Spiele als Leseförderung?

Wie, Ihr spielt mit den SchülerInnen? Und das ist Leseförderung?

Am letzten Tag vor den Ferien und wenn die Leseförderung nach Klassenarbeiten liegt, spielen wir mit den Kindern. An einem Tisch sitzen wir alle zusammen, wie in einer Familie früher und wir spielen die ganze Stunde. Heute kamen „Boggle, Wortmaumau und Tick-Tack-Bumm“ zum Zuge.

Alle Kinder verlassen angestammte Rollen und die Struktur der Gruppe bricht auf. Die Anforderungen an jede/n Einzelne/n sind so vielfältig und jede/r kann anderes, dass wir schon zur Diagnose gerne spielen.tictacbumm

„Tick-Tack-Bumm“ fordert zur Hochleistung auf. Es geht so schnell, dass alle immer mitdenken müssen. Und dann übersieht man, dass es ja ein Dehungs-H gibt und muss ein neues Wort suchen. Stress pur. Auch für uns Betreuer, die jedes Wort überprüfen auf seine Richtigkeit. Da man Wörter abwandeln kann in Singular oder Plural oder in dem man aus dem Verb ein Nomen macht, können Kinder auch ohne eigene Worte zu finden mitspielen. Wie bei allen Spielen ist die eigene Entscheidung gefragt. Und das ist für viele nicht leicht. Alle bessern sich nach zwei Spielen spätestens.wortmaumau-box

Das „Wortmaumau“ spielten wir in der letzten Stunde mit Kindern aus der 5. Klasse. Während zwei souverän Vokale oder Anfangsbuchstaben erkennen konnten, hatten die anderen unterschiedlichste Probleme. Ein Junge, der sehr intelligent ist, sieht zwar in die Karten und könnte sie ohne Probleme lesen, doch er sieht die Worte und verschwindet hinter den Bildern, die sich ihm präsentieren. Steht da Huhn, dann sieht er mindestens eines und seine Gedanken können ihn auf einen Bauernhof wegtragen. Ihn immer an seine Aufgabe zu erinnern, ist dann mein Job. So sage ich ihm an, was jetzt gefragt ist. Und dann kann er suchen. Nach einer Weile war er von der Dynamik des Spieles angetan und ich konnte die Ansagen weglassen. Ein anderer Junge war mit der Möglichkeit konfrontiert, nicht zu gewinnen. Er konnte seine Karten anfangs gar nicht anschauen. Für wieder einen anderen war das Erkennen der sich ändernden Richtung beim Mau-Mau nicht nachzuvollziehen. Er hatte doch schon gelegt. Usw. Es ist im Spiel soviel zu erkennen von der Persönlichkeit, dass wir davon restlos überzeugt sind, es einzusetzen.

Boggle

„Boggle“ zerlegt die Worte in die Buchstaben. Die Buchstabenwürfel fallen in einen Vorsatz und können nun im Kopf in ihrer Lage zu Worten kombiniert werden, ohne dass man sie berührt. Das ist beim ersten Mal sehr anstrengend und kann frustrierend sein. Daher schütten wir über jedes gefundene Wort ein Lob aus. Was man herausholen könnte, sehen sie ja an unseren Fundstücken. Wenn sich die Kinder gerade dieses Spiel aussuchen, sind wir auf dem Erfolgsweg, denn da ist Frusttoleranz erforderlich.

Heute wurde es ausgewählt! 🙂

Schön wäre es, wenn zu Hause mehr gemeinsam gespielt würde. Es gibt ja viele Webseiten darüber. Die hat mir gut gefallen: Die Pöppelkiste

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