23 Dez
Frohes Fest
Das hat mir aus meiner Weihnachtspost so gut gefallen.
Und das ist auch nett. Mal sehen, was noch so kommt.
Das kam heute :
Du fährst mit dem Auto und hältst eine konstante Geschwindigkeit. Auf deiner linken Seite befindet sich ein Abhang. Auf deiner rechten Seite fährt ein riesiges Feuerwehrauto und hält die gleiche Geschwindigkeit wie du. Vor dir galoppiert ein Schwein, das eindeutig größer ist als dein Auto und du kannst nicht vorbei. Hinter dir verfolgt dich ein Hubschrauber auf Bodenhöhe. Das Schwein und der Hubschrauber haben exakt deine Geschwindigkeit!
Was unternimmst du, um dieser Situation gefahrlos zu entkommen???
Vom Kinderkarussell absteigen und weniger Glühwein saufen!!!!
Achtung hier ist noch etwas! Musizierende Rentiere zum Anklicken.
14 Dez
Donata, Tochter Venedigs
Besprechung eines historischen Romanes von Donna Jo Napoli
Frau Professor Napoli stammt aus einer italienischen Familie. Da sie in den USA lebt, hat sie vermutlich versucht, ihre italienischen Wurzeln zu ergründen und sich in die Geschichte Venedigs eingearbeitet. Sicherlich nicht zufällig heißt die „Heldin“ Donata in Anspielung auf ihren eigenen Namen. Und schon sind wir mittendrin in der Frage, was denn diesen Roman zu einem historischen Roman macht. Sicher ist Frau Napoli als Linguistin bestens mit den aktuellen Diskussionen über das Entstehen von Geschichte durch das Schreiben bestens vertraut. Geschichte ist gestaltete Erinnerung. Sie wird im historischen Kinder-und Jugendroman immer in einem Spannungsfeld zwischen Unterhaltung, Gegenwartsbezug, Fiktion und Faktum angeboten. Was ihr den Begriff der Zwittergattung einbrachte. Das genau kann man in diesem Roman gut erkennen. Wir lernen durch Donata das Alltagsleben aus vielen Aspekten im Venedig des 16.Jhds kennen. Ereignisse, Gesetze, Lebensumstände, Handel und Leben wird uns präsentiert durch ein Mädchen, das die Stadt erkundet und doch gleichzeitig ein Teil von ihr ist.
Dabei erfahren wir die Einzelheiten nicht durch eine Aufzählung, sondern eine Ich-Erzählung. Die Renaissance der hist.KJL ermöglichte eine subjektive Perspektive auf die Geschichte durch neue narrative Erzählformen. Donata erzählt uns ihre Erlebnisse, Gedanken und auch Gefühle. Wir erleben Venedig anhand eines Entwicklungsromanes, in dem geschichtliche Personen, Ereignisse und Lebensverhältnisse narrativ mit der Fiktion von Donata und ihrer Familie dargestellt werden.(Papst Johannes XXII, Tizian, Erlass der Großen Rates 1297, Handelsabkommen über Rohstoffe wie Wolle, Holz, die Inquisition, das Erbrecht, die Stellung von Mann und Frau, die Kindersterblichkeit, Judenverfolgung, venezian. Gerichtsbarkeit) Von der Typologie liegt Donata zwischen dem dokumentarischen hist.Roman, bei dem es um eine detailgetreue Abbildung hist.Wirklichkeit geht und dem realistischen hist.Roman, in dem eine fiktive Handlung in einem scheinbar realistischen Rahmen spielt. Donata beschreibt besonders am Anfang wie in einer Aufzählung so viele Einzelheiten aus dem Leben Venedigs, dass es eine Aneinanderreihung wird, in der die Dramaturgie stoppt.
Wie andere Autorinnen auch richtet Frau Napoli die Aufmerksamkeit auf das Sozial-und Alltagsleben. Und gerade moderne Emanzipationsbestrebungen bilden den Rahmen für Donatas Entwicklung. Ihre Bedürfnisse sich anders zu entwickeln und an Bildung teilhaben zu wollen, sowie Entscheidungen über ihr Leben selber fällen zu dürfen, sind aus den heutigen Sichtweisen entlehnt und bilden den Gegenwartsbezug. Denn die AdressatInnen dürften in erster Linie Mädchen ab 12 Jahren sein, die histor. Romane interessant finden, zumal, wenn sie von Selbstfindung und erster Liebe in ihren eigenen Fragen angesprochen werden. Allerdings darf man in diesem Zusammenhang die Frage stellen, ob die Fiktion durch die heutige Frauenfrage nicht zu sehr belastet wirkt. Denn Menschenrechte, Lebensbedingungen, Architektur, Handel, Arbeitsbedingungen, gesellschaftl. Strukturen, Familienleben sind ja auch Themen, die in diesem sehr vollen Roman bewältigt werden müssen. Intensiv wird auch das Leben der Juden in Venedig behandelt.
Diese vielen Aspekte werden durch eine Dramaturgie erlebbar gemacht. Donata steht im Mittelpunkt der Handlung als „mittlere Heldin“ die sich ihres Standes bewusst wird und die Suche nach den epischen Wahrheiten formuliert. Dabei dürfen wir nicht zu genau Donatas Handeln untersuchen nach realistischer Umsetzbarkeit. Lassen wir diesen Aspekt außen vor, so erfahren wir viel über die Geschichte Venedigs. Die Kommentare zu den Rezensionen drücken den Zwiespalt zwischen Faktum und Fiktion aus. Entweder sie sind begeistert oder ganz und gar ablehnend. Wer eine wirklich spannende Geschichte erwartet wird enttäuscht, denn das Faktum steht im Vordergrund. Wer auf angenehme Art etwas über das alte Venedig erfahren möchte, ist hier richtig.













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