Gefuchst

Mich fuchste im Artikel der TAZ, dass Herr Füller die Förderung von Analphabeten der Förderung von Kindern gegenüberstellte. Es wird dem Thema nicht gerecht. Und es ist sehr gut, wenn sich an allen zuständigen Stellen weitaus mehr darum gekümmert wird, als es bisher der Fall ist.

2008 konnte ich in Leipzig auf der Buchmesse einem interessanten Podiumsgespräch zuhören, in dem eine Gruppe Wissenschaftler und jemand aus dem Bereich der Jugendarbeit in Dresden, sowie ein Vertreter der IHK in Dresden über ihre Arbeit berichteten. Wie limitiert sie sei, und wie wichtig, denn es gab keine genauen Zahlen darüber, wie viele Analphabeten denn in Sachsen lebten. Mit dieser Studie und den Hilfestellungen für funktionale Analphabeten waren die Sachsen damals Vorreiter. Ich denke, dass sie es immer noch sind. Viel konnte ich aus dem Bericht mitnehmen.

Eines möchte ich erwähnen: Die Jugendlichen, die Lesen und Schreiben in der Schule nicht gelernt haben, werden sich keine erneute Blöße geben. Sie können vorerst nicht erreicht werden und schlagen sich durchs Leben, bis sie selber wieder Kinder haben. Dann haben sie eine erneute Motivation und nehmen an Kursen teil. Bitte, dass ist jetzt viel zu kurz! Doch führt es in dieses Themenfeld ein. Hier sehen wir auch die Verbindung zu den Kindern wieder. Diesen Menschen müssen Kurse angeboten werden, die Ihnen gerecht werden und zum entsprechenden Zeitpunkt. Es wirkt dann direkt auf deren Kinder weiter.

Wir haben auf der Suche nach Literatur für unsere SchülerInnen auf der Frankfurter Buchmesse gesucht. Dabei stolperten wir über die Hefte: „Ein Kreuz mit der Schrift“ aus dem Klettverlag, herausgegeben zusammen mit F.A.N.

Neben einem engagierten Gespräch mit den Autoren dieser Hefte, ehemalige Analphabeten, haben wir für einige unserer Schüler genau das Richtige gefunden.

Sebastiaos Geschichte aus dem Klettverlag

Klettverlag

Großschrift

Sätze, die immer wieder vorne anfangen. (Da können die Augen sich nicht so leicht verirren.)

Kurze Sätze

Sätze mit einer Sprache, die aus der Welt der SchülerInnen ist.

Themen, die aus deren Interessenfeld kommen. (Fussball, Jobs, Kinder, nicht lesen zu können)

…………..

Das kann doch jeder- aus dem Klettverlag

Klettverlag

Es ist keine hohe Literatur. Doch lesen wir ein Buch ganz fertig. (Motivation)

Die SchülerInnen leihen sie sich aus und wollen wissen, wie es weiter geht.

Diese Bücher machen keine  Angst vor dem Lesen.

Ein Zitat:

Oh, so schreibt man „Manager“! (ABC ole´)

Ein anderes:

Ja, so geht es meiner Mutter auch. ( Das kann doch jeder.)

Sollten Sie auf den Buchmessen diese Menschen stehen sehen, schauen Sie sich deren Hefte an. Das große Heft über Politik in Deutschland, in dem alle aktuellen Begriffe erklärt werden, lässt sich wunderbar für die Arbeit in Schulen verwenden.

Politik in Deutschland aus dem Klettverlag

Klettverlag

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