Ideenschmiede Frankfurt?

Auf dem Weg in die Arbeitswelt habe ich mir über das Netz Beratungsstellen für Frauen gesucht. Die sind gar nicht so neu und es arbeiten dort Gruppen qualifizierter Frauen. So habe ich schon den einen oder anderen Tipp bekommen und Gespräche geführt, die mich so ganz anders als auf dem „Arbeitsamt“ spiegeln. Das tut gut.

Durch die Hilfestellungen, die Frauen dort bekommen, entstehen neue Arbeitsverhältnisse. Entweder man findet einen Arbeitsplatz oder überwindet sich und gründet ein eigenes Unternehmen. Vielseitig und bunt ist, was dabei heraus kommt. Die Beratungsstellen sind an die Stadt angegliedert und ihr auch rechenschaftspflichtig. Das heißt andersherum, es gibt einen Erfolgszwang. Werden nicht genügend Frauen in die Arbeitswelt entlassen, dann droht die Auflösung der Unterstützung der Projekte. Was dann wieder mehr arbeitslose Frauen brächte. Auf der anderen Seite erhält es im Verhältnis zum Beamten eine spürbare Notwendigkeit, auf dem neuesten Stand zu bleiben. Die Erfolgsquote bedeutet auch, dass ich an den Klientinnen dranbleiben muss, sonst springen sie ab. So erkläre ich mir die recht angenehme Atmosphäre. Bitte den Kommentar dazu als wichtige Ergänzung mitlesen.

Nun haben wir ja, wenn wir an Frankfurt denken, eine Vorstellung von modernen Hochhäusern. Wirtschaft und Geld durch die Banken und den Flughafen, die Messe,…Diese Frauen-Ideenschmieden liegen rund um den Bahnhof.

Taunusstrasse:Warum will eine Stadt so eine Gegend?

Und das ist für Frauen keine einfache Gegend. Unbehelligt die Beratungsstelle zu erreichen ist fein und dort nicht sicher. Auf dem Weg taucht frau ein in eine Parallelwelt. Ich erinnere mich an Bilder aus historischen Romanen über das Mittelalter. Dort gab es ja Stadtteile, die man besser nicht besuchte. Genauso komme ich mir vor. Die Männer sind zum Teil einfach grässlich und ohnehin möglichst zu übersehen, denn sonst kommt eine Reaktion, die frau garantiert nicht will. Also Maske auf und durch. Die Frauen dort, sehen frau nicht. Ich vermute, dass sie andere Sprachen sprechen und ein Gespräch nicht möglich wäre. Vielleicht denken sie, was ich wohl denke, oder es ist ihnen egal. Keine Ahnung. Nur so, finde ich es einfach furchtbar. Ich bin ein Gast in meiner Stadt. Ich besuche eine Parallelwelt, zwei Straßen weiter von meinem üblichen Weg.

Blick aus der Taunusstrasse im Schnee

Genauso komme ich auch in die Hochhäuser nicht hinein. Auch dort existiert etwas, was von mir getrennt ist. Damit kann ich anders umgehen, wenn ich es auch nicht gutheiße. Die Hochhausmenschen haben mehr Möglichkeiten zu wählen, wie sie ihr Leben gestalten wollen, die Bahnhofsgegend nicht.

Güterplatz auf der Rückseite

Aus den Fenstern der Beratungsstellen habe ich Fotos mitgebracht, die zeigen in welcher Lage-durchaus doppeldeutig gemeint-sie liegen. Und doch quirlt es gerade dort. Vielleicht, weil weniger zu verlieren ist? Seht ihr das auch so?

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2 responses to this post.

  1. Posted by Dorothea Geissler on 26. Januar 2010 at 17:11

    Als Mitarbeiterin einer der Beratungsstellen für Frauen im Bahnhofsviertel schlage ich für die Tatsache der recht angenehmen Atmosphäre eine andere Begründung vor:

    Eine angenehme Arbeitsatmosphäre herzustellen nützt zunächst unserem eigenen Befinden.
    Eigentlich ermöglicht sie es aber den Ratsuchenden, den von uns zur Verfügung gestellten Raum für vertiefte Selbstreflexion zu nutzen, auf deren Grundlage Ziele entwickelt und eigenständige Entscheidungen getroffen werden können.

    Denn Ziel unserer Beratungen ist es, Frauen dabei zu unterstützen, Bildungsmöglichkeiten zu nutzen oder eine Erwerbstätigkeit auszuüben, die ihren Wünschen, Interessen, Fähigkeiten und realen Möglichkeiten entspricht.

    Nach meinem Erleben wird die Atmosphäre bestimmt durch unsere Fähigkeit, Ressourcen wahrzunehmen, empathisch zu sein sowie den Frauen grundsätzlich wertschätzend zu begegnen.

    Dabei verfolgen wir keine institutionellen Interessen, sondern sind der Stärkung der Handlungsfähigkeit der Ratsuchenden verpflichtet.

    Ich bedaure, dass ich diese Absicht nicht zweifelsfrei vermitteln konnte.

    Antwort

    • Vielen Dank für diesen ergänzenden Beitrag, der mir auf das Beste gefällt!
      Wir haben uns ja nie über die Beratungsstelle an sich ausgetauscht, so dass im Blog nur meine Empfindungen und Ideen stehen. Das die Atmosphäre so bewusst von Ihnen allen so gestaltet wird, beflügelt mich um so mehr die Besonderheit dieses Angebotes bekannt zu machen. Empfunden habe ich es ja an mir selber deutlich.
      Von dieser Stelle alles Gute für Ihre Arbeit und beste Grüße!

      Antwort

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