Archiv für die Kategorie ‘Frankfurt’

Pilzzeit

Diese netten Kerlchen wachsen alle in meinem Garten

Weder Tier noch Pflanze

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UmFAIRteilen

Der Titel heute für die Veranstaltungen in insgesamt 40 Städten heute.

Es ging immer wieder um die Schulden, die uns entstehen, durch die Übernahme der Schulden, die die Banken auslösten. (Anmerkung aus Twitter: Die Schulden wurden nicht  von den Banken verursacht, sondern von Politikern die Darlehen der Banken als Geschenke unters Volk brachten.) Siehst Du das auch so??? Hier ein Link zu einem FAZ-Artikel

Diesen 500. bekamen wir alle um Krach zu machen, denn gefaltet und geschlagen knallt es. Der Direktor der Caritas des Bistum Limburg, Dr. Hejo Manderscheid hielt eine viel zu lange Rede und erzählte, was wir schon alle wissen und weswegen wir doch kamen. WARUM tut er das? Das nimmt die Menschen nicht ernst. Dazu fand ich einige Aspekte in der Rede fragwürdig. Vielleicht ist er ja der Meinung, doch er hat es so ausgedrückt, als wäre es so. Das regte mich nun wieder auf, denn würde er es als seine Meinung darstellen, könnte ich mir überlegen, wie ich das finde. So erzeugte er nur Abwehr.

Auf der Rückseite das Motto von heute.

Nur der Narr hält diese Gesellschaft noch aus. Wir werden ihn noch einmal später sehen.

Die Verdischlange

“Alles Blech” heizte mehr ein, als die Stimmung untereinander hergab. Ganz ganz gut!

Ganz anderes Publikum als bei den Occupy-Demos? Nicht ganz anders-aber andere Organisationen riefen auf. Es war mehr und bessere Ausstattung, als Occupy je aufbringen konnte. Ordner und “ausgewiesene Backstage” regelten dezent den Lauf der Menschen. Aber gute Stimmung war nicht. Warum? Dazu komme ich noch weiter hinten.

Ja, da ging es auch in der Abschlussrede drum. Und auch in einem Lied von Konstantin Wecker(Virus). Ohne Anzughosen sehen die Männer, die uns den Kummer gebracht haben nicht besonders gut aus. Der Gedanke wurde geäußert, die mal mit einem Euro am Tag auskommen zu lassen.

Klar, wogegen der Zorn sich richtet.

Und welche Befürchtungen das auslöst.

Das Wort Generalstreik war zu hören und auch Klassenkampf wurde durch die SDAJ auf erstaunliche Weise installiert. Blitzschnell war das Transparent an dieser schwierigen Stelle oben.

Unbedingt erwähnt werden müssen diese tapferen Kämpfer. Sie wollen ihre Arbeitsplätze zurück. MAREDO

Und da besprechen sich die beiden Künstler vor dem Auftritt und sie warten, denn wieder hört der Redner nicht auf zu reden.

Auf dem Denkmal entsteht ein Nebenschauplatz. Durchaus angebracht bei dem Thema. Überall wird auf unsere Kosten Kasperle-Theater gespielt. Das könnte der Narr ausdrücken.

Und dann sprach nach einer Performance der Französischen Gruppe Klee (warum die?) der große Vorsitzende Bsirske. Und alles was er sagte war gut, doch da er nicht aufhörte, Menschen vor der Bühne und auf der Bühne nicht ernst nahm, wurden seine Worte als nicht authentisch erlebt. Eine vertane Chance. Meine Güte, wann lernt ihr es denn endlich? So kann man die Leute nicht mehr ansprechen. Und dazu noch Klatscher(siehe oben) verteilen. Grausig!!! Das kann Occupy besser. Aktive Zuhörer und klare Orientierung auf die, die zuhören und nicht auf die Medien, die zur Hälfte die Bühne füllen.

Ganz hervorragend hat mir dieses Bild gefallen. Natürlich wollte die Gebärdenübersetzerin nicht das ausdrücken, was ich eben beschrieben habe. Doch so, wie man es sehen kann war es.

Derweilen enstand ein eigenes Theater auf dem Denkmal und später wurde auch noch ein Plakat enthüllt. Kann man die Kasperlepuppen erkennen?

Und dann kam Konstantin Wecker und sprühte die schlechte Laune einfach weg. Das Lächeln von Frau Merkel besang er wie Absurdistan als Ausdruck für die Verhältnisse in unserem Land und Empört Euch! Mit einem Musiker gab es eine Percussion-Einlage. Das hat mir wirklich gut getan und auch gefallen. Er hält mich nicht für zu doof, sondern nimmt mich mit auf die Reise durch seine Gedanken und ich kann es dann selber bewerten. So finde ich das Herangehen richtig.

Neta Chervinsky und die Roma-Ein kurzer Blick auf ein aktuelles Thema

Konzert im HR-Sendesaal

Mit dem Projekt “Voices United” hat die junge Stadtteilbotschafterin am 6. 9. im HR-Sendesaal ein bemerkenswertes Konzert geboten. Mit bewundernswerter Sicherheit suchte sie Stücke heraus, die in einem halbjährigen Projekt von den Chören der Louise-von-Rothschild-Schule und dem Goethegymnasium zu bewältigen waren: Die Zigeunerlieder von Brahms

Auch alle anderen Werke, die von “Nachwuchskünstlern” vorgetragen wurden rankten sich um die Einflüsse der Musik der Roma auf die europäische Kultur. Im übrigen sagt das Wort Nachwuchskünstler nur aus, dass die MusikerInnen eben noch jünger waren und bereit dieses Projekt ehrenamtlich zu unterstützen.

Wir erlebten einen ereignisreichen Abend.

Voices United war nicht nur der Name des Konzertes. Der Chor aus den SchülerInnen nennt sich ebenfalls so. Und das Bild, dass er bot war weltumfassend. Aus allen Kontinenten schienen die MusikerInnen angereist zu sein. Nur, dass man den hessischen Dialekt als gemeinsames Bindemittel heraushören konnte. Also auch noch Frankfurter Lokalcolorit.

Ganz bezaubernd.

Als Thema durchzog die Musik der Roma alle Stücke. Für mich ist es ein kleines Wunder, wie Frau Chervinsky sich damit einem aktuellen in Frankfurt völlig ungeklärtem Thema stellt.

Und ich war an diesem Abend einfach dankbar dafür.

Im Occupy-Camp, daran erinnern sich alle, waren auch BewohnerInnen aus dem Volk der Roma. Nur wollte dort niemand ihre Musik hören. Weg sollten sie. Die Brisanz  des Themas und die erlebte Nähe weckte die Campbewohner auf, an diesem Punkt der Stadtregierung gegenüber nicht nachzulassen und Hilfe zu erreichen. Wie so oft hat die bevorstehende Niederkunft zweier junger Frauen die sonst harten Abschiebemethoden verhindert.

Im Gespräch mit Herrn Petrovich erfuhr ich, dass die Roma noch nie ein anderes Volk kriegerisch überfallen haben. Man kann also sagen, dass sie seit über 500 Jahren von den europäischen Völkern vertrieben und nicht geduldet herumgeschubst werden. Aus Kirchenkreisen erfuhr ich weiter, dass der Deutsche Städtetag eine Absprache getroffen hat, nach der keine Stadt es den Roma(und Sinti) gemütlich machen darf, damit sie sich dort nicht ansiedeln und dann immer mehr werden.

Das heißt, auch jetzt wird in Deutschland genau diese Vertreibung, die wir in brutalerem Maße in Frankreich und Rumänien ablehnen jeden Tag ausgeführt.

Nach meinen Erfahrungen aus den Besuchen im Camp setze ich dagegen:

Wir haben die Verantwortung für unsere Mitmenschen und müssen Ihnen vernünftige Wohnungen gegen kleine Mieten zur Verfügung stellen um sie aus dem Status der verfolgungsfähigen Minderheit heraus zu holen. Und wir zahlen für die nächsten 100 Jahre Wasser, Strom und fahren jede Woche den anfallenden Müll ab auf unsere Kosten. Damit kann eine Ansiedelung und ein Miteinanderleben auf vernünftige Füße gestellt werden. Keine Integration nach unseren Regeln, wie in Bockenheim, wo der Einzug einer Familie in der örtlichen SPD Panik auslöste und sie einen Katalog an Forderungen aufstellte, die die Familie zu erfüllen habe. Nein! Wohnraum zu kleinen Mieten, Wasser, Strom und Sauberkeit zur Verfügung stellen und in Ruhe kommen lassen, was sich entwickelt.

Denn falls es jemand noch nicht weiß, es sind unsere Mitmenschen.

Ein iPad-Selbstversuch als Testleserin


Eine meiner Tageszeitungen, die FNP möchte für sich klären, ob sie in den Markt einsteigen soll, der sich durch die Einfùhrung des iPads entwickelt hat. In Frankfurt werden ca 12 Prozent der Zugriffe auf das Internet von einem iPad gemacht. Entsteht da ein Markt, den die örtliche Presse nicht verschlafen darf?
Die Frankfurter Neue Presse jedenfalls hat sich diesen Test etwas kosten lassen. Wir als TestleserInnen werden betreut und bekommen die nagelneuen iPads der neusten Ausgabe zur Verfügung gestellt bei lediglich sechs Umfragen in drei Monaten. Alles sehr benutzerfreundlich angelegt.
Dabei sind sich die “Zeitungsmacher”gar nicht sicher, wie dieses Experiment ausgehen wird und ob es diese App wirklich einmal geben wird.
Kaum war ich zu Hause mit dem neuen “Spielzeug”, legte ich los. Es ist wirklich intuitiv zu bedienen. Fragen lassen sich durch rumprobieren klären. Wo sind die Umlaute versteckt und wie aktiviert man sie, zum Beispiel. Ein Prozentzeichen habe ich noch nicht entdeckt. Doch wird sich alles finden lassen. Kein langes Lesen von Handbüchern. Loslegen und versuchen-wie diesen Text-was denn alles geht.
Was ich jetzt schon sagen kann ist, das es sich anders liest in der Zeitung.
Ausgewählte Artikel erscheinen in etwas anderer Form auf dem Bildschirm und sind mehr im Fokus, weil allein auf dem Bildschirm. Womöglich verändert es die Sichtweise auf die Zeitung, weil die Artikel herausgehoben werden. Spielerisches Herangehen fällt mir dazu ein. Man wird belohnt durch das Anklicken des Artikels und er öffnet sich einem in neuer Weise. Ich werde beobachten, was das mit mir macht und ob ich das so gut finde.
Gut fand ich natürlich, dass ich aus über 1100 Bewerbern ausgewählt wurde. Überhaupt waren viele nette Menschen in der Testgruppe.
Leider frisst dieses neue Gerät am Anfang viel Zeit. Noch gebe ich sie gerne. Sicher bin ich mir nicht, ob ich ein iPad wirklich in meinen Alltag integrieren möchte. Dazu dient dieser Test aus meiner Sicht.

Bildereindrücke von der Blockupy-Demo am 19. Mai 2012

Sehen kann man die wunderschönen Plakate, einen Eindruck von der Menge der Menschen, wie die Polizei den Zug umrahmte und wie sie am Ende der volksfestartigen Abschlusskundgebung rumstanden und noch ein Mal einen völlig erschöpften Jan, der alles gegeben hat und dem ich hier stellvertretend für alle anderen einen herzlichen Dank ausspreche. Das hast Du gut gemacht. Das habt ihr gut gemacht!!

Alle Fotos cc by Wedernoch

Erschöpfter und genervter Polizist reißt Betrunkenem die Kamera aus der Hand. #Frankfurt #Blockupy

Um diese Kamera in der Hand des Polizisten geht es.

Warum blogge ich darüber?

Vier Tage hat Blockupy gezeigt, dass die Proteste friedlich waren und außer Farbe und Seifenblasen und Gesängen nichts gefährlicheres in der Gegend herumflog. Es waren fantasievolle und bunte Aktionen von durchweg gut gelaunten DemonstrantInnen.

Auch heute zur Demo haben sich alle Mühe gegeben ihre womöglich unterschiedlichen Ideen und Emotionen im Zaum zu halten um zu zeigen: Wir sind friedlich und wir wollen eine Änderung unserer Finanzpolitik. Tausende kamen und verbreiteten Volksfeststimmung. Seit Occupy existiert gab es nur friedliche Aktionen. Doch von Anfang an wurden alle Beteiligten kriminalisiert, als Chaoten dargestellt in der FAZ, der Bild in fast allen Medien. Trotzdem kamen heute viele Menschen, die wie ich den Mut haben sich für die Grundrechte auf demokratischen Protest wie Demonstrationen einzusetzen. Dabei wurde ich in den letzten Tagen, wie schon so oft auf Ostermärschen für den Frieden von der Polizei gefilmt, fotografiert. Ich habe kein Recht meine Sammlung einzusehen und meine Güte, ich bin zu alt. Sollen sie doch Berge über mich sammeln. Der einzige Interessent für meine Daten ist vielleicht die Krankenkasse. Kredite bekomme ich sowieso nicht mehr und Werbung, ach herrje, die blocke ich mit Adblock.

Doch zurück: Der junge Mann, der einige Biere getrunken hatte, war mit seiner Kamera an einen Polizisten zu nah herangegangen und hatte ihn fotografiert. Daraufhin ent”riss” er ihm die Kamera. Damit hat er etwas getan, was nicht mehr ok ist und es wird ein rechtliches Nachspiel haben. Der junge Mann war nicht zu beruhigen und steigerte sich so in die Sache, dass nichts mehr ihn beruhigen konnte. Pech für ihn, denn die Polizisten versuchten ihn unter Druck zu setzen mit Worten, entrissen ihm dann den Rucksack um nach dem Ausweis zu suchen. Den hatte der junge Mann in der Hose und zog ihn dann langsam heraus. Er schimpfte immer wieder dasselbe und hatte seinen Anwalt angerufen. Da er kein Handy hatte, musste er sich eines ausborgen. Das bekam er von einem anderen jungen Mann. Interessanterweise antwortete ein Polizist auf die Frage, ob wir es ihm geben können: “Wenn er doch keines hat”. Soll heißen, helfen wollte er ihm nicht.

Wir sind einfach um die Gruppe herum gegangen und haben es dem aufgeregten Mann gegeben. Er rief dann seinen Anwalt an. Derweil versuchten die anderen Polizisten die Zuschauer abzudrängen. Sie wollten keine weiteren Zeugen. Damit verschlimmerten sie die Situation des armen Teufels nur noch, denn der fühlte sich isoliert, kam gar nicht mehr runter und schimpfte. Er stellte fest, dass der Polizist ohne ihm eine Erklärung zu geben, die Kamera aus der Hand genommen hatte. Und sie ihm auch nur wiedergeben wollte, wenn er die Personalien von ihm aufgenommen hatte. Sie wollten ihn dann sogar noch an einen anderen Ort bringen. Eine Zwangslage wurde künstlich aufgebaut. Na ja, das klären die Gerichte.

Besser ist vielleicht, sich auf einer Demo nicht so zuzusaufen, dass man sich nicht mehr im Griff hat.

Doch zurück zu dem Polizisten.

Ich fragte ihn, warum er es denn getan habe und er war sehr aufgebracht bei seiner Antwort. Was ich denn meine, wie es ihm ginge, wenn er sein Gesicht in Großaufnahme mit Zielscheibe  im Internet wieder fände.

Vier Tage lang hatten diese PolizistInnen im Regen und der Sonne gestanden von einem bunten Haufen Menschen umgeben, die sich über die Repressalien in den unterschiedlichsten Formen äußerten und die in paris-blue Gekleideten ununterbrochen damit konfrontierten, wie sehr ihr Einsatz gegen das Grundgesetz verstieße. Dass wir ein Recht auf friedliche Demonstrationen haben und sie, so wie sie da standen dieses Recht beschränkten. Es ging um die Nöte auf das Klo zu gehen, in Uniform, für die Frauen nicht möglich ohne sich ganz auszuziehen, was bei einem Einsatz eben nicht ginge, genauso wie über politische Themen. Manche kamen damit gut zurecht andere nicht.

Und dann auch noch die angekündigte Demonstration am letzten Tag. Vorher wurde von 2000 gewaltbereiten Chaoten gesprochen. Und eigentlich versuchte man in den Tagen vorher Gründe, Anlässe zu finden auch diese Demo zu verbieten. Doch es gab keinen Anlass. Und nun war bei schönstem Wetter volksfestartige Stimmung und nichts geschah. Die Abschlusskundgebung begann, es wurde getanzt und die PolizistInnen standen nach wie vor herum und wurden im Stillen und ganz offen ausgelacht. Und fotografiert, denn es ist eben ein unglaubliches Bild: Ein feierende Menschenmasse und mittendrin voll ausstaffierte Gruppen von Wache stehenden Einsatzkräften. Da muss man doch ein Bild machen, oder?

An diesem Punkt ging es diesem einen Polizisten zu weit. Er hatte einfach genug und griff wohl spontan zu. Hätte er noch nachdenken können, wäre das wohl nicht geschehen. Doch müde, ausgelacht und erschöpft ging es schief.

Vielleicht mag die Einsatzleitung mal überlegen, was sie ihren Männern und Frauen da zumutet. Und wie sie mit den Ängsten dieser PolizistInnen umgeht, denn dieser Betrunkene ist vielleicht gar niemand, der Fotos ins Netz stellt. Es waren nur die Gedankenverknüpfungen dieses Polizisten, der sich gerade das vorstellte. Pech für den Fotografen. Aber wir, die ständig gegen unseren Willen abgelichtet werden, sollen schweigen dazu?

Direkt verantwortlich ist Herr Boris Rhein und sind die Frankfurter Politiker, die diesen Wahnsinn, der auch noch unendlich teuer ist, verursacht haben.

M12 in Frankfurt #Occupy

M12 in Frankfurt #Occupy

Vorne weg: Meldung++Mittwoch vor 8 Uhr am #Occupy #Camp #Frankfurt+++Dort treffen sich alle die gegen die Verlegung des Camps protestieren.+++Meldung

Der Aktionstag heute zeigte wieder, wie friedlich die unterschiedlichen Menschen ihren Protest ausdrückten. Vor der spanischen Botschaft protestierten Menschen der Indignados + Freunde gegen den Abbau der demokratischen Rechte in Spanien. Sie klebten sich rote Pflaster auf den Mund um zu zeigen, dass die Menschen mundtot gemacht werden sollen, wenn sie sich über die Lage der Menschen und die vermutlichen Ursachen austauschen oder gar demonstrieren.

Oliver sprach dann auf der letzten Veranstaltung vor dem Camp und erinnerte an Willi-Brandts Worte: “Demokratie wagen” Doch ruft er: Wir können nichts wagen, wir können nur noch retten, was zu retten ist. Überall werden die demokratischen Rechte eingeschränkt.

Auf dem Platz vor der Börse wurde der Bulle als goldenes Kalb geschlachtet. Wenn ich an JP-Morgan denke, ist das für mich stimmig. Denn wer zahlt denn die Verzockerei der Banken? Wir 99%.

Und dann die Reden am Camp. Egal was Occupy-Frankfurt auch vor brachte. Die Stadt sagte: Nein. So muss das Camp auf das Rebstockgelände ausweichen und wer glaubt schon an ein Wiedersehen an der EZB? Von Occupy-Camps geht keine Gewalt aus. Nirgends. Und trotzdem soll das Camp  weichen. Denn der Bannstreifen während Blockupy um die EZB umfasst auch dieses Gelände.

Das die Stadt Zerstörung entgegentreten will ist gut, doch was ist mit der Zerstörung der Leben der Menschen, die nicht von ihrem Lohn mehr leben können? Kein Wort darüber, wie notwendig Blockupy für die Menschen ist. Ich gehe davon aus, dass die Fraktionen in der Stadt völlig zerstritten sind innerlich. Es wird ja selbst die Veranstaltung der Ordensbrüder verboten.

Da gewinnen die Durchgreifer, die wissen wo es lang geht. Na dann.

Eben kein Wort zu der Notwendigkeit der Proteste von Seiten der Stadt. Da müssen wir jeden einzelnen Politiker persönlich ansprechen, der für dieses umfassende Verbot war.

Ich denke, dass die Geschichte zeigen wird, wer hier auf der retardierenden Seite steht.

Blockupy vereint auf ungewöhnliche Weise so viele linke und andere Organisationen, wie nie zuvor hier möglich war. Schon das ist ein historischer Moment, an dem wir teilhaben.

Hier die wunderbaren Bilder aus der FR.

Und dann meine 

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Volles Haus – zusammen mit Occupy-Frankfurt, Occupy-Money und Blockupy

Occupy am 1. Mai

Am 1. Mai hatte das Café Karussell zu einem Treffen mit Occupy eingeladen. Das Café war voll und über die zweieinhalb Stunden blieben die hohe Konzentration und Teilnahme der Besucher auf die drei Referenten ungebrochen. Das zeigt doch, wie dieses Thema allen unter die Haut geht. Dieser Nachmittag war beeindruckend.

Erik sprach für Occupy-Frankfurt, Hajo für Occupy-Money und Thomas für Blockupy. Vorneweg, alle drei hätten viel länger und mehr sagen, beantworten und erklären können. So hatten die Teilnehmer schon genug damit zu tun, die vielen Informationen aufzunehmen. Angesprochen wurde aus dem Publikum die erlebte Unfähigkeit, die Fragen nicht mehr allein beantworten zu können und dadurch ein Gefühl der Hilflosigkeit. Auch diese Stunden rissen mehr an Themen an, als sie klären konnten. Doch sah man auch, wie sie bearbeitet werden könnten, wen man fragen kann, um weiter zu kommen und wie es denn mit denen ist, die zu Occupy gehören.

Erik startete mit einer Einführung zu Occupy-Frankfurt und dem Camp.

Gerade am 1. Mai war der 200. Tag des Camps in Frankfurt. Es ist ein Ausdruck des Willens und der Stärke derjenigen, die etwas verändern wollen am System. Symbolisch soll das Camp zeigen: Wir füllen die öffentliche Plätze bis die Gesellschaft wieder Politik für die Menschen macht. Und wir stellen die 99% der Menschen da, denen eben nicht das Kapital gehört.

Michael vom Café fragte dann: Ihr lebt dort eine alternative Lebensform?

Erik: Ich sehe da drei Punkte:

Das Wissen über all die Fragen zum Finanzsektor/mögliche Lösungen muss weit verbreitet werden, denn zur Zeit können nur noch Experten die Lage überblicken und gerade diese Experten haben uns ja in die Krise geführt.

Wir möchten aufklären und stellen keine Forderungen. Das Camp ist eine angemeldete Mahnwache. Eine Spezialität im deutschen Recht. Das Camp ist strukturarm. Das bedeutet, dass nur dann was geschieht, wenn es der/die selber tut. Der Eigenanteil, das Eigenengagement wird von jeder/m selber gestaltet. Und dies fällt unterschiedlich aus. Es werden daraus eigene Ideen entwickelt, die drei Prinzipien entsprechen sollen.

1) Nur bei friedlichem Protest hören alle zu

2) Wir sind offen für alle Argumente und Menschen(außer Neonazis und Rechtsradikale)

3) Transparenz in der Arbeit

Das soll heißen, dass man Wissen nicht zu Macht gebraucht, sondern nach bestem Wissen und Gewissen als umfassende Wahrheit weitergibt.

Das Camp ist ein Ort, die bei uns sonst fehlen, an dem man sich was neues anhören kann, wo man sich politisieren kann. Occupy ist keine Bewegung, die es bisher gegeben hat. Das sich Zuhören dauert eben-dafür verstehen alle.

Frage aus dem Publikum:

Warum konzentriert ihr euch nicht auf die Parteien?

Antwort: Wir wollen Personen und keine Parteien um neue Ansätze zu suchen und Lösungen aufzuzeigen. Projektbezogen gibt es Zusammenarbeit mit NGO´s und DGB,..

Weitere Frage:

Und gibt es Banker, die “euch mögen”.

Antwort: Es gibt “Banker”, die uns zum Glück  mit ihrem Wissen helfen.

Hallo Erik-ich hoffe, dass die Zusammenfassung ok ist?

Nun zu Hajos Teil, der seine Ideen über Occupy-Money einführte mit seiner Wut über diese Finanzkrise.

Der Name leitet sich ab von dem Buch von Frau Professor Kennedy: Occupy-Money und das Motto ist:  Geld soll der Gesellschaft dienen.

Hajo ist ehrenamtlich sehr engagiert in Frankfurt. “Ich leide unter der öffentlichen Verarmung.”

Es gäbe zu wenig Kompetenz in den Parteien und er sähe da auch keinen Willen etwas grundlegend zu verändern. Den Weg durch das Camp kann er auch nicht gehen, denn seiner Ansicht nach dauert dieses pädagogische Projekt Camp zu lange und die nächste Finanzkrise wird existentieller sein als bisher. Daher sollten wir gut vorbereitet sein. Im Camp fehlt ihm das bewusste Herangehen.

Plan A) Wir schaffen es, vorher das System zu reformieren

Plan B) Wir schaffen das nicht und müssen möglichst organisiert durch die Krise kommen und neu beginnen

Er geht davon aus, dass die Angestellten im Finanzsektor Angst und zu einem hohen Grad innerlich gekündigt haben. Da er ihnen keine Alternativarbeitsplätze anbieten kann, möchte er Strukturen schaffen, wo sie ihr Wissen in die Bewegung einbringen können ohne sich “outen” zu müssen. Damit soll die Aufklärung der Menschen forciert werden.

Ganz wichtig ist Hajo die Verantwortung gegenüber der Stadt Frankfurt.  War bisher der Eindruck vorherrschend, dass die Banken gut für die Stadt sind, so kann sich das im Rahmen der kommenden Krise in das Gegenteil verdrehen. Und für diesen Fall sollten sich alle gut vorbereiten. Er sieht stark sinkende Einnahmen und große Arbeitsplatzverluste. Wir müssen öffentliche Alternativen aufbauen. Dazu gibt es gelebte Alternativen, wie in der Schweiz.

Der dritte Abschnitt beschäftigte sich damit, dass der ESM ein Direktorium hat ohne demokratische Legitimation aber mit Macht auf Staatshaushalte. Gegen diesen Abbau demokratischer Strukturen möchte er etwas operativ dagegensetzen. Die Vernetzung der guten Ansätze einiger Bewegungen ist zu gering. “So kann Ackermann über uns lachen und wir werden nicht ernstgenommen.” Während die Linken noch über Kapital und Arbeit streiten, hat sich der Finanzsektor eigenständig entwickelt.”

Er verweist auf die 12 Thesen(unter Finanzmarktthesen) von Professor Helge Peukert, der beschreibt, wie veraltet in den Parteien die Finanzmarkttheorie ist.

Occupy-Money hat sich als Gesellschaft bürgerlichen Rechts gegründet und ist kraftvoll gestartet. Unter Occupymoney.de kann man sich zu den Arbeitsgruppen anmelden und weiter informieren.

Thomas sieht in Occupy die erste Bewegung, die global etwas verändern kann. Er stellte die Organisation Blockupy vor.

Was das Bedeutendste (aus meiner Sicht) ist ist, dass sich in diesem Projekt die Linken nicht wieder aufspalten und mit den anderen zusammenarbeiten. Das hat es so in der Geschichte zumindest Deutschlands noch nicht gegeben. Das schreibt selber Geschichte. 400 Delegierte trafen sich im Februar in Frankfurt und beschlossen die Organisation von Blockupy jetzt im Mai. Block kommt von G8 und Nato und (occ)upy bleibt vom Besetzen übrig.

Es wird am 16. einen Informand geben vor der EZB. So ein Infostand wurde auch bisher schon immer zur Neu-Festsetzung der Leitzinsen einmal im Monat durchgeführt.

Am 17. Mai gibt es die Besetzung öffentlicher Plätze mit einem bunten Programm.

Am 18. wird die EZB an allen Eingängen mit zivilem Ungehorsam blockiert und alle guten Ideen sollen umgesetzt werden, wie die Lahmlegung aller Institutionen des Finanzsektors und der ausführenden Organisationen.

Am 19. Mai ist eine internationale Demo. Der weiteste Bus reist aus TUNIS an.

Die Themen auf der Demo werden sein: Die Politik der EZB in der Troika

Kritik an der Politik

Das entdemokratisierte Europa

Die Augen der Welt werden an diesem Tag auf Frankfurt gerichtet sein.

Es gab noch eine Diskussion, die erst aufhörte, als das Café schloss.

Vielen Dank für diese tolle Veranstaltung an alle Beteiligten.

Und noch einmal: Wenn wir auf das Gemeinsame sehen und nicht das Trennende in den Vordergrund stellen, werden wir zusammen weiterkommen.

Occupy-Frankfurt-Demo heute am 21.4. #frisch gebloggt

*Occupy-Frankfurt* hatte heute zur Demo aufgerufen
Das war mutig angesichts des schlechten Wetters und der anderen Demos in der Stadt.
Man kann sagen: Es ist richtig was los in Frankfurt

Wir waren nicht wirklich viele heute, doch Wolf (siehe Foto) hat die Stimmung vom LKW gut moderiert. Dabei sind die Lautsprecher im Wasser der Planen abgesoffen. Trotzdem machte er gute Laune und diese kleine Demo zu einem Erfolg.
Natürlich nicht er alleine. Jede/r die/der kam war sehr wichtig und die RednerInnen ebenfalls.
Es ist international – bunt, wie die Menschen eben sind- und über die Inhalte könnt ihr auf den Fotos weiterforschen.
An großen Plätzen machten wir einen Stopp und es gab ein paar Worte. Berichtet wurde u.a. von den kleinen Opfern, den Rentnern, die sich zur Zeit in Griechenland und Italien aus Verzweiflung das Leben nehmen um ihren Kindern nicht zur Last zu fallen. Noch können wir uns das so nicht vorstellen. Gerne würde ich allen wieder Hoffnung geben, doch….. Das sie erwähnt werden hier finde ich gut. Unsere Medien bieten uns diese Dinge nicht. Wir hören dieser Tage nur was über die FDP. Als ob es nichts bedeutenderes gäbe.
Mir ist eines noch wichtig und ich weiß nicht, ob ich es wirklich gut ausdrücken kann. Jede/r einzelne war dort aus seiner eigenen Motivation. Und so hat Wolf mal was gesagt, was mir nicht über die Lippen käme. Doch wichtig sollte sein, was uns verbindet. Daraus eine Kernzelle der Weiterentwicklung machen, könnte die Aufgabe für uns sein.
Leider war dieser Gedanke nicht bei allen präsent. Gut, wir sind nicht weiter als wir es sind. Es ist auch so schwierig.

Die Polizei war heute ok. Sehr viele nette junge Frauen und Männer auf Motorrädern begleiteten uns. Es war also kein schwarzer Kampfanzugtrupp um uns paar Leutchen herum. Ich empfand sie als hilfreich bei dem Zug durch den Verkehr.
Ein paar rechte Säufer hielten sich auch etwas zurück, als die Polizei hinter ihnen auftauchte. Deeskalierend.

Ich drücke allen TeilnehmerInnen die Daumen für die weitere Entwicklung und wünsche Ihnen das Durchhaltevermögen sich vom schier unendlichen Widerstand der anders Interessierten nicht abbringen zu lassen.
Ich bleibe dabei, das ist sicher.

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Der beste Ostermarsch seit langem in Frankfurt

Es ist ja oft so, dass bei schlechtem Wetter sich vielleicht wegen der äußeren Bedingungen eine gute Stimmung einstellt. Ja, es waren schon mal mehr Leute dabei. Es waren aber auch schon weniger. Das jedenfalls trübte die Laune nicht. Und schnell waren alle in einem Gespräch vertieft. Der Regen hörte irgendwann auf. Und schwuppdiwupp waren wir am Römer. Gute Musik empfing uns. Das sind Ostermarschierer/ innen ja nicht gewöhnt und so kamen wir beim Suchen nach Bekannten  bei der Runde über den Römer schnell auf die Frage, wer denn da spielt. Es war die Gruppe BOTS ! Die wollte ich immer schon mal live erleben.

Ja, wie ich eben lese, hat Dieter Dehm (Egal, was man von ihm hält, bitte!)die Gruppe wieder mehr im Auge und ich muss sagen, auch wenn es Veränderungen gegeben hat und die Jungs einiges hinter sich haben, was das Leben so mit einem anstellt: Heute wurden sie wieder richtig gut. Das lag an dem begeisternden Publikum oder besser: Beide, Gruppe und Publikum zogen sich selbst hoch und am Ende war Konzertstimmung auf dem Platz. Yeah!!

Dieser erfreuliche Bericht ist natürlich nicht alles. Es gab vier Reden und ich möchte an die Frau aus Israel erinnern(Shula Keshet), die uns zeigte, wie widersprüchlich dieses Land auch mit seinen Einwohnern umgeht und es kein FEIND ist. Es ist ein Land. Und es ist nicht besser als ein anderes. Die Diskriminierung der Menschen, die aus der arabischen Welt zugewandert sind, gleicht dem, was ich aus vielen anderen Ländern höre und ich bin damit genau so unzufrieden. Für einen Ostermarsch fand ich das eine sehr engagierte Idee. Frieden gerade mit dem, der uns so kriegerisch erscheint. Hier ein kurzfristiger Link zur Hessenschau, in der über Frau Keshet berichtet wird und Herr Schwoerer zu Wort kommt. Allerdings fehlt Jan vom Camp völlig.

Vor Frau Keshet sprach Jan vom Occupy-Camp aus Frankfurt. Und Jan hat es wirklich drauf. Er kann gut Reden halten. Nicht eine Minute hatte man das Gefühl etwas vorgequatscht zu bekommen. Er sprach und war authentisch. Was für ein Segen!!!  ‎Jan selber zum Abschluss, auf die Zukunft der gesellschaftlichen Entwicklung bezogen: “Und eins ist sicher: Dieser Hippie will nicht in einer Höhle leben!” 

Um es kurz zu machen: Alle Reden waren gut zu hören. Die Inhalte waren auch ok, weil keiner versuchte uns über irgendeinen Tisch zu ziehen. Die nächsten Veranstaltungen werden wohl hier in Frankfurt die Tage von Blockupy sein. Hier ist der Link dorthin. Das ist ja eine sehr internationale Seite. Toll. Da wird es am 17. 5. mit einer Besetzung der Frankfurter Plätze losgehen. Am 18.5. wird die EZB blockiert und am 19. 5. gibt es eine Großdemo.

Dieser Einsatz für den Frieden hat sich für alle gelohnt. Danke an die OrganisatorInnen und die Mitwirkenden und die netten Leute die kamen.

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