Fragwuerdig

Stoppen oder gar verhindern kann ich den Wahnsinn nicht mit meinem Artikel. Aber vielleicht einmal meine Meinung dazu sagen?

Wir haben gelernt, dass der Bestand einer Bibliothek aktuell und auf die Bedürfnisse der LeserInnen ausgerichtet sein soll. Bücher, besser Medien, die nie ausgeliehen werden, stehen herum und sind totes Kapital. Bei der Makulatur finden wir Romane, Sachbücher, die einen hohen Anspruch haben. Gut gemeint und begründet war diese Anschaffung, leider: Nie ausgeliehen!

Wovor immer wieder gewarnt wird und das zu Recht, ist gebrauchte Bücherspenden anzunehmen und womöglich noch in die Regale zu räumen. Bücherspenden gehören in den Flohmarkt, den wir jedes Jahr zum Schulfest beisteuern.   –Gedankensprung–Flohmarkt von joachim_s_mueller

Nun regt sich Christian Füller in der TAZ darüber auf, dass der Parlamentarische Staatssekretär (im Bumi) Storm nichts über die, von der Stiftung Lesen initiierte Bücherausgabe „Lesestart“ weiß. Die hat nämlich wieder begonnen, 250 000 Bücherpakete an Schulanfänger auszuteilen, um so das Lesen zu fördern. Herr Füller kritisiert, dass sich unsere Regierung an dieser Bücherverteilung nicht beteiligt. Warum sollte sich die Regierung bei einer fragwürdigen Aktion zur Lesemotivation engagieren? Und warum (im Artikel) stellt es Herr Füller, der eben so wichtigen Arbeit an den über 10% erwachsenen Analphabeten gegenüber?

Für mich sind diese Bücherübergaben reine Makulatur und diese TAZ-Diskussion scheinheilig. Wirklich gute und hilfreiche Leseförderung kostet viel mehr Geld. Warum fragt er nicht danach? Diese Bücher werden so gießkannenmäßig über die Kinder ausgeschüttet. Doch ob sie je gelesen werden, ist fraglich. Es ist wieder nur etwas für die Medien, den Buchhandel und immerhin für die Autoren. Schade, dass es keine Untersuchung darüber gibt, ob diese Pakete einen Effekt auf die Lesekompetenz haben. Ich weiß aber jetzt schon wo sie landen werden: Auf dem Flohmarkt im Herbst.

Wir bekamen zum zweiten Mal aus der Aktion „Medienpakete für Frankfurter Schulen“ eine wertvolle Zusammenstellung. Das erste Paket war zum Thema Gewalt: Bücher gegen Gewalt

Und das zweite Medienpaket hieß: 20 Jahre Mauerfall – Jugendromane über die Wendezeit

Gewiss ist das eine wirklich gute Idee und viel ist dazu noch zu sagen. Wir haben diese Bücher in unserer BiB an erster Stelle platziert, Werbung gemacht und alle darauf hin gewiesen. Leider werden sie bisher eher nicht angenommen. Und wir werden sie, so meine Befürchtung, irgendwann einmal ungenutzt makulieren.book waste von urbanwild


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