Zuwendung und Verbundenheit

Der Fernkurs zu Kinder-und Jugendliteratur ist abgeschlossen. Es finden weiterhin Abschlussgespräche statt. Und ich habe diesen Beitrag  noch in das Forum gestellt, weil ich daran glaube, dass es Verbesserungen geben kann. Auch wenn sich jetzt noch nichts abzeichnet.

Mein Thema für das Abschlussgespräch beschäftigt sich mit dem Thema: „Wie spiegelt sich unsere Demokratie im aktuellen Jugendroman wider?“

Das hat mich zu interessanten Seiten im Bereich der Demokratie geführt und mich bekannt gemacht mit den Überlegungen, der repräsentativen Demokratie durch Elemente der direkten Demokratie mehr Leben einzuhauchen. Denn die Entwicklungen im letzten Jahrhundert haben aus uns mehr und mehr demokratisch denkende Mitmenschen gemacht, die sich nicht mehr alles ungefragt aus der Hand nehmen lassen wollen. Die aktuellen Probleme in unserer Gesellschaft, die oft mit Politikverdrossenheit beschrieben werden, haben u.a. ihren Hintergrund darin, dass die Unzufriedenheit mit den Entscheidungen der „gewählten Elite“ gewachsen ist. Andererseits trauen wir es uns auch zu mitzureden und mitzuentscheiden. Zumindest in einigen Bereichen.
Eine gute Entwicklung!

Einen Text zum Thema direkte Demokratie, den ich empfehlen möchte, habe ich unten verlinkt. Dort werden Bedingungen beschrieben, die es Menschen ermöglichen, sich demokratischer zu verhalten.
Hier ein Ausschnitt:

>>Ohne Verbundenheit bin ich ebenso frei wie ein Astronaut,
der einsam und haltlos im luftleeren Raum rund um seinen
Schwerpunkt kreist. Dieser Astronaut kann durchaus
willkürliche Bewegungen machen, aber die Position seines
Schwerpunkts gegenüber anderen Objekten kann er nicht
beeinflussen, da er jede Verbindung zur Aussenwelt verloren
hat. Wenn ich keine Bindung zu anderen herstelle, wird
mich selbst die erhabenste Handlung innerlich nicht berühren
und teilnahmslos lassen. Ohne Verbundenheit besitze
ich nicht die Freiheit zu Veränderungen. Erst durch meine
Verbundenheit verändere ich mich selbst durch mein Tun.

Wir verstehen dies noch deutlicher, wenn wir die elementarste
Erscheinungsform der Verbundenheit betrachten, nämlich
die Zuwendung. Zuwendung ist die Fähigkeit des menschlichen
Geistes, dem anderen in der eigenen Vorstellungskraft
Raum zu bieten. Zuwendung zielt ihrem Charakter nach auf
die Wahrheit ab. Sie bildet die Vorstufe für das Denken. Zuwendung
bietet sowohl Raum für sinnliche Eindrücke als
auch für Gedanken und Gedankengänge. Wir beziehen uns
auf das Andere, indem wir ihm zunächst und vor allem unsere
Zuwendung schenken.

In einer starken Demokratie hören die Menschen einander zu, es finden gesellschaftliche Diskussionen statt und man korrigiert sich
gegenseitig. Die besten Ideen der Menschen werden unter
demokratischen Verhältnissen sozusagen herausgefiltert,
da wir die Schwächen anderer besser wahrnehmen als die
eigenen Fehler. Der eigentliche Beschluss jedoch, der Augenblick
der Abstimmung, ist eine individuelle Angelegenheit.<<

Nehme ich mal an, dass diese Gedanken richtig sind, dann kann ich daraus eine Kritik an diesem Kurs formulieren.
Denn sicherlich habe ich als Individuum eine Menge gelernt in den letzten zwei Jahren- doch eine wirkliche Verbindung, ein Austausch, der eine bestmögliche Lernsituation schafft, den hat es nicht gegeben. Wir haben für uns persönlich an den Themen gearbeitet und so im eigenen Fett geschmort. Darüber hinaus konnte es nicht gehen. Die notwendige Zuwendung und die Verbundenheit konnte vielleicht vor Ort in Wien praktiziert werden. Nicht jedoch außerhalb.

Im gleichen Zeitraum nahm ich an einem weiteren Kurs teil, der auch online geleitet wurde. Die drei TeamleiterInnen waren für unsere Fragen da und ermöglichten auch ein Forum. Sie antworteten, wann immer sie Zeit hatten. Ein Austausch entwickelte sich und auch das Forum begann sich untereinander zu helfen oder Infos weiter zu geben. Wir lernten uns und unsere Institutionen online kennen. Viel lebendiger und intensiver vermittelte sich der Lernstoff. Viel angenommener und ernstgenommener habe ich mich gefühlt. Dabei gab es unterschiedliche Auffassungen und mal Missverständnisse. Eben alles, was in der Kommunikation so geschehen kann.

Das soll sagen, dass wir, obwohl wir einzeln arbeiteten, doch verbundener lernten und dadurch mehr und vielseitiger lernten.

Wenn wir uns im Stube-Forum austauschen dürfen, dann ist es nicht dasselbe, als wenn mit der Stube eine rege Diskussion stattfindet, an der alle teilhaben können. Denn isoliert per E-Mail konnte man ja alle Fragen stellen, die man fragen wollte und sie wurden beantwortet.
Wir sind alle mehr und mehr auf dem Weg unser Leben selbst zu gestalten. Dabei stoßen wir auch auf Strukturen, die uns nicht gut tun. Hierarchische Strukturen unterbinden – demokratische Strukturen ermöglichen.

Der Link zum Text: http://bit.ly/czaLl9

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