsstruktur Gleichwertiger. Frau Bargmann hat den Roman als noch nicht Volljährige geschrieben. Sie ist mit den aktuellen Fragen um unsere Demokratie groß geworden und gibt die für mich auch in meinem Umfeld sichtbaren Antworten dieser Generation. Das finde ich spannend.

Ihre jugendlichen Helden leben in einem Stadtstaat, der ein Kaiserreich ist. Den Anspruch auf dieses Amt hat ein ganz bestimmter Mensch. Denn er kann etwas, was ihn/sie zum Retter der Gesellschaft macht. Es geht um Wasser. Daher kann dieses System auch gar nicht in Frage gestellt werden. Allerdings werden die Menschen schlecht „verwaltet“. Und da hagelt es Kritik, denn Teile der Gesellschaft werden vom Wichtigsten ausgeschlossen. Dafür gibt es keine wirklichen Argumente und so protestieren die Unterdrückten. Das tun sie nun ihrerseits nicht mit organisiertem Handeln. Es gibt in allen Stadtvierteln unabhängig handelnde Organisationen(Banden). Und die treffen sich, verbunden durch besonders angesehene Menschen an unterschiedlichen Orten. Ich würde es einem „flashmob“ gleichsetzen. Es gibt eine spontane Verabredung und alle Angesprochenen kommen dazu. Es werden Informationen ausgetauscht. Doch was jeder macht, entscheidet er selbst. Da können Gemeinschaftsaktionen herauskommen oder eben nicht. Darin soll dann die besondere Stärke liegen. Jeder macht das, was er kann.

Das geht dann auch mal schief. Und es wird gehandelt auch wenn man weiß, dass ein Teil der anderen nicht einverstanden ist. Es wird nicht um Einheit geworben oder gar Druck ausgeübt. Zum Glück haben unsere Helden immer die stärksten Anführer bei sich und können am besten argumentieren.

In der letzten großen Schlacht ist es notwendig sich zusammenzuschließen. Der Feind ist so offensichtlich überlegen. In diesem Falle ordnen sich alle einem gemeinsamen Plan unter. Das ist nur an dieser Stelle des Romanes so. Die Zentauren, die unseren Helden helfen sind wieder klar militärisch aufgestellt.

Organisationen, die zu einer Aktion aufrufen und eine festgelegte politische Position haben werden nicht als Option zum Handeln herangezogen. Das, denke ich, ist genau das, was heute Jugendliche über unseren Staatsaufbau empfinden. Organisationen werden in ihrer Struktur und der inhaltlichen Vorgabe als nicht sinnvoll für das eigene Handeln gesehen. Es entstehen neue Formen, wie bestimmte Gruppen sich zum gemeinsamen Handeln zusammenschließen. Und nur, weil man eine Aktion zusammentat, heißt es nichts über die Übereinstimmung in anderen Fragen. Diese Vorstellung über gesellschaftliche Aktivität hat Frau Bargmann schön in ihrem Roman verarbeitet. Ich bin gespannt, ob es sich auch in unserer Realität so entwickeln lässt. Es nimmt die gestiegene Individualität und die so unterschiedlichen Biographien besser auf.

Darüber habe ich mich gefreut in diesem Roman.

Es gibt auch Kleinigkeiten, die nicht so ganz stimmig sind. Das liegt, glaube ich, am Alter der Autorin und verschwindet irgendwann von allein. Auf Seite 417 beschreibt sie, wie Marje erstaunt wahrnimmt, wie schnell die Leute im zerstörten Minenlager beginnen sich einen neuen Lebensalltag zu organisieren und vermutet, dass sie über die traumatischen Erlebnisse hinweg gekommen sind. Das kann natürlich nicht sein. Doch das Überleben zu organisieren ist eben lebensnotwendig. Wem fällt so etwas im Text schon auf? Ich bin halt an dieser Stelle ins Grübeln gekommen und war draußen.

Egal, eine tolle Geschichte.

Sie steht und fällt

Die erste Ebene des Bühnenbildes kann ganz gar bespielt werden. So:

Die reinsten Akrobaten sind diese jungen Schauspieler

oder, wenn sie gefallen ist dann so:

Umgelegt ist es eine schiefe Ebene

Und dann kann das Ganze noch in Stimmung versetzt werden.

Ins rechte Licht gesetzt kommen immer andere Teile der Bühne in das Blickfeld

Es wird ein erheblicher Aufwand betrieben um dieses Bühnenbild zu ermöglichen. Es tauchen immer wieder Fragen auf. Wie kann man organisieren, dass die erste Ebene umfällt ohne, dass man groß jemanden sieht oder hört und trotzdem alles sicher ist. Lustig ist auch, was für Ideen zur Umsetzung so alles erdacht werden. Da wird mit Farbe, Gegenständen, Ausdrucksweisen experimentiert, dass es jedem Kind eine Freude wäre.

Start am Theater

Der Kollege räumt seinen Schreibtisch und geht. Meine Betreuerin hat gekündigt. Keine gute Ausgangslage.

Die Regie möchte nicht so viele Leute um sich herum haben, so dass kurzzeitig mein Einsatzgebiet in Frage steht. Auch nicht gut für einen hoffnungsvollen Anfang.

Besonderheiten

Viel Lauferei-Hinterherlauferei durch ein Labyrinth von Treppenhäusern und Gängen. Dann der erste Versuch, den Weg allein zu finden. Konnte mir Hilfe organisieren! So kam ich doch noch an.

Erste Kontakte mit einer Produktion. Alles ist neu. Was ist eigentlich mein Job? Fragen werden nicht gerne beantwortet. So stelle ich sie anderen. Ein Lichtblick: Andere auf meiner hierachisch gleichen Ebene sind freundlich. Bin ich in Japan? Nächste Woche gibt es noch mehr von meiner Art und so wird es ab da bunter und lebendiger.

Was ich zu tun bekomme, kriege ich hin. Modellbau, an Lesungen teilnehmen und dabei nicht stören, alles mitschreiben, was wichtig sein könnte für die Bildbühnenassistenz. Nachfragen in der Requisite, Material finden, Arbeitsablauf überlegen. Klappt.

Die erste Überlegung: Die Hierarchie ist ganz ausgeprägt. Das scheint viel Wartezeiten auszulösen. Hohe Personalkosten. Mal sehen, ob ich das später auch noch sage.

Kunst am Bau

Schöne Eindrücke gab es in den riesigen Werkstätten. Was da alles entsteht. Schnell hat ein Maler ein Bilderrätsel auf Holz gemalt: Welche Künstler sind hier gemeint? (Beuys,Hundertwasser,Neo Rauch) Nett!! Dann die erste Lesung eines Stückes. Klasse! Sitzen und zuhören. Ein anspruchsvoller Film: Synecdoche New York. Auch gut. Zuhören bei den Überlegungen zu Geräuschen rund um das Stück- viel Gelächter. Bauen am Modell mit für mich neuen Materialien. Neue Menschen, von denen einige nett sind.

Blumenbilder- es geht weiter im Garten

Wunderbar wie sich die Pflanzen gerade entwickeln.

Bei uns hinkt alles etwas hinterher. Und so stehen die Kirschen und Pflaumen und Birnen im Moment so herrlich in ihrer Pracht.

Spirea(?)- dieser honigsüß duftende Strauch

Ein Frühlingblüher im Gegenlicht (Wildtulpe?)

Lauter puschelige sonnengelbe Bommel hängen an diesem Strauch

Unsere riesige alte Süßkirsche-eine der letzten in der Gegend.

Die Pflaume

Die Birne

Das Vergissmeinicht darf nicht fehlen.

Eine Stachelbeerblüte-urig!

Erde an Raumstation--weiße Taubnessel

kriechender Günsel

Ich, Elias von Luca Bloom

Wenn ich mir die Rezensionen durchlese, die Jugendliche zu diesem Buch geschrieben haben, dann sind doch einige LeserInnen sehr zufrieden und ich sehe mich wieder eher am Rand stehen. Nach den ersten 30 Seiten wollte ich das Buch weglegen. Die Art und Weise, wie über Mädchen geredet und gedacht wird, hat mich sehr angestrengt.

Zum Glück sah ich in meinem Frust noch einmal nach den Rezensionen. Und hätte Ulf Cronenberg nicht eher begeistert über das Buch geschrieben, wäre es das Ende gewesen.

Doch durch die Beschreibung gab ich Herrn Bloom, der eine Frau ist noch eine Chance. Und wirklich: Ab der Mitte werden andere Worte benutzt, kommt wirkliche „Liebe“ und damit ein Wandel in der Ausdrucksweise hinein. So wie Elias innerlich in diese Liebe wächst, wächst auch dieser Roman und verbessert sich die Glaubwürdigkeit der verwendeten Sprache.

Am Anfang ist es kaum zu ertragen, wie mies sich Elias selber beurteilt. Auch die Beziehungen, die er führt sind absolut unbefriedigend. Nichts ist da, was ihn groß werden lässt. Dazu die abwertenden Bezeichnungen für Frauen wie „Sportlesbe“ für die in einer Frauen-WG lebenden Sportlehrerin. Nee!! Das fand ich zu dick aufgetragen vom Autor. Das mag ich auch nicht.

Der dramatische Höhepunkt ist das Zusammengeschlagenwerden durch einen ihm unbekannten Mann. Elias war von einer etwas älteren Frau verführt worden -also zwei Menschen möchten zusammen Sex erleben – und ihr Mann rächt sich an Elias dafür.(HÄ?) In der Öffentlichkeit wird Elias brutalst zusammengeschlagen und getreten. Niemand hilft. So ein Erlebnis löst bei den Opfern traumatische Erfahrungen aus an deren Folgen sie lange leiden.

Nicht so Elias. Er sagt auch noch, dass ihm das zu Recht geschehen wäre. (!!!!!!)

 

Wenn ich aus meinem Blickwinkel: „Wie spiegelt sich die Demokratie im aktuellen Jugendroman wider“ auf dieses Buch schaue, dann sieht es ganz mau aus. Alle Personen werden nicht ernst genommen, abgewertet. Das Ende lässt Elias zurück in einer Trauer, aus der man ihn nicht wachsen sehen kann. Ich verstehe den Wunsch von LeserInnen nach einem zweiten Teil. Was ist denn mit Elias geschehen? Das alles fehlt. Na klar kann man Bücher schreiben, die eine bestimmte Situation beschreiben und wie man sich darin fühlt. Für die positive Weiterentwicklung, hin zu einer besseren Welt dient dieser Roman nicht. Da ist nichts in den Charakteren, nichts in der Story, was man mitnimmt. Es ist eher wie eine Cola. Trinken und fertig.

Würde unsere Gesellschaft das Prinzip der unversehrten Intersubjektivität(*) achten und wir uns alle als gleichwertig anerkennen, dann gäbe es diesen Roman nicht. Insofern sagt er schon etwas über unsere „Demokratie“ aus.

 

 

(*) Verena Kast: Vom Sinn des Ärgers

Seite 205