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Suchst ’ne Therapie? 2 Bücher helfen dabei

Ein neues Bücheregal beherbergt die Bücher, die ich ab 60 lese. Nun ergab es sich, dass zwei, die ich mir nie gekauft hätte gemeinsam dort stehen.

Ein paar Anmerkungen kommen nun für die, die sich nach einer geeigneten Therapie umsehen und noch nicht so recht wissen. Es ist klar keine Empfehlung.

Gestalttherapie und Subjektive Medizin treffen im Regal aufeinander

Jorge Bucay „Komm, ich erzähl dir eine Geschichte“ und Dr. Peter Heinl zusammen mit Regula Dammring „Die Hieroglyphen des unbewussten Traumas“

Hier sind zwei Bücher, die man lesen kann ohne Wörterbuch und doch versteht. Jorge Bucay schreibt dieses Buch „Komm, ich erzähl dir eine Geschichte“ aus demselben Grund wie Dr. Peter Heinl „Die Hieroglyphen des unbewussten Traumas„. Was geschieht bei einer Therapie mit den Beteiligten und was kann das bringen? Und, um Selbsthilfe anzuregen und zu ermöglichen. Na, ob die beiden es so sehen würden? Ich sehe es so.

Jorge Bucay schreibt es 1999 und Peter Heinl bringt sein Buch 2019 heraus. Da sind zwanzig Jahre dazwischen. Und was gab das für eine Weiterentwicklung.!

Dabei weiß ich nichts davon, inwieweit das Buch von Peter Heinl überhaupt wahrgenommen wird von der Fachwelt. Ich wünschte es. Doch werden die Ansätze, die mit Intuition arbeiten oft nicht ernstgenommen. Meiner Meinung nach ist das die Zukunft.

Jorge Bucay versucht in diesem Buch eine Therapie zu zeigen, die sich über Geschichten dem Klienten vermittelt und natürlich durch ihn, der als Therapeut vorkommt. Aus der Sicht des Klienten wird erzählt in kleinen Kapiteln, die jeweils eine Therapiestunde wiedergeben. Dabei kommt der Therapeut manchmal nicht gut weg. Er wird der Dicke genannt, wohlgemerkt schreibt er da über sich selber. Und er hat so seine Eigenarten. Es kommt zu Konflikten zwischen beiden und es braucht ganz schön viel Zeit. Psychotherapie, Psychoanalyse und Gestalttherapie werden sich kurz gegenübergestellt um die Verortung zwischen den beiden früheren Therapieformen vorzunehmen. Das ist kurzweilig und man schwimmt hinterher nicht mehr so. Die Geschichten, die in jeder Stunde erzählt werden sind aus der Menschheitsgeschichte zusammengetragen. Einen Teil verstand ich sofort, andere noch nicht. Je nachdem, woran man nun arbeitet in sich.

Dr. Peter Heinl hat Regula Dammring 1999 gebeten ihre Therapieerfahrung bei ihm aufzuschreiben. 28 Jahre später liest sie sie noch einmal und zeigt uns, wie es denn weiterging. Dies ist der Teil 1. Das liest sich sehr gut. Sie nimmt einen mit, gerade weil sie nichts beabsichtigt außer die Erlebnisse festzuhalten. Wir nehmen teil. Dazu kommen die Konflikte, die sie mit ihrem Therapeuten hat und die zu einer Entwicklung führen. Das ist spannend und ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Schade, dass man von Peter Heinl nicht erfährt, wie er es gesehen hat. Natürlich schreibt er auch etwas dazu im 2. Teil, in dem er die Methodik beschreibt, mit der er wohl einzigartig auf dieser Welt arbeitet. Ich durfte ihn in einem Workshop erleben und kann es nur empfehlen. (Nur tiefenentspannt erträgt man die Pausen, die zwischen dem Handeln und Reden entstehen. Wer sich mit Intuition auskennt und weiß, dass sie ihren Raum braucht, der schätzt das. Andere werden nervös.) Es kommt eben ganz was anderes heraus, geht tiefer und bringt Themen ans Licht, die man über den Kopf nicht erreicht. Doch erfährt man eben nichts vergleichbares wie im Teil 1 seiner Klientin. Das hätte mir jetzt Spaß gemacht. Doch bleibt er da ganz klar Therapeut.

Beide Autoren sind dafür bekannt, dass sie über den Tellerrand der Disziplin schauen.  Etwas, was seit Jorge Bucay weitergegangen ist und Dr. Peter Heinl in ein besonderes Licht rückt. Hier schaut Zukunft hervor. Obwohl es um Vergangenes geht, das bearbeitet werden möchte.

Fazit: Jorge Bucay, ein Vielschreiber und Weltwissender gibt uns was für den Kopf in die Hand. Dr. Peter Heinl zeigt uns, wie tief wir gehen dürfen um richtig aufzuräumen.