Cannabis als Medizin

Gestern war der spannende Vortrag von Dr. Grotenhermen zum Thema Cannabis als Medikament mit über 120 TeilnehmerInnen in Frankfurt am Main.
Hier seine Webseite: http://dr-grotenhermen.de/carous/cannabis-und-cannabinoide/

Alle, auch unsere Dezernentin Frau Heilig lernte viel dazu.
Es gibt so viele Erkrankungen, in denen die Einnahme wohltuend bei der Schmerz-und Entzündungsreduzierung helfen kann. Wir waren erstaunt. Arthrose zählt dazu.

Da Cannabis so viel zu bieten hat, ist es auch schwer Studien anzufertigen, die über die vielen Einsatzgebiete aussagekräftig sind, denn da müsste man sehr sehr viel Geld investieren.

2016 wird ein erster Referentenentwurf in der Regierung diskutiert, der Verbesserungen bei der Verschreibung bieten könnte, wenn er denn so durchkäme. Dann dürfte der Arzt es ohne lange Beantragung verschreiben. Die meisten Patienten, gerade in der Palliativstation haben gar keine Zeit für diesen Quatsch, der zur Zeit 4 Monate dauert. Zudem dürften mehr Menschen es nutzen. Die Bezahlung bleibt bis auf Sativex erst einmal dem Patienten überlassen, was in der Regel nicht finanzierbar ist. Doch, so waren sich alle sicher, wird sich das ändern. Kanada und Israel schreiten seit Jahren voran mit gutem Erfolg. Und Opiate sind auch nicht billig und haben mehr Nebenwirkungen.

Selbst der Anbau in Deutschland soll organisiert werden, da bisher aus Holland und hoffentlich bald auch aus Kanada importiert wird. Es gibt große Engpässe.

Ein Schritt nach vorn könnte es werden.

Dr. Michael Schmidt aus der Beratungsprechstunde der Stadt Frankfurt ist Arzt in Bad Homburg und kann Cannabis verschreiben. https://www.frankfurt.de/sixcms/detail.php?id=3003&_ffmpar%5B_id_inhalt%5D=29408358

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Ein Spaziergang in Hofheim

Ungewöhnliche Baumriesen verzaubern einen ganzen Hang.

Ungewöhnliche Baumriesen verzaubern einen ganzen Hang.

Elefantöse Kiefern

Elefantöse Kiefern

Im Bild leider nicht festgehaltener Raum aus Baumriesen. Sehr besondere Stimmung

Im Bild leider nicht festgehaltener Raum aus Baumriesen. Sehr besondere Stimmung

Der Meisterturm, den ich trotz Höhenangst mit seinen 132 Stufen bestiegen habe.

Der Meisterturm, den ich trotz Höhenangst mit seinen 132 Stufen bestiegen habe.

Recht hoch schaute man heute gut. Frankfurt

Recht hoch schaute man heute gut. Frankfurt

Von oben sind diese Kastanien ungewöhnlich überschaubar

Von oben sind diese Kastanien ungewöhnlich überschaubar

Das, als wirkliches Landschaftsbild gefällt mir. Diese Struktur aus kleinen Hügeln-mit Dorf. Nicht zu glauben, dass wir im Rhein-Main-Gebiet sind.

Das, als wirkliches Landschaftsbild gefällt mir. Diese Struktur aus kleinen Hügeln-mit Dorf. Nicht zu glauben, dass wir im Rhein-Main-Gebiet sind.

Könnte mit Wasser gefüllt Tieren und Insekten gut tun

Könnte mit Wasser gefüllt Tieren und Insekten gut tun

Die kleine Wildtieranlage wird zum 30. 6. 15 geschlossen falls nicht noch ein Wunder geschieht. Die Stadt finanziert es nicht mehr. Der Förster, der nebenan wohnt und beste Arbeit macht, sollte es weiter tun können.

Die kleine Wildtieranlage wird zum nicht zum 30. 6. 15 geschlossen, denn es gibt eben doch Wunder: 

http://www.kreisblatt.de/lokales/main-taunus-kreis/Eine-Bank-mit-Blick-auf-Wildschwein-und-Co;art676,1677074

 

Ein alter Apfelbaum mit einer ungewöhnlichen Krone. Man könnte ein Baumhaus hineinsetzen, so groß ist das.

Ein alter Apfelbaum mit einer ungewöhnlichen Krone. Man könnte ein Baumhaus hineinsetzen, so groß ist das.

Da konnte ich nicht "nein" sagen. Frankfurt so hübsch präsentiert als Kleinod.

Da konnte ich nicht „nein“ sagen. Frankfurt so hübsch präsentiert als Kleinod.

SPD-Hessen pack ein

Aktuell vom 30.3.15 Eine Stellungnahme der Schülergruppe, die bei Blockupy dabei waren.

Was für ein wunderbarer offener Brief: Der Verleger Klaus Philipp Mertens wendet sich in einem offenen Brief an den Vorsitzenden der hessischen SPD, Thorsten Schäfer-Gümbel. Er tut mir so gut, weil nun jemand wunderbar ausformuliert, was ich seit Tagen denke.

(Offener Brief an Thorsten Schäfer-Gümbel Blockupy Frankfurt Der Verleger Klaus Philipp Mertens wendet sich in einem offenen Brief an den Vorsitzenden der hessischen SPD, Thorsten Schäfer-Gümbel.
Ein Nutzerbeitrag von bertamberg Von: Mertens & Medien_T-online [mailto:Mertens_und_Medien@t-online.de] Gesendet: Mittwoch, 25. März 2015 18:24 An: Schäfer-Gümbel, Thorsten – Fraktionsvorsitzender (HLT) Betreff: Ihre Äußerungen über Herrn Dr. Ulrich Wilken Klaus Philipp Mertens, Verleger Frankfurt a.M., den 25.03.2015

Offener Brief an Herrn Thorsten Schäfer-Gümbel Vorsitzender der SPD-Fraktion im Hessischen Landtag Schlossplatz 1 – 3 65183 Wiesbaden per-Mail: t.schaefer-guembel@ltg.hessen.de)

Ihre Äußerungen über Herrn Dr. Ulrich Wilken (Die Linke) in Verbindung mit den Ausschreitungen am Rande der Blockupy-Demonstration am 18. März 2015 in Frankfurt a.M.

Sehr geehrter Herr Schäfer-Gümbel, mit Ihren Äußerungen über Ulrich Wilken, den ich persönlich nicht kenne und dessen Partei ich nicht angehöre, haben Sie mir und vielen anderen Wählern der SPD, aber auch manchen Parteimitgliedern (z.B. meiner Ehefrau), signalisiert, dass Sie auf unsere Stimmen und unsere Unterstützung keinen Wert mehr legen.

Deswegen distanziere ich mich von Ihnen aus diesen Gründen: 1. Sie behaupten in demagogischer Weise, dass die Blockupy-Organisatoren und namentlich Ulrich Wilken die gewaltsamen Ausschreitungen am Vormittag des 18. März hätten verhindern können, obwohl die Demonstration erst für den Nachmittag und obendrein an anderer Stelle, auf dem Römerberg, angemeldet war. Tatsächlich befanden sich am Vormittag etwa vierzig Blockupy-Sympathisanten, zumeist Studierende der Johann Wolfgang Goethe-Universität, einige davon Juso-Mitglieder, zufällig im Bereich der Flößerbrücke und wurden Augenzeugen der Krawalle. Ihre Bemühungen, schlichtend einzugreifen, blieben erfolglos. Letzteres misslang auch aus sprachlichen Gründen, denn anscheinend handelte es sich bei den Randalierern überwiegend um eine Gruppe von mindestens Zweihundert Italienern. Da Sie mit Ihrer Rundum-Attacke auch diesen um eine friedliche Lösung bemühten jungen Menschen Komplizenschaft mit Chaoten vorwerfen, begründen Sie eine neue Dolchstoßlegende und gefährden den inneren Frieden der Bundesrepublik Deutschland. Wer so etwas tut, platziert sich abseits des demokratischen Sektors und darf nicht mehr auf die Stimmen von Demokraten hoffen.

2. Sie missachten mit Ihren Vorwürfen gegen Ulrich Wilken Artikel 8 des Grundgesetzes sowie die Bestimmungen des Versammlungsgesetzes, da Sie eine noch weitergehende, aber praktisch nicht durchführbare Verantwortung jener behaupten, die Demonstrationen organisieren und sie entsprechend den Vorschriften anmelden. Ihrer Forderung fehlt jedoch jegliche rechtliche Grundlage. Angemeldet war für den Nachmittag eine Demonstration auf dem Römerberg, die in einem Marsch zum Platz vor der Alten Oper ihr Ende finden sollte. Den Organisatoren einschließlich Herrn Wilken kann nicht nachgewiesen werden, dass sie im Rahmen ihrer Möglichkeiten nicht auf das Verbot aktiver und passiver Bewaffnung, das der Vermummung und das der Verletzung fremden Eigentums ausdrücklich hingewiesen hätten. Dass sie ihren Verpflichtungen nachgekommen waren, lässt sich allein dadurch beweisen, dass die angemeldete Versammlung gewaltfrei und weitestgehend störungsfrei verlief. Gewaltfrei verlief auch eine Demonstration des DGB am Mittag unmittelbar vor der Sperrzone um die EZB. Diese Demonstranten hatten, meinen Gewährsleuten zufolge, zu Beginn partiell Kontakt mit Randalierern; ihnen gelang aber auch nicht, was den Studierenden am Morgen und was den seit der Nacht bereitstehenden Polizisten schon nicht gelungen war. Deswegen verzerren Sie in übelster Weise die tatsächlichen Vorgänge und lasten die Verfehlungen einer Minderheit den Blockupy-Organisatoren, vorrangig Herrn Wilken, an; mutmaßlich, weil letzterer nicht in Ihr politisches Weltbild passt.
Ihre Forderung nach Distanzierung, auch dann, wenn eine solche wegen der Faktenlage unmöglich ist, erscheint mir wie die Haltung des Pilatus, der seine Hände in Unschuld wäscht, obwohl ihm die Zusammenhänge klar sind, klar sein müssen.

Der evangelische Theologe Dietrich Bonhoeffer, vom NS-Staat ermordet, sprach in seiner hinterlassenen Schrift „Nachfolge“ von der billigen Gnade als dem Todfeind der Menschheit (und der Kirche) und meinte damit die Gnade, die wir mit uns selbst haben, vor allem mit unserer Selbstgerechtigkeit, mit der wir uns allzu leichtfertig zum Richter über andere machen. Im konkreten Fall (also von EZB und Griechenland-Krise) hätte ich von Ihnen beispielsweise Demut erwartet angesichts der mittlerweile Hunderten von Toten in Griechenland, die wegen Hungers und wegen fehlender Medikamente in den Krankenhäusern gestorben sind oder die sich aus Verzweiflung das Leben genommen haben. Ihnen, den Opfern einer verfehlten Politik von EU, EZB und Weltbank, verlieh Blockupy eine Stimme. Eine Stimme, die Sie gemeinsam mit Ihren Verbündeten in CDU, Grünen und FDP zum Schweigen bringen wollen.
In das Weltbild aufgeklärter Bürger, die jahrzehntelang mit der SPD sympathisierten, zum Teil (noch) Mitglieder sind, passen Sie seit Ihrem unwürdigen Auftritt am 24. März 2015 im Hessischen Landtag definitiv nicht mehr. Für mich, und ich spreche hier für einige Tausend Multiplikatoren der Kulturszene, sind Sie und die SPD nicht mehr wählbar. Und das werde ich, das werden wir, auch überall deutlich machen.

Mit höflichem Gruß Klaus Philipp Mertens

P.S. Haben Sie sich bereits von der Zustimmung der SPD zu den Kriegsanleihen von 1914 distanziert? Immerhin hatten diese 18 Millionen Tote zur Folge. Oder von Gustav Noske, der 1918/19 auf demonstrierende Arbeiter schießen ließ?
Klaus Philipp Mertens Geschäftsführender Gesellschafter der Mertens & Medien Verlagsbuchhandel GmbH Tucholskystr.9 60598Frankfurt am Main Tel.(069) 61 99 35 98 Fax(069) 61 99 35 94
Hier der Originalartikel im Freitag https://www.freitag.de/autoren/bertamberg/offener-brief-an-thorsten-schaefer-guembel

Janine Wissler „Predigt zur Fastenzeit“

Den 6. Gottesdienst in der Fastenpredigtreihe hielt zum Thema “ Kirche in der Stadt-Gemeinde für den Stadtteil“ Frau Janine Wissler von den Linken in der Philippusgemeinde.

Sie war der überraschenden Einladung in die Kirche gerne gefolgt und hatte sich, so meine Idee dazu, zu einer politischen Ansprache  entschlossen, die die Verknüpfung von Politik mit der menschlichen Ebene im Riederwald verdeutlichen konnte. Gesellschaftliche Aspekte, die sich konkret im Stadtteil wiederfinden lassen und eventuell eine Gemeinsamkeit zur Kirche im konkreten Tun aufzeigen, waren ihre Inhalte.

Die Überschneidung von „Solidarität“ und Nächstenliebe“; das sich Einsetzen für den Menschen an erster Stelle in einer Gesellschaft, in der wir friedlich miteinander leben können. Bei den Linken das Kämpfen für bessere Lebensbedingungen auf dem Arbeitsmarkt und die caritative Arbeit und das Kirchenasyl in den Kirchen als gleiche Richtung.

Dazu fügte sie eine Reihe von Beispielen an, die wir nur zu gut kennen: Niedrigstlöhne, Arbeitslosigkeit, Altersarmut, fehlende gesellschaftliche Wertschätzung der sozialen Berufe,…

Das führte zum Thema Flüchtlinge und Fragida/Pegida. Frau Wissler betonte die ablehnende Haltung zu den menschenverachtenden Forderungen dieser Gruppierungen und verwies auf die gute Rede der Pröbstin Frau Scherle auf dem Römerberg.

Blockupy, ein Zusammenschluss vieler Gruppen, die die Finanzpolitik kritisieren und den Protest vor die EZB nach Frankfurt brachte, wurde durch die Gewaltbereiten geschadet.

Anstatt zu zeigen, dass der eigentliche Verlauf der Grenze zwischen oben und unten verläuft und nicht zwischen den Völkern (wie Griechen-Deutschen) wird nun über ganz anderes gestritten.

Humanitärer Krieg ist nicht möglich. Die Waffenlieferungen von Deutschland aus in die Welt sind zu stoppen.

Mit dem Wunsch nach Mut über das „perverse Wirtschaftssystem“ hinauszudenken und neues zu erkämpfen, wo eben der Mensch an erster Stelle steht in der Gesellschaft und wir in friedvollem Miteinander leben, endete ihre Ansprache.

Die Kirchenmusikerin spielte als Überraschung die Internationale als Orgelstück. Der Refrain wurde von einigen mitgesungen.

Predigten zur Fastenzeit

(Von mir: Die Demo, für die Herr Wilken den Kopf hinhalten muss, weil er sie angemeldet hat, ist mit ca. 20 000 Teilnehmern friedlich verlaufen. Ich war dabei und traf aus den Kirchen Teilnehmende auf dem Römer. Das scheint niemanden zu stören bei der Kritik an ihm.

Meine andere Position als die Frau Scherle zur Frage Asyl-Eiunwanderungsgesetz und kommt die Fremdenfeindlichkeit aus der Mitte der Gesellschaft, habe ich hier festgehalten: Frankfurt bleibt bunt http://wp.me/pzfou-FZ )

Johannes zu Eltz spendet Trost in der ev. Philippusgemeinde

Die nächste Predigt/ Ansprache/ Auslegung in der Fastenpredigtreihe der Philippuskirche hielt Dr. zu Eltz.

Nach dem kleinen Grußwort zur Einführung der Prodekane hier in Frankfurt erwartete ich mir eine humorige Ansprache und freute mich darauf. Da er sich aber exakt an die Themenstellung „Kirche in der Stadt-Gemeinde für den Stadtteil“ hielt, wurde daraus nichts.

Er zog uns mit wenigen Worten in den Prozess der katholischen Kirche hinein, der genau wie in der evangelischen Kirche die Zusammenfassung von Gemeinden bedeutet. Wenn ich alles richtig verstanden habe, dann kommt er zu einem ganz ähnlichen Schluss, wie der ev. Stadtdekan Dr. Knecht eine Woche zuvor: Die kleiner werdende Kirche wird sich nicht in kirchliche Zentren zurückziehen, sondern „vor Ort bleibt vor Ort“. Die unterste Ebene soll das tun, was sie selber leisten kann. Die nächste Ebene wird ihr die Arbeit nicht abnehmen, sondern sie dabei unterstützen. Was unten geht, soll auch von unten geklärt werden und es wird nicht von oben nach unten durchregiert.

Sein Ansatz begründet er aus dem (kath.) Subsidiaritätsprinzip, dem „Sprengschatz“. Ein Sozialprinzip mit politischer und gesellschaftlicher Bedeutung, dass die Selbstbestimmung auf der untersten Ebene erhalten möchte.

Gleichwohl sieht er, dass die 1000jährige Praxis nicht in kurzer Zeit verändert werden kann, zumal in der Katholischen Kirche ja immer weltumfassend gedacht und verändert wird. Er führt aus, welche Fragen von den Kirchenmitgliedern beim Prozess von den Gemeinden hin zur Großpfarrei sind. In Frankfurt werden aus 42 Gemeinden 9.

Die erste und meistgestellte Frage ist: Warum kann nicht alles so bleiben, wie es ist?

Weil es in Wirklichkeit schon lange nicht mehr so war. Die millieustarke Volkskirche gibt es gar nicht mehr.

Hin zur Kirche in der Stadt berichtet zu Eltz von dem Wort, das er Dr. Knecht zur Einführung gegeben hat: „Alles, was wir gemeinsam tun können, werden wir gemeinsam tun.“

Die klassische Aufteilung (ev.-kath.) ist für Menschen außerhalb der christlichen Kirchen nicht einsichtig. Nur eine Verständigung auf gemeinsamer Grundlage ist einleuchtend.

Alle, deren gemeinsames Zeugnis die Taufe ist, können über die weiteren Unterschiede ins Gespräch kommen. Ein Beispiel ist die Erwachsenentaufe, deren Aussagekraft von vielen aufgenommen wird und die zunimmt.

Soweit die Zusammenfassung von mir. Ich empfand diese Worte als sehr tröstlich in unserer Welt, die sich anlässlich kleinster Gründe spaltet und zu vernichten sucht. Einfach mal: Hier ist meine Hand, schlag ein und wir sehen gemeinsam weiter. DANKE

Nächste Woche auch sehr spannend: Janine Wissler

Predigten zur Fastenzeit

Klare politische Aussage von Dr. Knecht dem Ev. Stadtdekan zur Gemeindearbeit in Frankfurt

Gerade weil wir immer weniger sind, lasst euer Licht leuchten vor den Menschen in eurem Stadtteil!

Dieser einfach Satz sagt dann doch eine Menge aus. Und ich danke Pfarrer Dr. Balke, der mir hinterher mit seiner Sicht dazu weiter half.

Dr. Knecht, der evangelische Stadtdekan sprach in der Fastenpredigtreihe der Philippusgemeinde „Kirche in der Stadt-Gemeinde für den Stadtteil“ zum Thema Gemeindearbeit. Ich fasse das mal zusammen:

Ihr seid das Salz der Erde! Ihr seid das Licht der Welt! (Matthäus 5,13-16)

In Anbetracht der Zahlen, die zeigen, wie der Anteil an Christen in den Frankfurter Gemeinden schrumpft, ist diese Zusprechung von Jesus vielleicht etwas hochgegriffen?
Was kann man denn noch erreichen? Was sollte man tun? Es ist doch schon deprimierend, wenn man vergleicht was einmal war und was jetzt noch geht. Auch die große Kirche der Philipusgemeinde zeugt von einer früheren Gemeinde, die sie heute nicht mehr ist.
Das mag an den Auswirkungen der europäischen Aufklärung liegen wie auch an der Globalisierung. Beides erleben wir in der Stadt sehr deutlich.
Was kann die christliche Religion da überzeugendes zu sagen?
Die Menschen, die Jesus damals ansprach waren nicht die Machtvollen und Regierenden, sondern die Barmherzigen, die Verfolgten, die Sanftmütigen, die mit reinem Herzen den Frieden suchten (und heute als „Gutmenschen“ verächtlich gemacht werden). Sie sahen durch ihren Glauben im durchaus finsteren Dasein ein Licht aufgehen und bekamen eine positivere Haltung zum Leben.
Dieser andere Grundton kann zum Zentrum für die Gemeinde im Stadtteil werden.
Was tue ich für andere persönlich?
Nehme ich am Leben anderer teil? Besuche ich Kranke? Begleite ich Trauernde? Rede ich gutes gerade über die, über die schlecht geredet wird? Mache ich die Tür auf für die, die keine Wohnung haben?
Der gute Kontakt der eigenen Person mit anderen bedeutet dieses Licht, bedeutet das Salz.

Das bedeutet auch und das ist eben eine politische Aussage, dass ich vor Ort aktiv werde im Sinne der Menschen, die mit mir dort leben. Das kann um den Ausbau einer Autobahn genauso gehen, wie um ein Kinder-und Familienzentrum.
Klare Worte!

Predigten zur Fastenzeit

Der OB auf der Kanzel

Und wieder startet die Predigtreihe zur Fastenzeit in der Philippuskirche. Diesmal ist das Oberthema: „Kirche in der Stadt-Gemeinde für den Stadtteil“ Predigten zur Fastenzeit Den Auftakt machte unser aller OB Feldmann.

Und um gleich den Gag der Kirchenmusikerin vorweg zu nehmen: Sie spielte „Brüder zur Sonne zur Freiheit“ als Schlussstück arg verfremdet aber der OB erkannte es sofort. Es zauberte ein Lächeln in sein Gesicht. Ein besonderes Geschenk. Wir merkten zwar, dass wir es kennen, doch er musste uns erst darauf aufmerksam machen. Ich gestehe es zu meiner Schande.

Wer öfter mal eine Rede von Herrn Feldmann hört, der weiß ja schon, was er ansprechen wird. Später wird man über ihn sagen, dass er unermüdlich war, das für ihn Wichtige immer wieder anzusprechen. Das hat schon was, finde ich.
Was aber war nun das für diese Predigt vor der ev. Philippusgemeinde Spezifische? Zum Beginn sprach er von einer Veränderung der Lager. Früher waren die Kirchenleute spießig in den Augen der jungen Linken. Heute gelte die Aufteilung in „konservativ und rechts“ und „links und veränderungswillig“ nicht mehr. Überall, in allen Gruppierungen finden sich viele, die sich zynisch verhalten und aus Angst vor dem Nichterfolg lieber gar nichts erst tun. Diese zynische Haltung nennt der OB als die Gefahr von innen. Nun dürfe man sich über Verzagte nicht erheben, doch ein Bündnis derer, denen ihr Leben nicht egal ist, wäre ein Schritt voran zu einer anderen Welt. Die Aufgabe, zu mehr Nähe von Mensch zu Mensch anzunehmen und das nicht nur zu Weihnachten, würde er gerne an alle Menschen in Frankfurt weitergeben.

Er zitiert Böckenförde und geht auf die Bedeutung religiöser Gemeinschaften in einem säkularisiertem Staat ein. Böckenförde 2010:„Vom Staat her gedacht, braucht die freiheitliche Ordnung ein verbindendes Ethos, eine Art „Gemeinsinn“ bei denen, die in diesem Staat leben. Die Frage ist dann: Woraus speist sich dieses Ethos, das vom Staat weder erzwungen noch hoheitlich durchgesetzt werden kann? Man kann sagen: zunächst von der gelebten Kultur. Aber was sind die Faktoren und Elemente dieser Kultur? Da sind wir dann in der Tat bei Quellen wie Christentum, Aufklärung und Humanismus. Aber nicht automatisch bei jeder Religion.“ Der OB führt an, dass der demokratische Staat Freiheit schützen kann, jedoch der Einzelne sie leben muss. Was könnte denn ein tragfähiges Bündnis sein hier in Frankfurt? Er nennt da das Römerbergbündnis und den Rat der Religionen. Sie wären weiter, als nur zu reden. Im Verhältnis zu anderen Städten hätten die Organisationen, die zur Demo auf den Römer eingeladen hatten nicht gegen etwas gestimmt, sondern für etwas. Für Toleranz und Mitmenschlichkeit und ein Leben in der Stadt in Vielfalt.

Er geht auf eine Veranstaltung in der Gutleutkirche ein, die sich damit auseinandersetzte, ob die Finanzmärkte wir regulieren oder sie uns? Er nannte das Beispiel des Wohnungsmarktes, bei dem wir uns fragen müssen, ob wir ihn dem Markt überlassen wollen. Die Eröffnung der EZB, die Lage Griechenlands und Spaniens, als Themen, die nur scheinbar weit weg lägen mit wenig Platz für den Gemeinsinn. Sicher haben Werte wie Liebe, Treue, Freundschaft keinen Preis, doch halten sie unser Leben zusammen. Aus dem, woran er glaubt, schöpft er die Kraft jeden Tag diese Dinge wieder anzusprechen und er ist sich sicher, dass Glauben stärker ist als Angst. Angst würde die Hirne verkleben und Handeln verhindern. Glauben muss auch stärker sein als der Homo öconomicus.

Er sieht zwei Ansatzpunkte in der christlichen Haltung:
Die Vorstellung einer gerechten Weltordnung-und sie wenigstens in Ansätzen anzugehen.
Der Umgang mit den Folgen der Ungerechtigkeit–mit den Flüchtlingen in dieser Stadt.

Sicher war der Ursprung der Weltoffenheit in Frankfurt verknüpft mit dem Handel. Doch die Bereitschaft andere in ihrer Unterschiedlichkeit anzunehmen, hat allen etwas gebracht. Er findet „dulden“ und auch „tolerieren“ als nicht mehr ausreichend. Weil sie schnell wieder in Ablehnung und Hass umkippen können, aus denen die Grundlage für Krieg besteht. Nehmen wir uns die Freiheit uns für ein Miteinander einzusetzen nicht nur an drei Feiertagen im Jahr.

Dr. Fred Balke-Nagel, der Pfarrer der Gemeinde verwies auf die besondere Situation der Gemeinde und des Stadtteils Riederwald.

Für alle, die gerne Energiesparen in der Kirche: Wir hatten 18° und waren am Ende eiskalt. Und für diejenigen, die an dem kleinen Spiel mitmachen, nach der wievielten Minuten der OB in seinen Ansprachen beim Wohnungsbau angekommen ist: Es war diesmal die 16. Minute. Wie gesagt, ich finde ja, es hat was, dass er das so durchzieht.

 

Hier der Artikel aus dem Evangelischen Frankfurt