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und 2010 kann beginnen

Hap Grießhaber, Frau Merkel und #unibrennt

Der Asta der Uni Hohenheim hatte schon immer eine besondere Beziehung zu Hap Grieshaber. Klar, das hat zum einen mit der örtlichen Nähe zu tun, denn Grießhaber kommt aus dem Ländle. Es haben sich inhaltlich auch immer wieder Überschneidungen ergeben.

Heute besuchte ich eine Ausstellung der Justus-Liebig-Universität in Gießen zu „Hap Grießhaber und die Antike„.

Grießhaber war gegen jede Form der Diktatur.

Wir Studierende hatten keine verfasste Studierendenschaft in Baden-Württemberg. Jede Arbeit des Asta war illegal. Uns gab es zwar, allerdings ohne Rechtsgrundlage. Besonders unangenehm war dies in einer Situation, wie sie es heute in Frankfurt an der Uni zu sein scheint. Eine Leitung, die diese Position nutzt, um zu regieren. Und das nach allem, was ich so sagen kann undemokratisch. So ging es uns damals auch. Nur hatten wir kein legales Instrument, um unsere Rechte zu verteidigen. Wir haben viel zu lange gebraucht, um aus der Position: „Das sind doch alles Chaoten“, heraus zu kommen. Es ist uns gelungen und heute haben die Studierenden wieder mehr Rechte. Wie wir sehen, reichen sie nicht aus.

Frau Merkel, sagen Sie doch nach Ihrer Forderung an den Iran auch etwas zu den friedlichen und berechtigten Protesten an unseren Unis. Warum dürfen die mit Polizeigewalt beendet werden?

Politische Justiz in Griechenland

Guten Flug, Herr Müller-Esterl ! #unibrennt

Weil ich gefragt wurde, wo steht denn die Erklärung der Lehrenden der Goethe-Uni, habe ich den Text einfach in mein Blog gestellt. Damit kann jeder an den Text heran.

Mittlerweile habe ich auch durch Angestellte der Uni erfahren, dass es mächtig brodelt im Betrieb, weil die Umwandelung zur Stiftungs-Uni die Leute ohne Arbeitsverträge weiterarbeiten lässt. Und die Abteilungsumstrukturierungen eine Menge Zweifel aufwerfen.

Ich hatte damals mit Turmer auch einen durch und durch undemokratisch reagierenden Unirex. Das ist ihm nicht gut bekommen, denn als sich die Folgen deutlicher abzeichneten, wurde seine Saison beendet. Bis dahin konnte er viel Schaden anrichten, leider. Demokratie ist eben zentral, sonst fliegt einem die Uni um die Ohren. Guten Flug, Herr Müller-Esterl!

Erklärung Lehrender der Goethe-Universität Frankfurt zum Vorgehen des Präsidiums

gegen die Alternativveranstaltungen im Rahmen des Bildungsstreiks und die Räumung

des Casinos des IG Farben-Hauses

Als Lehrende der Goethe-Universität Frankfurt missbilligen wir die vom Präsidium getroffene

Entscheidung zur polizeilichen Räumung der Universität und den gewaltsamen Abbruch der

Alternativveranstaltungen von Studierenden und DozentInnen im Rahmen des

Bildungsstreiks.

Die in der Begründung vorgebrachten Argumente bezüglich der Sachbeschädigungen

rechtfertigen nicht die gewaltsame Auflösung von selbstorganisierten Lehrveranstaltungen

durch ein Polizeikommando. Die Räumung stellt einen nicht akzeptablen Eingriff in die

Freiheit von Forschung und Lehre dar. Die ausschließliche Fokussierung auf „Vandalismus“

dient einzig der Delegitimierung und Kriminalisierung des Protests und lenkt von den

intensiven inhaltlichen Auseinandersetzungen ab: Bildung braucht Zeit und Raum. Dies zu

organisieren war Ziel der Besetzer/innen des Casinos des IG Farben-Hauses.

Sachbeschädigungen sind von der Mehrheit der Besetzer_innen weder unterstützt noch

gutgeheißen worden.

In über 70 Workshops haben sich Studierende und Lehrende mit dem dringenden Anliegen

einer Analyse und Bewertung der Hochschulreformen sowie der Studien-, Lehr- und

Forschungsbedingungen an unserer Universität auseinandergesetzt. Dem von ihnen in Gang

gesetzten, notwendigen Diskurs hat sich das Präsidium entgegen aller Behauptungen

entzogen.

Wir wenden uns entschieden gegen die konfrontative Haltung und Missachtung der Anliegen

der Beteiligten des Bildungsstreiks und fordern die sofortige Einstellung der strafrechtlichen

Verfolgung von Studierenden und Dozent/innen. Wir fordern die Universitätsleitung auf, die

Aktivitäten im Rahmen des Bildungsstreiks nicht mehr zu behindern.

Frankfurt, den 3.12.2009


ErstunterzeichnerInnen:

Christoph Bauer

Dr. Kendra Briken

Dr. Oliver Brüchert

Dr. Sonja Buckel

Simone Claar

Prof. Dr. Alex Demirović

Dr. Andreas Eis

Juliane Hammermeister

Prof. Dr. Joachim Hirsch

Johanna Hoerning

Dr. Stefanie Hürtgen

Dr. Dirk Martin

Susanne Martin

Prof. Dr. Frank Nonnenmacher

Dr. Nadja Rakowitz

Margit Rodrian-Pfennig

Dr. Martin Saar

Dr. Thomas Sablowski

Dr. Jens Wissel

Dr. Claudia Wucherpfennig

Frohes Fest

Das hat mir aus meiner Weihnachtspost so gut gefallen.

Und das ist auch nett. Mal sehen, was noch so kommt.

Das kam heute :

Du fährst mit dem Auto und hältst eine konstante Geschwindigkeit. Auf deiner linken Seite befindet sich ein Abhang. Auf deiner rechten Seite fährt ein riesiges Feuerwehrauto und hält die gleiche Geschwindigkeit wie du. Vor dir galoppiert ein Schwein, das eindeutig größer ist als dein Auto und du kannst nicht vorbei. Hinter dir verfolgt dich ein Hubschrauber auf Bodenhöhe. Das Schwein und der Hubschrauber haben exakt deine Geschwindigkeit!
Was unternimmst du, um dieser Situation gefahrlos zu entkommen???

Vom Kinderkarussell absteigen und weniger Glühwein saufen!!!!

Achtung hier ist noch etwas! Musizierende Rentiere zum Anklicken.

Frank Mazny Leibowitz Kontakt mit der Staatsmacht

Wer so etwas noch nie gehört hat oder gar erlebt, der kann es gar nicht fassen, was ihm da widerfahren ist. Doch wer schon mal Kontakt dieser Art mit der Staatsmacht hatte, der weiß, dass man sich nicht sicher sein kann. Und nach einer solchen Durchsuchung hat man das Gefühl von trautem Heim verloren. Das ist dem Staat und den durch führenden Organen aber wurscht. Die PolizistInnen reagieren oft aus eigenem Unwohlsein so und weil es aus Sicherheitsgründen so angeordnet wurde. Da muss sich jeder drüber klar sein, der zur Polizei geht. Er löst auch bei völlig unschuldigen Menschen einen Prozess aus, der nicht in einem positiven Gefühl für den Staat endet.

Aus Frank Leibowitz’ Blog

20.12. 2009

Was mit Polizei und Bürgerrechten

Letzten Montag gab es für mich eine vorweihnachtliche Überraschung der besonderen Art. Morgens kurz nach 8 Uhr wurden Frau Leibowitz und ich durch wüstes Sturmklingeln an der Haustür geweckt. Wie meistens war sie schneller aus dem Bett als ich und öffnete die Tür. Damit begann unser morgendlicher Albtraum. Während ich versuchte in eine Jeans zu kommen, stürmten drei Herren und eine Dame der Kriminalpolizei wie ein Rollkommando unsere Wohnung und trieben uns in die Küche. Von dem Lärm geweckt kam auch die Tochter von Frau Leibowitz aus ihrem Zimmer und wurde ebenfalls in der Küche festgehalten. Richtig vorgestellt hat sich von der Polizei eigentlich niemand, der Leiter der Aktion brüllte nur irgendwas von Durchsuchungsbefehl und dass wir uns viel Ärger ersparen könnten, wenn wir alles sofort zugeben. Bis dahin hatte ich keinen blassen Schimmer um was es überhaupt ging, deshalb fragte ich nach, weshalb sie morgens in unsere Wohnung eindringen würden. Als ich den Grund erfuhr, wurde mir zwar einiges klar, fassungslos war ich aber immer noch. Neulich wurde im Krankenhaus in dem arbeite eingebrochen und anscheinend bin ich derart verdächtig, dass man Ermittlungen gegen mich eingeleitet hat. Ich weiß natürlich ein paar mehr Details, die darf ich aber während der laufenden Ermittlungen nicht veröffentlichen.

Da standen wir also frisch aus dem Bett gescheucht mit der Polizei in der Küche und wussten nicht recht, wie uns geschah. Ich für meinen Teil muss nach dem Aufstehen erstmal meine Blase erleichtern, weshalb ich das den Herren mitteilte und ins Badezimmer gehen wollte. Sofort versperrten sie mir zu zweit den Weg, und brüllten mich an, dass das jetzt nicht gehe, denn vorher müsste der Raum durchsucht werden. Auf meine Nachfrage, warum sie sich nicht wie normale Menschen benehmen könnten und weshalb sie mir das Recht vorenthalten, in meiner Wohnung die Toilette aufzusuchen, bekam ich lediglich zur Antwort man könne mich schließlich auch einfach zu Boden werfen und mir Handschellen anlegen, wenn ich mich jetzt nicht ruhig verhalten würde. Danach durchsuchte einer der Beamten die äußerst verdächtigen Kosmetikartikel meiner Damen, während ein anderer mich abtastete. Bevor er in meine Hosentaschen griff fragte er noch süffisant, ob ich irgendwelche scharfen Gegenstände wie Spritzennadeln darin hätte. Nach dieser peinlichen Prozedur wollte ich dann endlich im Bad verschwinden, als man mir mitteilte, dass die Tür aber geöffnet bleiben müsste. Das ich unter diesen Umständen nicht mehr Pinkeln wollte und konnte, kommentierte einer der Beamten mit den Worten: “Der wollte ja eh nur auf cool machen”.

Frau Leibowitz, die außer dass sie mit mir in einer Wohnung lebt, nichts mit der Sache zu tun hat, erging es nicht viel besser. Auch ihr verweigerte man den Toilettengang und untersagte ihr sogar sich etwas anderes anzuziehen. Schließlich hatte sie nur ihr Nachthemd an und es standen vier fremde Personen, darunter drei Männer in der Wohnung. Der Beamte der mich durchsucht hatte, meinte nur dass sie sich gerne bei geöffneter Tür umziehen könnte, er würde sich auch umdrehen. Dabei war eine Beamtin anwesend, die mit ins Schlafzimmer hätte gehen können. Das wäre zwar immer noch demütigend gewesen, sie hätte sich aber wenigstens nicht mehr in Nachtwäsche präsentieren müssen. Immerhin erlaubten sie ihrer Tochter, die sich nach einiger Zeit mit einem dringenden Bedürfnis meldete, ungefilzt und alleine die Toilette aufzusuchen.

Jetzt begann die Durchsuchung der Wohnung, vor der uns die Beamten sagten, dass sie nach Tresorschlüsseln und nach Schleifscheiben für einen Winkelschleifer suchen würden. Unsere Sachen durchwühlten sie aber recht halbherzig, denn sie nahmen sich hauptsächlich meinen Schreibtisch und den Schrank im Arbeitszimmer vor. Die Seriennummer meines Laptops haben sie sicherheitshalber auch aufgeschrieben, dabei hätten sie einfach nur nach dem Kassenzettel fragen können, den ich immer noch aufbewahre. Ich hatte den Eindruck, diese Ermittler sind davon ausgegangen, dass man Schlüssel und Schleifscheiben ausschließlich im Arbeitszimmer versteckt aber auf gar keinen Fall im begehbaren Kleiderschrank, Schlaf- oder Wohnzimmer. Nachdem sie natürlich nichts gefunden haben, wollte man noch die Außenbereiche der Wohnung inspizieren. Mit einer Taschenlampe leuchteten sie den Schuppen, in dem wir das Kaminholz lagern aus, rührten aber keinen der Holzscheite unter denen man ja prima etwas hätte verstecken können an. Im Keller angelangt stellte der Leiter der Durchsuchung fest, dass diese Räumlichkeiten für jedermann zugänglich seien, wozu wir ihm beipflichten mussten. Dann fragten sie nach ob wir im Besitz eines Winkelschleifers wären. Daraufhin übergaben wir die Flex vom Schwiegervater in spe, der man schon ansah, dass sie seit einiger Zeit nicht mehr benutzt worden war. Trotzdem wurde die Flex samt der beiliegenden Schleifscheiben eingehend untersucht und wahrscheinlich als mögliches Beweismittel gegen mich sichergestellt.

Zum Abschluss sollte mir als Verdächtigen auf richterliche Anordnung eine DNA-Probe entnommen werden. Da ich mit dem Diebstahl nichts zu tun habe und nach dem bisherigen Verhalten der Polizei mittlerweile Angst hatte, habe ich ihnen das bisschen Spucke überlassen. Der Beamte der mir die Wattestäbchen in den Mund steckte, war nur sichtlich verärgert, dass ich mir alle schriftlichen Belehrungen über die Entnahme von DNA durchgelesen habe und die Speicherung meiner Probe zum Vergleich mit weiteren Straftaten verweigerte. Damit war der zweistündige Spuk vorbei und die Polizei verließ das Haus. Auf meine letzte Anfrage nach Namen und Dienstnummern der beteiligten Beamten bekam ich lediglich den genervten Hinweis auf ein Formular zur Durchsuchung, auf dem der Name des Leiters und der Beteiligten stehen würde.

Ich muss zugeben, dass ich nach dieser Aktion regelrecht unter Schock stand. Was da eigentlich passiert ist, wurde mir erst in vollem Ausmaß in den letzten Tagen klar, deshalb war es die letzte Woche auch so still in diesem Blog. Nachdem wir uns also etwas gesammelt hatten, stellte Frau Leibowitz fest, dass die Polizei widerrechtlich in unserer Wohnung war. Man hatte uns zwar ständig einen richterlichen Beschluss vor die Nase gehalten, wir hatten aber zu keiner Zeit die Gelegenheit, ihn uns richtig durchzulesen. Darin wird nur die Entnahme meiner DNA angeordnet, eine Durchsuchung der Wohnung wird nicht erwähnt. Die Polizei ist also ohne richterlichen Beschluss in unsere intimste Privatsphäre eingedrungen, hat in unseren Sachen gewühlt und unsere Bürgerrechte beschnitten. Dazu kommt noch das unverschämte Verhalten der Beamten, das selbst bei einer rechtlich korrekten Durchsuchung inakzeptabel gewesen wäre.

Da wir in einem Rechtsstaat leben sollte man nun erwarten können, dass man gegen eine Solche Behandlung Beschwerde einreichen könnte. Dem ist aber nicht so. Wir haben natürlich einen Rechtsanwalt eingeschaltet, der hat uns aber wenig Aussicht auf Erfolg gegeben. Denn es gibt ein paar Urteile im Zusammenhang mit der Fahndung nach Terroristen der RAF aus den 1970er Jahren, die Wohnungsdurchsuchungen ohne richterliche Anordnung nachträglich für Rechtens erklärt haben. Bis letzten Montag dachte ich noch, das wir halbwegs in einem Rechtsstaat leben würden und man solange als unschuldig gilt, bis man rechtskräftig verurteilt worden ist. Das Verhalten der Polizei und die Urteile unserer Richter haben mich aber inzwischen eines besseren belehrt. So wie es aussieht gibt es keine rechtliche Möglichkeit dagegen vorzugehen, deshalb bleibt mir nur der Weg die Sache öffentlich zu machen. Da man nicht alles glauben soll was in Blogs steht, versichere ich dass sich die Aktion wie von mir beschrieben zugetragen hat und alle Unterlagen unserem Anwalt vorliegen. Über weitere Ergebnisse der Ermittlungen werde ich euch auf dem Laufenden halten.

Kategorie: Leben
Tags: bürgerrechte, hagen, polizei, recht


Wintergrillen — bei minus 16 Grad

Wintergrillen

Vier Stunden in dieser Kälte . Es war wunderschön-wie jedes Jahr!

Und erstaunlich ist, dass man diese Zeit draußen übersteht und nicht einfriert. Die armen Würstchen der Fleischesser sind leider vor dem Grill zu Stein gefroren. Das war ein Gag.

Grillen im Schnee

Allerdings ergeben sich Gespräche über den Wert des Feuers. Und wie gut es ist, dass wir heut zu Tage eine Heizung haben. Denn der Rauch und die umher spritzenden Funken sind für unsere Kleidung nicht gut. Und natürlich zum Klimagipfel gab es viele Überlegungen zum CO2-Ausstoßes eines Lagerfeuers. Über uns funkelten die Sterne.

Der Glühwein tat alles, was er seinem Namen schuldig ist und wärmte uns. Das allerdings merkten wir nur an den lustigen Formulierungen in unseren Gesprächen.

Ein richtiger Glühwein

Was gemütliches zum Advent


Advent

Es treibt der Wind im Winterwalde
die Flockenherde wie ein Hirt,
und manche Tanne ahnt, wie balde
sie fromm und lichterheilig wird,

und lauscht hinaus. Den weißen Wegen
streckt sie die Zweige hin – bereit,
und wehrt dem Wind und wächst entgegen
der einen Nacht der Herrlichkeit.

Rainer Maria Rilke (1875-1926)

Donata, Tochter Venedigs

Besprechung eines historischen Romanes von Donna Jo Napoli

Frau Professor Napoli stammt aus einer italienischen Familie. Da sie in den USA lebt, hat sie vermutlich versucht, ihre italienischen Wurzeln zu ergründen und sich in die Geschichte Venedigs eingearbeitet. Sicherlich nicht zufällig heißt die „Heldin“ Donata in Anspielung auf ihren eigenen Namen. Und schon sind wir mittendrin in der Frage, was denn diesen Roman zu einem historischen Roman macht. Sicher ist Frau Napoli als Linguistin bestens mit den aktuellen Diskussionen über das Entstehen von Geschichte durch das Schreiben bestens vertraut. Geschichte ist gestaltete Erinnerung. Sie wird im historischen Kinder-und Jugendroman immer in einem Spannungsfeld zwischen Unterhaltung, Gegenwartsbezug, Fiktion und Faktum angeboten. Was ihr den Begriff der Zwittergattung einbrachte. Das genau kann man in diesem Roman gut erkennen. Wir lernen durch Donata das Alltagsleben aus vielen Aspekten im Venedig des 16.Jhds kennen. Ereignisse, Gesetze, Lebensumstände, Handel und Leben wird uns präsentiert durch ein Mädchen, das die Stadt erkundet und doch gleichzeitig ein Teil von ihr ist.

Dabei erfahren wir die Einzelheiten nicht durch eine Aufzählung, sondern eine Ich-Erzählung. Die Renaissance der hist.KJL ermöglichte eine subjektive Perspektive auf die Geschichte durch neue narrative Erzählformen. Donata erzählt uns ihre Erlebnisse, Gedanken und auch Gefühle. Wir erleben Venedig anhand eines Entwicklungsromanes, in dem geschichtliche Personen, Ereignisse und Lebensverhältnisse narrativ mit der Fiktion von Donata und ihrer Familie dargestellt werden.(Papst Johannes XXII, Tizian, Erlass der Großen Rates 1297, Handelsabkommen über Rohstoffe wie Wolle, Holz, die Inquisition, das Erbrecht, die Stellung von Mann und Frau, die Kindersterblichkeit, Judenverfolgung, venezian. Gerichtsbarkeit) Von der Typologie liegt Donata zwischen dem dokumentarischen hist.Roman, bei dem es um eine detailgetreue Abbildung hist.Wirklichkeit geht und dem realistischen hist.Roman, in dem eine fiktive Handlung in einem scheinbar realistischen Rahmen spielt. Donata beschreibt besonders am Anfang wie in einer Aufzählung so viele Einzelheiten aus dem Leben Venedigs, dass es eine Aneinanderreihung wird, in der die Dramaturgie stoppt.

Das alte Venedig

Wie andere Autorinnen auch richtet Frau Napoli die Aufmerksamkeit auf das Sozial-und Alltagsleben. Und gerade moderne Emanzipationsbestrebungen bilden den Rahmen für Donatas Entwicklung. Ihre Bedürfnisse sich anders zu entwickeln und an Bildung teilhaben zu wollen, sowie Entscheidungen über ihr Leben selber fällen zu dürfen, sind aus den heutigen Sichtweisen entlehnt und bilden den Gegenwartsbezug. Denn die AdressatInnen dürften in erster Linie Mädchen ab 12 Jahren sein, die histor. Romane interessant finden, zumal, wenn sie von Selbstfindung und erster Liebe in ihren eigenen Fragen angesprochen werden. Allerdings darf man in diesem Zusammenhang die Frage stellen, ob die Fiktion durch die heutige Frauenfrage nicht zu sehr belastet wirkt. Denn Menschenrechte, Lebensbedingungen, Architektur, Handel, Arbeitsbedingungen, gesellschaftl. Strukturen, Familienleben sind ja auch Themen, die in diesem sehr vollen Roman bewältigt werden müssen. Intensiv wird auch das Leben der Juden in Venedig behandelt.

Diese vielen Aspekte werden durch eine Dramaturgie erlebbar gemacht. Donata steht im Mittelpunkt der Handlung als „mittlere Heldin“ die sich ihres Standes bewusst wird und die Suche nach den epischen Wahrheiten formuliert. Dabei dürfen wir nicht zu genau Donatas Handeln untersuchen nach realistischer Umsetzbarkeit. Lassen wir diesen Aspekt außen vor, so erfahren wir viel über die Geschichte Venedigs. Die Kommentare zu den Rezensionen drücken den Zwiespalt zwischen Faktum und Fiktion aus. Entweder sie sind begeistert oder ganz und gar ablehnend. Wer eine wirklich spannende Geschichte erwartet wird enttäuscht, denn das Faktum steht im Vordergrund. Wer auf angenehme Art etwas über das alte Venedig erfahren möchte, ist hier richtig.

Winterlich-die Fröstelnde

Jetzt kommt er doch noch der Winter. Und bei mir schneit’s schon. Und zwar immer! Das sollte ja zum Skifahren reichen irgendwann. Die letzten Rosen sind heute in einer Vase auf dem Fensterbrett gelandet. Hoffentlich gehen sie noch auf. Draußen wäre es nichts mehr geworden. Dezemberrosen sind wunderbar.

Bei der Kälte kann ich gleich auf eine Ausstellung verweisen. Im Liebieghaus, ich bemerke jetzt erst, dass es mit zwei ‘ie’ geschrieben wird, ist eine Ausstellung von Houdon. Und eine seiner dort zu besichtigenden Hauptwerke sind Sommer und Winter. Die Figur für den Winter ist kein Väterchen Frost, sondern diese Schöne hier.

Die Fröstelnde

Die Ausstellung „Jean-Antoine Houdon: Die sinnliche Skulptur“, die anlässlich des 100-jährigen Bestehens der Liebieghaus Skulpturensammlung gezeigt wird, widmet sich vom 29. Oktober 2009 bis 28. Februar 2010 dem bildhauerischen Werk von Jean-Antoine Houdon (1741–1828). Als einer der bekanntesten französischen Künstler des 18. Jahrhunderts, beispielgebender Bildhauer der Aufklärung und erfolgreichster Porträtbildhauer seiner Zeit war Houdon in Frankreich, Deutschland, Russland, Italien und den USA tätig.

Soweit aus der Webseite des Museums.

Was mich an diesem Künstler der Aufklärung so fasziniert ist, dass er aus den Menschen soviel positives herausholt. Dem hätte ich auch gerne mal  Modell gesessen. Die Büsten und Stauen sind so lebendig. Wie bekommt man Bronze oder Gips oder Marmor dazu, so zu wirken. Doll!

Zurück zur Fröstelnden. Als Gegenstück zum Sommer stellt sie durchaus, trotz der Erotik, eine Verbindung zum todbringenden Winter da. Doch geht es auch im übertragenden Sinne um den Winter, denn die Gesellschaft verstieß verführte junge Frauen und verschloss ihnen ein Leben innerhalb der gesellschaftlichen Grenzen. Hier noch einmal einen Text aus dem Museum dazu:

Text zur Fröstelnden

So bekommt diese Kombination wieder einen Sinn, der der Aufklärung entspricht. Lest auf der Museumsseite weiter. Und wenn ihr könnt, geht einfach mal hin. Es ist keine große Ausstellung, doch durchaus einen Blick wert.

Alles Banane-der Bananensprayer

Da war sie wieder-die Banane. Diesmal in Speyer. Von Dr. Bee, damals noch im Museum für Moderne Kunst in Frankfurt am Main, hatte ich erfahren, dass das nicht zufällig von irgendjemandem hingesprüht wurde, sondern-er lächelte- „wilde Kunst“. Für dieses Wort ‘wild’ kann ich mich nicht verbürgen. Es war mehr das Gefühl, das bei mir ankam. Ein Besucher hatte ihn gefragt, was es denn mit der Banane auf sich habe, die draußen auf die Wand gesprüht war.

Hier war der Bananensprayer-in Speyer

Nun fragte ich mich, wie findet man jemanden, der Bananen auf Wände sprüht. Was könnte ein Schlagwort sein. Bananensprayer? Ok, versuchen wir’s. Und ja, da kommt ein Riesenwebauftritt über den Künstler Thomas Baumgärtel.

Von seiner Webseite habe ich einmal diesen Auszug mitgebracht, weil er uns etwas näher an die Banane heranbringt. Wer mehr von ihm sehen möchte kann hier seine Webseite besuchen.

Die besten Kunstorte der Welt

Mit der Spray-Banane kämpft Baumgärtel für die Freiheit der KUNST !

Seit 1986 sind viele der besten Kunstorte weltweit mit der Spraybanane durch den Kölner Künstler Thomas Baumgärtel vernetzt worden, ca. 4000 Orte von Köln über New York, Basel, Berlin, London, Moskau, Wien u.a. Baumgärtel hat jeden Ort von Anfang an fotografiert – sein Archiv enthält mehr als 5000 Fotos von Museen, Galerien, Kunstvereinen und alternativen Orten.

Baumgärtels Bananen, Geschenke an die Kunstinstitutionen, bilden auf einer zweiten Ebene die größte, weltweite Präsentation eines Werkes eines Künstlers – eine gleiche Arbeit hängt gleichzeitig in tausenden der interessantesten Galerien und Museen der westlichen Welt.

Baumgärtel setzt sein Zeichen bewußt wie einen psychologischen Test in der Kunstszene ein.

So wie die Auserwählten mit der Banane umgehen, so gehen sie auch mit der Kunst um, so das Fazit und die Erfahrung des Künstlers.

Seine Spray-Banane ist mittlerweile weltweit zum Qualitätssiegel und inoffiziellen Logo der Kunstszene geworden.