Archive for the ‘Reise’ Category

Schüttelrippe

Was wäre Stratford -upon-Avon ohne Shakespeare?  Die Besucher strömen zum Grab oder zu dem Haus oder einfach durch den Ort, um ein wenig diesem Schriftsteller näher zu kommen.

Wir natürlich auch! Und so gibt es dieses durch die Beine der vielen Besucher geschossene Foto von seinem Grab.

Shakesoeares Grab in der Kirche vor dem Altar

Im Park, der sich bald dem Parkplatz anschließt auf dem viele Fremde halten und in dem wirklich viel los ist, standen wir vor eindrucksvollen Bekannten aus Shakespeares Stücken.Es ist ein wenig wie in Weimar. Alles strahlt dort Goethe-hier Shakespeare aus. Der Ort ist für die vielen Touristen rausgeputzt und lebt zu einem Gutstück davon. Wir waren ja auch da. Doch hörten wir auch von einem Zweifel. War es überhaupt Shakespeare, der diese Stücke schrieb? Es gibt da eine ganz Gruppe von Interessierten, die sagen, nein. Er hat das nie geschrieben, sondern nur seinen Namen hergegeben. Da wacht der letzte Besucher wieder auf. Gibt es hier einen Betrug? Auf der Suche nach Belegen hierfür habe ich die Seite Neue-Akropolis gefunden. Ja, da kann man etwas zu diesem Thema finden.

Wer war W. S.?

Die Vermutung, dass William Shakespeare nicht William Shakespeares Werke geschrieben hat, gibt es schon fast so lange wie den Dichter selbst. Theorien über die Person hinter dem Werk gab es die verschiedensten, von Christopher Marlowe über Sir Francis Bacon bis zur Königin Elisabeth. Eine scheint sich jedoch nun immer mehr zu erhärten: Ein gewisser John Thomas Looney brachte im Jahre 1920 mit seinem Werk „Shakespeare Identified“ die Theorie auf, die sich mehr und mehr erhärtet, nämlich dass der Urheber von Shakespeares Werk Edward de Vere, 17. Earl of Oxford war. Es wird jedoch noch immer von vielen Literaturwissenschaftlern an der Version festgehalten, das Werk stamme aus der Feder eines Kaufmanns aus Stratford, der meist mit „Shaksper” unterschrieben hat. Interessant ist vor allem der Fanatismus und die oft ganz und gar nicht wissenschaftlich hervorgebrachten Anschuldigungen, mit denen sich die beiden Gruppen von Shakespeare-Kennern befehden, wobei sich die einen als Stratfordianer, die anderen als Oxfordianer bezeichnen.

Wie spannend! Ich wusste davon nichts vorher. Von daher hat sich dieser Besuch gelohnt. Und hat nicht auch Goethe das eine oder andere Gedicht einer seiner, am Ende immer verschmähten Musen zu verdanken? Wir halten gerne an erfolgreichen „Männern“ und Namen fest. Tausende werden noch nach Stratford pilgern und sich gut fühlen.

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Zerissen

Liebe LeserInnen,

klar klaut twittern Zeit und verbraucht auch Ideen zum Bloggen.

Doch fasziniert es mich, denn da ist immer jemand. Es ist immer etwas los.

Das gefällt mir. Während man im Blog ja ins Nirvana ruft. Dafür habe ich hier eindeutig mehr Zeichen zur Verfügung.

Was ich aus dem social media für heute mitgebracht habe, ist ein Link zu einer Arte-Sendung über CERN in Genf und was die da so machen. Man landet dann im All und bei der Gravitation. Es ist nicht nur nett gemacht, man ist gleich auf dem neuesten Stand.

Eiben vor dem Haus

Die Eibe vorm dem Haus

Draußen beginnt ja nun mit Macht die Vorweihnachtszeit. Und das nicht nur in den glitzernden Schaufenstern.

Da zu passt dann diese Madonnenfigur mit dem Kindlein aus dem Exerzitienhaus Himmelpforten in Würzburg.

Sie stand ein bisschen zu präsentiert direkt am Café. Dafür konnte ich sie "mitnehmen".

Sie stand zu präsentiert direkt am Café. Doch konnte ich sie dadurch leichter mitbringen.

Da fällt mir doch gleich der Witz von Iris wieder ein:

Treffen sich zwei Rosinen. Fragt die eine: „Warum trägst Du denn einen Helm?“

Antwortet die andere: „Ich muss gleich in den Stollen“

Und mit diesen Worten schicke ich alle wohl behütet in das Wochenende.

Hüte aus Whitstable

Hüte aus Whitstable

Und dreimal krähte der Hahn-in Speyer

Und dreimal krähte der Hahn.

Wer zum Dom in Speyer möchte, kommt an der Darstellung des Ölberges nicht vorbei. Und ganz oben, da thront der Hahn, den Schnabel weit aufgerissen.Der Hahn auf dem Ölberg in SpeyerIm Dom auf der rechten Seite vor dem Eingang zur Krypta fand sich ein Lichthalter für die Teelichte, die man ja in allen katholischen Kirchen aufstellen kann. Dieser war so ungewöhnlich, dass wir uns den Text dazu durchlasen. Es ist die Schöpfung mit den Urtieren. Darauf folgen die Blätter als verschiedene Gruppen der Menschen aus denen die Zwölf Stämme der Israeliten entstehen. Nur einer davon entwickelt die Rose, aus der Jesus entstammt.Vorbei an dieser ungewöhnlichen Interpretation suchen wir die Kaisergräber. In der Krypta sind vier Kaiser begraben, zwei Kaiserinnen und Bischöfe. Gedacht war an die Kaiser der Salier. Der letzte wäre Kaiser Barbarossa gewesen. Doch der ertrank ja während eines Kreuzzuges, weil er bei der Durchquerung eines Flusses vom Pferd fiel. Na, es fand sich jemand für die Grabstelle.

Wer mir gut gefallen hat, war der Jakobspilger, der durch das Buch von Hape Kerkeling so populär wurde. Seine wahre Größe übertrifft bei weitem einen gewöhnlichen Menschen. Das soll es wohl ausdrücken.Der Jakobspilgerer auf dem Weg nach Compostella

Und wie immer, wenn man durch so durchgeistigte Orte geht, dann trifft man auf Alltagskunst. Das hat mir auch sehr gut gefallen. Tolle Idee, das Schild so umzusetzen.Abstellen verboten

Besuch in der Liebermannvilla

Liebermannvilla am Wannsee (von honna)

cc by honma by flickr

Die renovierte und wiedereröffnete Villa am Großen Wannsee von Max Liebermann hatte es mir angetan. Ich selber habe ja auf einem solchen Grundstück gearbeitet. Es ist schon schön da.

Wir hatten bezahlt und waren durch das Gärtnerhäuschen gerade hindurch auf das Grundstück gelangt, als ich auf das Herzlichste von dem Gärtner begrüßt wurde. Er ergriff meine Hand und fragte: Heute inkognito hier? Habt Ihr mich mal mit meiner scharfen Sonnenbrille gesehen? Alle, die mich länger kennen wissen, dass mir das immer wieder passiert. Und so erwiderte ich ganz herzlich den Gruß. Obwohl er gleich seinen Irrtum merkte, „verwickelten“ wir uns in ein Gespräch über den Garten, die Besucherzahlen und – ströme und das Haus. So kann ich Euch berichten, dass sie noch ehrenamtliche Gärtner suchen, die dann an den Gemüsebeeten teilhaben und eben dieses Gelände außerhalb der Besucherzeiten nutzen können.

Nach diesem Empfang durchstreiften wir den Garten und das Haus. Es gibt ein Cafe und nette Sitzplätze überall. Von Liebermann selber kann sich der Besucher im ersten Stock allerlei Gartenbilder anschauen und mit der aktuellen Situation im Garten vergleichen. Im unteren Stock wird man anhand der Geschichte des Hauses schnell mal durch das letzte Jahrhundert geführt. Und in der Loggia konnte man unter vierzehn Farbschichten doch die ursprüngliche Bemalung wieder herausarbeiten. Das ist nett anzusehen. Zumal erstaunt, wie einfach das Haus ohne Pomp gedacht war und nach künstlerischen Aspekten geplant.

Die Bilder gerade aus den späten Jahren sind nur gut in einem größeren Abstand zu betrachten, dafür musste ich bis an die gegenüberliegende Wand zurücktreten. Oder liegt es an meinen Augen? Wie malt man das? In der Nähe ist es nur ein Farbklecks und aus der Ferne eine Landschaft.

Also ging ich rückwärts und stieß doch den hinter mir auf einer Stele (hier eher Holzsäule) liegenden in Bronze gegossenen Kopf Liebermanns herunter. Bevor er sich in das Parkett grub, fing ich ihn wieder auf. So hatte ich auch noch Liebermann im Arm.

Das Museum hatte nicht mit einem Besuch von mir gerechnet!